Alles, was ich für mein Baby nicht brauchte!

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Hm. Irgendetwas fehlt mir doch noch. Eine Sonnenbrille habe ich schon, einen schicken Kinderwagen auch …

 

Liebe S.

Ich musste sehr lachen über das Glück der toten Fische. Natürlich habe ich meinen Sohn sofort nach seinem glücklichsten Erlebnis gefragt. Hätte ich mal lieber gelassen und weiterhin von „Stockbrotgrillen im Garten“  geträumt:

Als ich die Tüte voll mit Laserschwertern auf dem Sperrmüll gefunden habe“, lautete seine entschiedene Antwort.  Soviel dazu.

Das passt aber irgendwie zum Thema, denn wir wollten heute ja darüber plaudern, was man auf keinen Fall braucht.

Also fürs Baby.

Stichwort: Erstausstattung.

Im Nachhinein hätte ich mir gut die Hälfte der Sachen sparen können. Babybadewanne. Der totale Horror. Das Kind dachte offensichtlich, ich wollte es ertränken. Babyhängematte. Nachdem die frisch gebackene Großmutter außer sich geriet, weil doch das Kind „den Kontakt zum Boden verliert“ –  Stichwort: „Wurzeln geben“ –  wanderte das Ding in Keller. Das Tragetuch. Wer schon mal versucht hat, sich bei Minusgraden und Schneeregen mitten auf einem belebten Platz in zehn Schichten eines breiten, schweren Schals einzuwickeln, während ein zappelndes, schreiendes Baby mit einer Hand fixiert werden musste, weiß, wovon ich hier schreibe.  Die teure Milchpumpe? Nie benutzt, weil ewig gestillt. Sterilisator? Gleich wieder verkauft. Babyphone. Unnötig. Das Kind schlief sowieso immer bei uns.

Aber das ist ein gutes Stichwort: schlafen. Neulich habe ich eine Rechnung für eine biozertifizierte Babymatratze wiedergefunden über schlappe 200 (!) Euro. Ich konnte es kaum glauben… Aber, über kein anderes Thema habe ich mir im Vorfeld so viele Sorgen gemacht.

Wo soll das Baby schlafen, wie und wann und worauf und worunter… und vor allem WORIN!

Der Sommer bevor F. kam, war ziemlich heiß und ich weiß noch genau, wie wir völlig erschöpft von einem Babygeschäft zum anderen pilgerten, auf der Suche nach dem ultimativen Babybett. Das Holz sollte natürlich nachhaltig sein. Nicht lackiert, nur geölt, bio, bestens, einwandfrei. Die Matratze: ultraantiallergen, gefüllt mit Kokosfasern, oder doch lieber eine Mischung aus Kokosfasern, mit Plantagen-Kautschuk vermischt – streng schadstoffgeprüft und zertifiziert?  Soweit meine Vorstellungen. Bis wir uns irgendwann für ein prinzenhaftes, weißes Babybettchen einer französischen Edelfirma entschieden. Nix bio, nix geölt. Aber entzückend hübsch.

Die Nächte, die eines der Kinder bis heute in diesem Bett schlief, kann ich an einer Hand abzählen. Während der Vater und ich nachts zombiemüde durch die Wohnung tapern, auf der Suche nach einer Schlafmöglichkeit, schlummern zwei gesunde und vollkommen entspannte Kinder auf einer alten (schadstoffgefüllten) Ikea-Matratze im Elternbett … Die Liste unnötiger Dinge könnte man endlos weiterführen.

Aber: das viele, viele Geld, das wir für den Kinderwagen auf den Tisch gelegt haben, halte ich nach wie vor für eine super Investition. Und zwar aus reinem Selbstschutz: Vor der Schwangerschaft war so ein Gang durch die Stadt eine nette Sache. Angeschaut wurden: Gesicht. Busen. Po. Kleidung. Und danach?  … Genau! Wie gut, dass es diese teuren, formschönen Kinderwagen und die große Sonnenbrillen für die Spaziergänge nach der Schwangerschaft gibt.

Bis bald,

Deine …

 

 

1 Kommentar

Wunderbar! Herzlich gelacht und ja, du hast recht in allem 🙂 Ich freu mich auf mehr.

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