„Freund Till, genannt Eulenspiegel“

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„Freund Till, genannt Eulenspiegel“ erwartet ab dem 15. Juni sein Publikum im Englischen Bau des Heidelberger Schlosses.

Wer kennt nicht wenigstens zwei bis drei Streiche des berühmten Spaßmachers und Narren Till Eulenspiegel. Seit 1510, als das Volksbuch von Herman Bote erschien, verbreiten sich seine Späße bis zum heutigen Tage. Auch wurden diese bereits in zahlreiche Sprachen übersetzt: u. a. ins Französische, ins Dänische, ins Flämische, ins Polnische und auch ins Italienische. Das die Späße von Till nicht nur platt waren, sondern durchaus zum Nachdenken anregen sollten, möchte nun das Junge Theater in der dramatisierten Fassung auf dem Heidelberger Schlossgelände allen Besuchern ab 5 Jahren nahe bringen. Auch wollen die Schauspieler des Ensembles zeigen, wie der junge Till zu dem schlagfertigen Gaukler wurde, der gern mit drastischen Mitteln der Gesellschaft seinen Spiegel vorhielt und so nicht nur zum Lachen anregte.

Till ist mit seinem Vater auf Gauklertour. Viele Menschen sind gekommen, um die beiden zu sehen. Der Höhepunkt der Vorführung naht: Tills Vater spannt ein Seil über den reißenden Fluss, er beginnt auf dem Seil zu balancieren. Plötzlich sprengt ein Raubritter durch die Menge und verlangt Geld. Doch Till und sein Vater haben nicht viel. Wütend schneidet der Raubritter das Seil, auf dem Tills Vater immer noch balanciert, durch. Er wirft den Jungen hinter sich aufs Pferd und reitet davon. In der Burg angekommen, soll Till Kunststückchen vorführen, damit sich die Wachen nicht mehr langweilen. Till weiß nicht, ob sein Vater noch am Leben ist. Er ist wütend und traurig. Er will aus der Burg flüchten und nach seinem Vater suchen. Aber wie kann ihm das gelingen? Da fällt ihm etwas ein: Hat der Raubritter nicht gesagt, dass er ihm aufs Wort gehorchen soll? Vielleicht kann er so alles durcheinanderbringen und fliehen. Also macht Till sich daran, alle Aufgaben, die er bekommt, wortwörtlich umzusetzen …

Auf den neuen Schlossnarren darf man gespannt sein. Sein Vorgänger Perkeo aus dem 18. Jahrhundert, den Kurfürst von der Pfalz – Karl III. Philipp – mit nach Heidelberg brachte, ist wohl hinlänglich bekannt. Auf die Frage, ob er das Große Fass im Schloss leertrinken wolle, habe er geantwortet: „Perché no?“ So hatte der kleinwüchsige Clemens Pankert einen neuen Namen und ging damit in die Geschichte ein.

Der Heidelberger Till wird von Paul Brusa gegeben. Seine Mitspieler sind Pedro Stirner, Massoud Baygan, Leon Stiehl, Marcel Schubbe und Juliane Schwabe. Die Inszenierung liegt in Händen von Franziska-Theresa Schütz, die bisher das Junge Theater vom Theater und Orchester Heidelberg leitete.

Weitere Informationen, Termine und Tickets: www.theaterheidelberg.de; www.heidelberger-schlossfestspiele.de; 06221|5820.000

Foto: Annemone Taake

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