Capoeira im Porträt

Wir starten unsere Serie über beliebte und ungewöhnliche Sportarten mit einem Blick auf einen noch jungen Sport, der eine gelungene Mischung aus Tanz, Konditionstraining und Selbstverteidigung ist.

Capoeira ist eine brasilianische Kampfkunst oder ein Kampftanz, dessen Ursprung auf den afrikanischen NíGolo („Zebratanz“) zurückgeführt wird. Capoeira wurde während der Kolonialzeit in Brasilien von aus Afrika eingeschifften Sklaven praktiziert und weiterentwickelt. Es wird heutzutage zwischen zwei Hauptrichtungen unterschieden: Dem „alten“ Capoeira Angola und dem „modernen“ Capoeira Regional. Die alte Form besteht aus langsamen Bewegungen, die sich zu blitzschnellen Angriffsbewegungen entwickeln. Capoeira Regional hingegen ist durch schnelle, laute und direkte Bewegungen gekennzeichnet. Hohe und direkte Tritte sowie akrobatische Einlagen kennzeichnen die neue Form des Capoeira. Drei Ebenen bestimmen die Mischung aus Tanz und Selbstverteidigung: Kampf, Musik und die Kreisbewegungen. Eine der wichtigsten Regeln ist, den Gegner immer zu beobachten, auch wenn man ihm den Rücken kehrt. Außerdem ist es während eines „Kampfes“ wichtig, immer in Bewegung zu bleiben und den Mitstreiter zu täuschen. Wie
im Judo gibt es auch in der Capoeira Gürtel, die den Grad der jeweiligen Leistung anzeigen. Traditionell wird mit Anzügen gekämpft. Die Roda ist wie der Ring beim Boxen, in dem es jedem Capoeirakämpfer möglich ist, einen Mitstreiter zu einem „Kampf“ aufzufordern. Seit 1937 etabliert sich diese Sportart in Europa und wird heute in Tanzschulen, Vereinen und Sportstudios angeboten. Capoeira ist für Kinder ab drei Jahren geeignet.

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