Happy new ears – Musiktheater für junges Publikum

Die Junge Oper am Nationaltheater Mannheim nimmt ihr zehnjähriges Bestehen in der Spielzeit 2016/2017 zum Anlass, erstmals ein europäisches Festival des zeitgenössischen Musiktheaters für junges Publikum zu veranstalten. Unter dem Titel Happy New Ears – Musiktheater für junges Publikum werden vom 20. bis 27. November 2016 vierzehn wegweisende Inszenierungen aus dem europäischen Raum am Nationaltheater Mannheim zu sehen sein. Auf einer Pressekonferenz stellten Andrea Gronemeyer (Intendantin Junges Nationaltheater), Prof. Dr. Klaus-Peter Kehr (Intendant Oper Nationaltheater Mannheim), Albrecht Puhlmann (designierter Intendant Oper Nationaltheater Mannheim) und Ina Karr (Chefdramaturgin Musiktheater Staatstheater Mainz) heute das Programm vor. Compagnien und Theater aus den Niederlanden, Belgien, Deutschland, England, Frankreich, Schweden und Norwegen präsentieren eine Woche lang einen spannenden Blick auf die verschiedensten Facetten und Entwicklungen im zeitgenössischen Musiktheater für Kinder von 0 bis 14 Jahren.

In Kooperation mit dem Festival Happy New Ears findet vom 20. bis 22. November 2016 in Mannheim der gleichnamige internationale Kongress des Kinder- und Jugendtheater-zentrums der Bundesrepublik Deutschland (KJTZ) statt. Prof. Dr. Gerd Taube war ebenfalls nach Mannheim gereist, um den Kongress und sein Programm vorzustellen.

skal_Mein Bruder Don Juan_Königliche Oper Stockholm (c) Markus Garder

Vom intimen Klangerlebnis für die Allerkleinsten über Cross-Over Performances und theatrale Klangexperimente bis hin zum großen Bühnenformat mit Orchester, Chor und Sängerensemble will Happy New Ears die unterschiedlichsten Erscheinungen des Musiktheaters für junges Publikum aufzeigen und befragen. Im Fokus stehen dabei Inszenierungen und zeitgenössische Werke, die sich spezifisch an unterschiedliche Altersgruppen wenden und diese mit neuen Klangsprachen, Erzähl- und Darstellungsweisen bekannt machen.

Andrea Gronemeyer, Intendantin des Jungen Nationaltheaters Mannheim, erläutert das Programm von Happy New Ears: »Wir haben ganz Europa bereist, um die neusten und spannendsten Aufführungen des Musiktheaters für Kinder und ihre Erwachsenen zu finden. Dabei entdeckten wir überraschende Herangehensweisen an die tradierte Oper wie in Mein Bruder Don Juan aus Stockholm oder auch ganz neue darstellerische Experimente mit Klang wie das Antwerpener Stück Lausche der Stille. Eine Reise mit John Cage – beides Aufführungen, die ohne künstlerische Vorbehalte die heutige Lebenswelt von Kindern ins Visier nehmen. Begeistert haben uns außerdem einige Inszenierungen des instrumentalen Theaters, bei denen die Musiker selbst als äußerst ausdruckvolle Protagonisten des Theaters überzeugen. Einen Schwerpunkt des Programms bildet das Theater für die Allerkleinsten. In Übergängen zur Bildenden Kunst, zum Figuren- und Tanztheater entstehen hier ganz neue Theaterformen, die an die Ursprünge ritueller Kunsterfahrung anknüpfen und auch Erwachsene in ihren Bann ziehen. Beinahe alle Stücke kommen ohne Übersetzungen und Übertitelungen aus, denn die Sprache der Musik schlägt Brücken über die Grenzen der Nationen, der Kulturen und der Generationen.«

 

