Ein grüner Garten für alle

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Der Begriff „Urban Gardening“ hat seine Wurzeln in New York – in den Gemeinschaftsgärten der 70er-Jahre. Die so genannten Community Gardens sind grüne Oasen im innerstädtischen Bereich. Blumenbeete, Gemüsefelder zur Selbstversorgung – auf Dächern, Mauern, neben den Straßen, in Hinterhöfen, an Ampeln wird es grüner und mit jedem Projekt kommt ein Stück Natur zurück in die
Stadt.

Wir haben uns im Sommer in der Region umgesehen und die unterschiedlichen Projektorte besucht.

Überregional : Meine Ernte

Urban Gardening ist eine feine Sache. Nur was tun, wenn man so als echter Großstadtmensch entschlossen mit dem Gärtnern beginnt – und dann nicht mal bis zum Roden kommt, geschweige denn zum Aussäen, Pflegen, Ernten? Schlicht und einfach, weil man nicht weiß, wo und wie man die Bohnen pflanzen soll und ob der Kohl neben die Kamelien passt … !

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Eine schöne Möglichkeit ist das Projekt „meine ernte“. Hier bieten Baumschulen, Gärtnereien und landwirtschaftliche Betriebe gemeinsam mit dem Portal „meine ernte“ ein Stück ihres Landes zur Pacht an – das aber bereits fertig bestellt ist und eine bestimmte Auswahl an Gemüsesorten ist auch schon ausgesät. In der Rhein-Neckar-Region bietet beispielsweise die Heidelberger Bio-Baumschule Wetzel eine Beteiligung an dem Projekt.  Gartengeräte sind natürlich vorhandenund alle Teilnehmer bekommen regelmäßig einen Gärtnerbrief. Hier wird beschrieben, was gerade im Garten zu tun ist. Außerdem stehen die Landwirte zu festen Terminen für Fragen und Infos rund um das jahreszeitliche Gärtnern und die ökologischen Aspekte zur Verfügung.

Anmelden kann man sich unter: info@meine-ernte.de oder 0228 28617119.
Und zum Standort Heidelberg geht’s hier: meine-ernte.de/baumschule_wetzel. html.

(Fotos: Meine Ernte// Fotograf: Tammo Ganders)

Hassloch: Garten der Nationen

Seit 2009 bewirtschaften gartenbegeisterte Menschen aus sieben Nationen den „Garten der Nationen“. Besonderer Wert wird – neben einem intensiven kulturellen Austausch – auf einen ökologisch wertvollen Gartenbau gelegt, es werden demnach vor allem alte, ungewöhnliche, von der Agrarindustire vernachlässigte Gemüsesorten angepflanzt.  Diese werden dann gemeinsam geerntet, nach Rezepten der vertretenen Nationen, wie Deutschland, Bosnien, Indien, Tunesien, Mazedonien, der Türkei und dem Irak, gekocht und natürlich auch gemeinsam gegessen.

Kontakt:
Garten der Nationen, Forstgasse 59, 67454 Haßloch, stiftung-interkultur.de/rheinland-pfalz/hassloch

Heidelberg: Essbares Heidelberg

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Nach dem Motto „Gemüsegarten für dich und mich“ bewirtschaften zehn Heidelberger Familien zwei öffentliche Flächen: zum einen ein Beet in Neuenheim und seit März 2014 hat die Stadt Heidelberg dem Verein noch eine zentrale Fläche in der Weststadt zur Nutzung bewilligt. „Wir hoffen, dass viele Menschen kommen, um mit uns mitzugärtnern und, dass mehr Menschen erfahren, welche Produkte bei uns regional und saisonal vorkommen. Der Gemeinschaftsgarten hat deshalb für uns sowohl eine soziale Funktion als auch die Aufgabe, Wissen weiterzuverbreiten“, so der Vorsitzende Clemens Schwingshackl.

Kontakt:
Zeppelinstraße 1, Heidelberg -Neuenheim, facebook.com,
EssbaresHeidelbergessbaresheidelberg.wordpress.com

(Foto: Essbares Heidelberg)

Heidelberg: Wilchwuchs e.V.

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Studierende, Berufstätige, Eltern und Künstler haben sich für dieses Projekt des ökologischen Landbaus zusammengetan. Die bunte Gruppe verbindet der Spaß am spielerischen Umgang mit der Natur, der Anbau und Genuss von selbst gezogenem Gemüse und das Experimentieren mit verschiedenen, stets bodenschonenden Anbaumethoden und Arbeitsweisen. In einem Folientunnel werden wärmebedürftige Pflanzen angebaut, es gibt Beete, Obstbäume, Beerensträucher, Bienenstöcke, Insektenhäuser sowie eine kleine Werkstatt und eine Einmachküche. Der Großteil der Obst- und Gemüseernte ist für die Selbsversorgung bestimmt, der Rest geht an die Heidelberger Lebensmittel-Kooperative „AppelunEi“ (appelunei.uni-hd.de).

Da das aktuelle Grundstück für die WildwuchsgärtnerInnen und deren zahlreiche Anbauwünsche zu klein ist, freut sich der Verein über jegliche Hinweise auf  zu verpachtende oder zu verkaufende Grundstücke im Handschuhsheimer Feld.

