Jeden Dienstag „Welcome-Café“ in der Weinheimer Nordstadt

Es war ein Bild voller Symbolkraft: Ein junger Mann arabischer Herkunft betrat die Bühne im Gemeindehaus der „Liebenzeller Gemeinde“ und griff zum Mikrofon, die knapp hundert Menschen im Saal verstummten kurz. Neugierig. Menschen jeder Hautfarbe und jeder Facon. Alte, junge, Kinder waren darunter, Menschen aus den aktiven Kirchengemeinden der Nordstadt, Pfarrerin Ute Haizmann, Pfarrer Johannes Bold, Bernd Alber als Gastgeber. Dann begann der Mann, ein Lied zu singen, auf Arabisch. Die ersten Handys gingen nach oben, um die Szene zu filmen. Die Gäste begannen zu klatschen, zu lachen, mitzusingen. Einige nahmen sich in die Arme. Einige wurden sich der Symbolik bewusst: Der Mann sang unterm Christenkreuz, das im Gemeindesaal die Wand ziert, und vor dem Adventskranz – Advent heißt Ankunft.

So faszinierend für viele verlief das erste größere Treffen von Flüchtlingen aus der Unterkunft im früheren Diesbach-Druckhaus und den Nordstädtern; organisiert von der Stadt, vielen ehrenamtlichen Helfern und den drei christlichen Nordstadtgemeinden. Mehr als 150 Menschen trafen sich; wie gut, dass es genügend Kuchenspenden gab.

Es ist faszinierend: Mit der Zahl der Flüchtlinge wächst in Weinheim offensichtlich auch die Gastfreundschaft, wie bei diesem ersten Welcome-Café – jetzt immer dienstags zwischen 15.30 Uhr und 17.30 Uhr. Refugees and citizens welcome!

Dazwischen, sichtlich gerührt, die beiden jungen Rathaus-Mitarbeiterinnen Anja Rettig und Alicia Rehberger, die an der Seite der kommunalen Flüchtlingsbeauftragten Ulrike Herrmann derzeit hauptamtlich in der kommunalen Flüchtlingshilfe tätig sind. Für sie war der Moment auch ein Lohn für harte Arbeit.

Infos zur ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit in Weinheim bei Ulrike Herrmann, Telefon 06201 82457, u.herrmann@weinheim.de, Anja Rettig, Telefon 06201 82 391, a.rettig@weinheim.de

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