Eröffnet wird das Festival Happy New Ears am 20. November um 19Uhr von der Königlichen Oper Stockholm, die im Mannheimer Opernhaus mit Mein Bruder Don Juan (Min Bror är Don Juan) eine packende Interpretation von W.A. Mozarts Oper Don Giovanni vorstellt. Durch die Augen seiner Schwester und Komplizin Zerlina erleben wir einen Don Juan, der wild und frei agiert, rauschende Partys feiert und auf uns und sie ebenso faszinierend wie abschreckend wirkt. Ebenfalls mit einem historischen Stoff in einer originellen Neuinterpretation, ist die Holland Opera am 24. November im Studio Werkhaus zu Gast: 4 Musketiere (4 Musketiers) erzählt mit viel Witz und großer Spielfreude die Geschichte der einstigen berühmten Degen-Helden, die von ihrer Vergangenheit eingeholt werden. Das Staatstheater Mainz bringt am 23. November mit König Hamed und Prinzessin Sherifa eine Auftragskomposition von Zad Moultaka auf die Bühne. In diesem alten arabischen Märchen wird virtuos und humorvoll mit männlichen und weiblichen Rollenklischees gespielt. Das Theater Bonn/Theater Marabu erzählt die berührende Geschichte vom Kleinen Onkel, der so gerne einen Freund haben möchte und die Junge Oper Mannheim präsentiert ihre Neuproduktion Romeo und Zeliha mit Musik von Fons Merkies, nach W. Shakespeares Romeo & Julia. Am 23. November tobt im wahrsten Sinne des Wortes ein Cellosturm über die Bühne des Schnawwl. Die mitreißende Inszenierung der niederländischen Compagnie Oorkaan und des Cello8ctet Amsterdam begeisterte bereits europaweit Kinder ab 5 Jahren. Die Zonzo Compagnie aus Belgien widmet sich mit ihrem mehrfach preisgekrönten Stück Lausche der Stille. Eine Reise mit John Cage (Listen to the Silence. A Journey with John Cage) der faszinierenden Klangwelt des amerikanischen Komponisten John Cage. Und die französische Compagnie Acta ließ sich zu ihrer Inszenierung Winzig Groß (Micro Mega) von Sergej Prokofjews Miniaturoper Der Riese inspirieren. Für die Allerkleinsten zeigt die Compagnie Dieserud/Lindgren aus Norwegen, die von Maja Ratkje komponierte Babyoper Korall Koral und nimmt die kleinen Zuschauer spielerisch mit in eine magische Unterwasserklangwelt. Das belgische Theater de Spiegel ist gleich mit zwei Stücken für Kinder von 6 Monaten bis 3 Jahren zu Gast: Trommeln! (Niet drummen) und Nest entführen die allerkleinsten Zuschauer in eine poetische Bilder- und Klangwelt, die ganz ohne Sprache auskommt. In Hui! (Woei!) lassen die Musiker von Alle Hoeken van de Kammermuziek einen Wind durch ihre Instrumente wehen und verwandeln ihn mit ihrem Atem in geheimnisvolle Musik für Kinder von 1 bis 4 Jahren.
Unabhängig von jeder Altersempfehlung sollte man außerdem eine ganz besondere Premiere nicht verpassen: Die Junge Oper Mannheim wird zu Festivalbeginn ihren speziell konzipierten und gestalteten Klangspielplatz im Unteren Foyer des Opernhauses einweihen. Kinder wie Erwachsene können die aufsehenerregenden Klangskulpturen nach Anmeldung bespielen und in Workshops erforschen.

 

Das Festival Happy New Ears markiert einen Höhepunkt in der Entwicklung der Sparte Junge Oper am Nationaltheater Mannheim. Für dieses Programm vereinen sich die Kompetenzen der Sparten Oper und Kinder- und Jugendtheater (Junges Nationaltheater). Seit ihrer Gründung 2006 widmet sich die Junge Oper Mannheim der Entwicklung eines zeitgenössischen Musiktheaters für Kinder und Jugendliche. Die Gründer der Jungen Oper Mannheim, NTM Opernintendant Prof. Dr. Klaus-Peter Kehr und die Intendantin des Jungen Nationaltheaters, Andrea Gronemeyer, wollten mit ihrem Projekt neue Wege beschreiten. »Die Junge Oper Mannheim begreift sich als Experimentierraum und Impulsgeber: Hier soll zeitgenössisches Musiktheater entstehen und präsentiert werden, das dem jungen Publikum Lust auf Opern und die Fähigkeit zur Rezeption komplexer musiktheatraler Ereignisse vermittelt und seinen ästhetischen Horizont erweitert«, so Andrea Gronemeyer. Mit dem designierten Opernintendanten am NTM, Albrecht Puhlmann, wird die Junge Oper ab 2016/2017 in diesem Sinne weitergeführt und zugleich um neue Impulse bereichert. Klaus-Peter Kehr, Albrecht Puhlmann und Andrea Gronemeyer wählten deshalb das Programm des Festivals gemeinsam aus, unterstützt von der leitenden Operndramaturgin des Staatstheaters Mainz, Ina Karr.

 

Der Vorverkauf für das Festival läuft.
Karten unter 0621 1680 302  0621 1680 150 oder online unter nationaltheater-mannheim.de

 

»HAPPY NEW EARS – Musiktheater für junges Publikum« ist ein Europäisches Festival des Nationaltheaters Mannheim in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

  • Foto „Mein Bruder Don Juan“ © Markus Gårder

 

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