Kontakt:

Gärtnerei Wildwuchs, Gewann Schläuchen, 69121 Heidelberg, admin@wildwuchs-hd.de, wildwuchs-hd.de

(Foto: Simon Hofmann)

Ludwigshafen: Hack-Museumsgarten

Der Hack-Museumsgarten ist DAS Erfolgsmodell in Sachen Urban Gardening. Im März 2014 startete das Projekt bereits in die dritte Saison und seitdem werden täglich 1000 Quadratmeter des Hans-Klüber-Platzes von Kindergärten, Schulen, Vereinen und Anwohnern in einen großen und für die Öffentlichkeit zugänglichen Stadtgarten verwandelt. Über 200 Menschen pflanzen hier unter anderem Blumen, Gemüse und Kräuter an. Das begrünte Gelände ist auch Rahmen für zahlreiche Veranstaltungen wie Konzerte, botanische Führungen, Workshops zur Herstellung von Naturkosmetik, Pflanzenfarben, Marmeladen und internationalen Gerichten auf Eigeninitiative der Gärtner oder in Kooperation mit dem Kultursommer und dem Kultur Rhein-Neckar e.V.

Kontakt: Wilhelm-Hack-Museum, Berliner Straße 23, 67059 Ludwigshafen am Rhein, wilhelmhack.museum/ausstellungen/hack-museumsgarten.html

Mannheim:

Internationaler Garten U 5

Mannheim

Von der Baulücke zum Nachbarschaftsverein: Im Rahmen der Spielleitplanung entdeckten Kinder aus dem Quartier die Baulücke U 5 als möglichen Spielraum. Mit fünf großen Platanen und 1000 Quadratmetern, stellt das Gelände tatsächlich eine grüne Insel in den dichtbebauten Quadraten der Mannheimer Innenstadt dar. Das dachten sich auch Bewohnerinnen und Bewohner und starteten unterstützt durch das damalige städtische Quartiermanagement die Initiative „Neues Leben für U 5“. In dem Quadrat U 5 in Mannheim wurde 2007 ein naturnaher Freiraum geschaffen, der sich zum zentralen Begegnungsort im Stadtteil entwickelt hat. Der erste internationale Garten Mannheims wird von den Bewohnern des Stadtteils als Gemüsegarten genutzt, und Kinder haben so ganz zentral die Möglichkeit in der Stadt die Natur zu erleben. Das Projekt, dem sich das Quartiergremium, zahlreiche Nachbarn, Stadtteileinrichtungen, Fachleute, das Jugendamt, Ehrenamtliche und Spielraum für Kinder, auch nach Ablauf der Projektzeit erhalten.

Standort:

U 5, 68159 Mannheim

Kontakt:

Dr. Esther Baumgärtner, K 1, 7-13 I 68159 Mannheim, 0621 2933476,  e.baumgaertner@ma-unterstadt.dema-unterstadt.de

(Foto: Stadt Mannheim)

 

Urban Gardening Mannheim

Die Idee, einen urbanen Garten nach Vorbild des Prinzessinnengarten in Berlin zu gestalten, stammt in diesem Fall aus privater Hand. Im Winter 2011 kam es dann zum ersten Treffen mit Vertretern der Stadt, die der Gruppe eine Fläche gegenüber des Alten Messplatz’ zur Verfügung stellten. Von da ab stand dem Unternehmen nichts mehr im Weg, und jeder, der mitmachen wollte, darf das bis heute.

Im Laufe der Zeit sind durch Spenden und eine immer weiter steigende Mitgliederzahl zwei Bauwagen und ein Wasseranschluss hinzugekommen. Aus diesem Grund wurde 2012 der Verein „Die Neckargärten e.V.“ gegründet.

Um noch mehr Interessierte, unterschiedlichster Herkunft, auf sich aufmerksam zu machen, veranstaltet der Verein seit letztem Jahr ein Sommerfest und hat einen Stand auf dem May- Joseph-Straßenfest.

Standort: Am Neuen Messplatz, Ecke Zeppelinstraße

Kontakt: urbaner-garten-ma.de

Neckargemünd:

Interkultureller Garten Neckargemünd e.V.

18 Mitglieder aus acht Ländern bewirtschaften momentan den interkulturellen Garten in Neckargemünd. Seit 2010 werden sowohl einzelne Parzellen zum Bewirtschaften zur Verfügung gestellt, als auch ein Großteil des Geländes gemeinschaftlich bewirtschaftet. Die Kinder haben Spielgeräte und können ihr erstes eigenes Beet bewirtschaften.

Einmal pro Woche treffen sich die Beteiligten, um sich gemeinsam um ihren Garten zu kümmern und und um Erfahrungen und persönliche Hintergründe auszutauschen zutauschen.

Ziel der „Stiftung Interkultur“, dem wichtigsten Kooperationspartner, ist es nämlich nicht nur Beeren, Früchte und Gemüse wachsen zu lassen, sondern auch das Verständnis für andere Kulturen.

Standort: Gartengrundstück am Ende des Wiesenbacher Tals

Kontakt: 06223 954132, LisaAtsma@web.de, stiftung-interkultur.de/baden-wuerttemberg/neckargemuend

 

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