„Jette oder nie“ hat gewonnen …

skal_LeutErdmann01_27_11_2015Mit „Jette oder nie“ ist vor einigen Wochen das zweite Kinderbuch der Kinderbuchautorin Fee Krämer erschienen. Fee Krämer stammt aus Leutershausen und lebt heute in Berlin.

Liebe Frau Krämer, erst einmal herzlichen Glückwunsch: ihr zweites Kinderbuch „Jette oder nie“ ist gerade erschienen. Was erlebt Jette denn diesmal?

Jettes sowieso schon turbulentes Leben wird im zweiten Band noch mal richtig durcheinandergewirbelt. Da taucht nämlich
plötzlich ein recht nerviges Mädchen im Café Wohnzimmer auf, das anscheinend so was wie Jettes Schwester ist. Und dann verschwindet
auch noch Jettes geliebteRatte Herr Mann. Viel Arbeit fürdie junge Reporterin also.

Sind diesmal wieder Jettes Freund und ihre Ratte mit von der Partie?

Natürlich! Kumpel Konrad steht Jette bei ihrem neuen Abenteuer wieder zur Seite. Seine Unterstützung braucht sie auch – immerhin ist Herr Mann ja verschwunden.

Wie gehen Sie beim Schreiben vor? Halten Sie ihre Ideen immer sofort schriftlich fest? Und wie entwickelt sich dann die Geschichte
weiter?

Das ist schwer zu beschreiben, weil ich nicht die eine Methode habe, sondern noch viel ausprobiere. Ideen, die ich habe oder Beobachtungen, die ich mache, werden aber schnell notiert, bevor sie im Alltag verloren gehen. Darin ähnele ich Jette dann doch etwas…

Wer inspiriert Sie für Ihre Bücher? Wo bekommen Sie die Anregungen her?

Mich inspirieren Menschen.Und zwar nicht nur die ummich herum, also meine Familie und Freunde, sondern auch und vor allem Fremde. Das kann eine kleine Beobachtung in der U-Bahn oder ein Bericht in der Zeitung sein. Ich versuche, immer mit offenen Augen durch die Stadt zu laufen, dann stolpert man eigentlich ständig über Geschichten. Auch wenn sie noch so klein sind. Gestern zum Beispiel konnte ich beobachten, wie auf einem Markt am Hermannplatz ein Hundebesitzer seinen Hund erst liebevoll mit einem Hühnerfuß
unterm Kinn gekrault hat und ihm dann den Fuß zu fressen gab. So was kann man sich kaum ausdenken.

Ihre Protagonistin Jette ist ganz offensichtlich ein Mädchen. Ist „Jette oder nie“ ein typisches Mädchenbuch?

Da sprechen Sie einen Punkt an, mit dem ich erst als Autorin konfrontiert wurde: Die klare Trennung von „Mädchenthemen“ und „Jungsthemen“. Das gilt für Spielzeug – und für Bücher. Fürs Marketing und den Verkauf angeblich sehr wichtig, finde ich die rosafarbenen und blauen Welten in Kaufhäusern befremdlich. Warum soll sich ein Junge nicht mit einer starken Heldin identifizieren können? Für mich richtet sich Jette an Mädchen und an Jungs.

„Jette oder nie“ wurde von der Illustratorin Judith Drews bebildert. Wie wichtig sind die Illustrationen für die Geschichte – und
für das Buch?

Judith Drews hat Jette ein Gesicht gegeben. Und zwar eines, das ich mir nie wirklich habe vorstellen können. Ich habe immer nur aus Jettes Augen auf die Welt gesehen, sie aber nie bildlich vor mir gehabt. Judith hat Jettes Wesen erkannt und sie wunderbar dargestellt. Ich glaube, dass Illustrationen absolut entscheidend sind. Sie sind es ja auch oft, die entscheiden, ob man als Leser ein Buch in die Hand nimmt – oder eben nicht. Sie sind Türöffner und Festigung für Geschichten.

„Es gibt „Jette oder nie“ auch als Hörbuch, gelesen von Anna Thalbach. War das Ihre „Wunsch-Stimme“? Oder hat es sich die Zusammenarbeit zufällig ergeben?

Anna Thalbach hat Jette eine herrlich kratzige Stimme gegeben. Damit bin ich sehr glücklich.Etwas Liebliches hätte nicht wirklich
zur forschen Jette gepasst. Thalbach war Vorschlag des Hörbuch-Lektors und Regisseurs Dirk Kauffels.

Sind Sie inzwischen hauptberuflich Kinderbuchautorin, oder sind Sie weiterhin im Bereich Schulbuchentwicklung tätig?

Nein, tatsächlich versuche ich langsam auf eigenen Beinen zu stehen, was mein Schreiben angeht, und arbeite an weiteren Kinderstoffen- mit verschiedenen Medien als Plattform für diese Geschichten.

Und, na klar, ganz zum Schluss die Frage: geht es mit Jette weiter? Und wenn ja, wie?

Krämer. Wenn es nach mir ginge, würde es natürlich weitergehen, denn für mich ist noch ein ganz entscheidender Punkt in Jettes Geschichte unerzählt: Die Beziehung zu ihrer Mutter. Da es aber die allermeiste Zeit nicht nur nach mir geht, entscheiden in diesem Fall ganz unromantisch die Verkaufszahlen, ob „Jette oder nie!“ ein dritter – und letzter – Band folgt.

Interview: Bettina Wolf // ARCHIVBILD: THORSTEN GUTSCHALK

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gewonnen hat: Katharina Preis! Wir gratulieren herzlich und sagen allen anderen: vielen Dank fürs Mitmachen!

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