„Froschkönig“ auf dem Heidelberger Schloss

Am 20. Juni feiert die erste Freilicht-Inszenierung der neuen Leiterin des Jungen Theaters, Natascha Kalmbach, Premiere auf dem Heidelberger Schloss. Im „Englischen Bau“ bringt sie das Märchen vom Froschkönig in der Bearbeitung von Thomas Freyer auf die Bühne. StadtLandKind hat Natascha Kalmbach bei den Proben zum Interview getroffen.

Stefan Wunder (Frosch), Lea Wittig (Prinzessin). Foto: Theater Stadt Heidelberg

Der Englische Bau des Heidelberger Schlosses thront wie eine herrschaftliche, schmale Veranda, hoch oben über der Stadt. Heiß ist es hier heute, kein Baum reicht so hoch, um Schatten zu spenden. Morgen bei der Premiere soll es noch heißer werden. „Deshalb hat unser Froschkönig auch Kühlpads in seinem Kostüm“, erzählt die Leiterin des Jungen Theaters und lacht.

Die „Bühne“ besteht aus langen, bunten Stegen. Es gibt ein rosa Hochbett auf Rollen und eine Waschmaschine, die ebenfalls rollt. Das Bühnenbild ist bunt und sachlich, es gibt weder Vorhang noch unnötige Requisiten.

Und inhaltlich? „Die Fassung von Thomas Freyer ist sehr modern“, erzählt Natascha Kalmbach, „sie ist lustig, anrührend und unterhaltsam“.

Der König ist ein alleinerziehender Vater, völlig überfordert mit seiner pubertierenden Tochter, die mürrische Haushälterin ist auch keine große Hilfe.  Zur königlichen Plauderstunde mit dem Volk muss der König seine Tochter plötzlich geradezu zwingen. Die Sorgen von Heinrich hört sie sich jedoch mit Interesse an. Der ist fürchterlich traurig, weil sein Herr, der Prinz, verschwunden ist. Da der Prinz zuletzt in der Nähe des Schlosses gesichtet wurde, bittet Heinrich, hier auf ihn warten zu dürfen. Nach der langweiligen Plauderstunde wandert die Prinzessin mit ihrer goldenen Kugel in den Wald. An einem Brunnen setzt sie sich nieder, wirft die Kugel in die Luft – und ihr liebstes Spielzeug landet im Wasser. Sie muss bitterlich weinen. Dies hört ein Frosch und fragt, was sie ihm gebe, wenn er die Kugel aus dem Brunnen hole. Die Prinzessin bietet Gold, ihre Krone, die neuen Ohrringe – aber das interessiert den Frosch nicht. Er will, dass sie ihn lieb hat und mit ins Schloss nimmt. Auch wenn die Prinzessin das auf keinen Fall möchte, willigt sie ein und der Frosch taucht nach der goldenen Kugel.“ Und dann kommt der Höhepunkt: Der Frosch wird samt Kostüm von der Prinzessin an die Wand geklatscht. So richtig an die Wand geklatscht“, betont die Regisseurin zufrieden. Wie das funktioniert? Und wie kann aus dem kühlpadgekühlten Frosch am Ende doch noch ein stolzer Prinz werden? Wir sind schon sehr gespannt!

Begleitet wird die Inszenierung mit Toneinspielungen der Band „Deep Schrott“. Der Froschkönig ist geeignet für Menschen ab 6 Jahren.

Für Kindergruppen bietet das Service Center Schloss Heidelberg eine themenbezogene Führung im Anschluss an die Froschkönig-Vorstellungen an.

Weitere Informationen und Buchung unter Tel. 06221 65 88 80 oder service@schloss-heidelberg.de

Termine und Tickets unter: theaterheidelberg.de/produktion/froschkoenig

 

Eine Antwort hinterlassen:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.