Fledermaus-Abend am Federsee

Fledermaus-Abend am Federsee 1 - Bildquelle Kerstin Wernicke
Fledermäuse sind wirklich Tiere der Superlative – zu dieser Erkenntnis sind die Gäste des NABU-Fledermaus-Abends am Federsee gekommen. In zweieinhalb Stunden haben sie einen schaurig-vergnüglichen Abend rund um die nächtlichen Flattertiere erlebt.

„Wie orientieren sich Fledermäuse in stockdunkler Nacht?“ war wohl das spannendste Thema der kurzweiligen Einführung, mit der der Fledermausabend im NABU-Naturschutzzentrum Federsee in Bad Buchau (Kreis Biberach) begonnen hatte. Der Bildervortrag der NABU-Mitarbeiterin Kerstin Wernicke, nahm die Teilnehmer mit in die faszinierende Welt der nächtlichen Flugakrobaten. Weitere Themen aus dem Vortrag über die wilden Verwandten von Batman waren: 4000 Stechmücken pro Nacht – warum fressen sie so viel? Welche Jagdstrategien haben sie entwickelt, um an ihre Beute zu kommen? Wo sind Fledermäuse eigentlich im Winter? Der NABU habe sich zum Ziel gesetzt, mit den gängigen Vorurteilen über Fledermäuse aufzuräumen, so die Biologin. Eine kleine Ausstellung zeigte Materialien zum Fledermaus-Schutz, und spätestens beim Anblick der echten (toten) Grauen Langohrfledermaus war jeder der Faszination dieser ungewöhnlichen Tiere erlegen.
Die Einführung endete mit einem „Fledermaus-Check“, der verriet, woran ein Hausbesitzer erkennen kann, ob in seinem Dachstuhl Fledermäuse wohnen. Nach einigen einfachen Tipps, wie man Haus und Garten einladend für die nützlichen Insektenjäger gestalten kann, ging es in der Dämmerung hinaus zum zweiten Teil des Abends: der Fledermaus-Pirsch.

Fledermaus-Pirsch mit Ultraschallgerät
Ausgerüstet mit Scheinwerfer und speziellen Fledermaus-Suchgeräten startete die Gruppe in die Dämmerung, um verschiedene Fledermausarten in ihren Jagdrevieren aufzuspüren – kein schwieriges Unterfangen, kommt doch etwa die Hälfte aller deutschen Fledermausarten am Federsee vor. Nur wenige Schritte vom NABU-Zentrum entfernt, ertönte plötzlich ein lautes „tac-tac-tac“ aus den mitgebrachten Ultraschall-Detectoren. Sie machen die ansonsten unhörbaren Ultraschall-Laute der Fledermäuse für menschliche Ohren hörbar. „Eine Zwergfledermaus im Anflug!“ kündigte Wernicke an. Und tatsächlich, nur knapp über den Köpfen der Teilnehmer, flatterte kurz darauf ein dunkler Schatten. Und wenig später: „Haben Sie das gehört? Tac-tac-tac-brrrrrr! Das bedeutet: die Fledermaus nähert sich ihrer Beute, und um genauere Informationen zu bekommen, peilt sie schneller!“ verriet die NABU-Mitarbeiterin. Wenige Meter weiter wurden die Kinder ganz aufgeregt: die Gruppe kam zufällig zur richtigen Zeit an eine Fledermaus-Flugstraße, in der reger Flugverkehr herrschte, immer in Richtung Federsee und zurück. Highlight war schließlich die Station auf dem Aussichtsturm des Federseestegs: Mittlerweile stockdunkel, konnten die Gäste im Licht des NABU-Scheinwerfers tatsächlich Wasserfledermäuse bei ihrem Jagdflug dicht über dem Wasser beobachten.
Das NABU-Naturschutzzentrum Federsee bietet jeden Sommer mehrere öffentliche Fledermausabende an. Fledermausfans können aber auch separate Führungen für Kindergeburtstage, Schulausflüge und Vereinsausflüge buchen (07582 1566).

 

NABU-Naturschutzzentrum Federsee

Federseeweg 6, 88422 Bad Buchau
0 75 82 15 66
Kerstin.Wernicke@NABU-Federsee.de

NABU-Federsee.de

 

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