Meine beste Freundin, ihr Baby und ich

skalPaulinaFoto 3Geschafft! Die kleine Familie ist im neuen Zuhause angekommen.

Paulina erkundet die wie eine Große das neue Zuhause und vor allem ihr erstes eigenes Reich: Ihr Kinderzimmer. In den Farben Lila und Weiß gestrichen verrät es, dass hier eine kleine Prinzessin wohnt.

Ich: „Wie nimmt sie das Kinderzimmer an? Hat sie sich an die neue Umgebung schon gewöhnt?“

Tina: „Alles klappt bisher super. Paulina und ich sind ja immer zusammen. Morgens, nach dem Aufstehen, nutzen wir die Zeit, um in ihrem Zimmer zu spielen. So kann sie sich an die Umgebung und an die neuen Geräusche gewöhnen. Aber natürlich möchte sie auch die anderen Räume erkunden – schließlich kann man sich an den Möbeln ja so schön hochziehen.“

Die letzte Zeit war anstrengend für die kleine Familie. Kein Wunder also, dass Tina mir mit müden Augen gegenüber sitzt, während die kleine Paulina seelenruhig ein Schläfchen hält. Die neuen Eindrücke machen schließlich müde.

Ich: „Wie hat sie den Umzug verkraftet?“

Tina: „Ich bin mir sicher, dass sie genau gemerkt hat, dass sich etwas verändert. Umzugskisten, immer weniger Möbel … das bekommt ein Kind mit. Aber wir haben versucht, sie aus dem Stress herauszuhalten. In letzter Zeit konnten wir zum Glück sehr auf Paulinans Großmütter zählen. Um zu verhindern, dass sie Schwierigkeiten haben wird, sich einzugewöhnen, war es mir wichtig, dass ihr Zimmer als erstes fertig ist und sie sich an die Umgebung gewöhnen kann. Spieldecke, Buchstabenteppich, Spielsachen, alles Bekannte war da, aber es hat ein paar Nächte gedauert, bis sie sich daran gewöhnt hat. Mittlerweile haben wir uns aber drei gut eingelebt.“

 

Vor vier Wochen hat Paulina sich zum ersten Mal selbstständig hochgezogen, jetzt versucht sie erfolgreich einige Momente alleine stehen, wenn sie sich an etwas abstützen kann, wie sie mir nach ihrem Schläfchen in ihrem Kinderzimmer demonstriert. Paulina scheint ein ganz bestimmtes Spielzeug in ihrer Spielzeugkiste zu suchen, wofür man ganz tief graben muss … Fast verschwindet sie völlig in ihrer Kiste und streckt mir ihren Pampers-Po entgegen. Dann taucht sie wieder auf und wedelt vergnügt mit einem Bilderbuch. Auch das wäre also geschafft, denke ich mir und nehme dankend das Büchlein entgegen, das sie mir vor die Nase hält, während sie sich wieder auf ihren Po plumpsen lässt. Es ist aber auch ganz schön anstrengend auf zwei Beinen unterwegs zu sein. „Ich beobachte, dass sie momentan sehr mutig ist und ausprobiert, was sie alles erklimmen kann“, sagt Tina, die schützend hinter ihrer Tochter sitzt, um sie notfalls aufzufangen, falls sie doch einmal unkontrolliert fallen könnte. „Bei jeder Gelegenheit, zieht sie sich auch an mir hoch“, sagt sie. Die Welt von oben und nicht immer nur aus der Froschperspektive zu sehen, ist vielleicht auch irgendwie schöner, denke ich mir.

Ich: „Ist das anstrengend für dich, wenn sie jetzt ihre Umwelt erkundet?“

Tina: „Jetzt ist es wieder so wie am Anfang, als sie noch sehr klein war und ich sie für keine Minute aus den Augen lassen konnte. Ich muss mir genau überlegen, wann ich wo hingehe, weil sie sich überall hochzieht, am liebsten überall umher krabbeln und alles erforschen würde. Aber es ist auch eine schöne Zeit, weil es spannend ist zu sehen, was sie alles kann und wie schnell sie Neues lernt. Wenn ich aber zum Beispiel aufräumen möchte, wird es mühsam, denn wenn ich kehre, dann setzt sie sich mit Vergnügen in den Staubhaufen …“. Ich entdecke Schippe und Besen in der Zimmerecke und kann mir ein Grinsen nicht verkneifen, während Paulina ihre Mama mit großen Kulleraugen wie ein Unschuldslamm anschaut.

Beim Rundgang durch das neue Zuhause fallen mir einige Fotos von Paulina auf. Eine Aufnahme im Schlafzimmer zeigt die frischgebackene Familie mit der vier Wochen alten Paulina. Eingehüllt in einer großen Decke kann man sie kaum richtig sehen. In einem anderen Zimmer steht Paulinas erste Fotoaufnahme, die noch im Krankenhaus aufgenommen wurde. Es zeigt die kleine Paulina, deren Köpfchen und ein Teil ihres Oberkörpers in Tinas Hand liegen. 2400 Gramm wog sie als sie das Krankenhaus verlassen durften. Ein – zugegeben – sehr kleines Baby hat sich mittlerweile zu einem neugierigen und fröhlichen Kleinkind entwickelt.

Heute ist Paulina acht Monate alt. „Einerseits gingen die vergangenen acht Monate langsam, andererseits sehr schnell vorbei“, sagt Tina und schüttelt ungläubig mit dem Kopf, als sie mir ein Fotoalbum mit den ersten Fotos von Paulina zeigt. Große Kulleraugen gucken aus diesem hervor. Die gleichen Augen, die immer größer zu werden scheinen, schauen mich an, als ich über den Rand des Albums auf die Spieldecke schaue.

Tina: „Gestern hat sie auch zum ersten Mal so etwas wie „Papa“ gesagt. Zweimal hintereinander. Beim dritten Mal klang es aber eher nach „Ba-baba-ba“. Aber ich war leider zu spät, um es mit dem Handy aufzunehmen und Markus zu schicken. Aber für den Anfang war es schon mal nicht schlecht.“ Schade eigentlich. Das war wohl ein kleiner Vorschmack darauf, was in der nächsten Zeit bei der kleinen Familie so ansteht.

Während Mama und Papa Erwachsenenkram zu erledigen haben, so hat zumindest für Paulina das neue Jahr ruhig angefangen. „Silvester hat sie im wahrsten Sinne des Wortes verpennt. Sie hat nichts mitbekommen von den Knallern – Gott sei Dank. Um Mitternacht standen wir mit dem Babyphon auf der Terrasse, aber der einzige Ausschlag, der angezeigt wurde, kam von den Raketen“, sagt Tina. Jetzt ist sie gespannt darauf, wann sich Paulinas erste Zähnchen zeigen. „Mal gucken, ob man in den nächsten vier Wochen etwas sieht. In der elften Woche sind sie ja bereits eingeschossen, momentan lassen sie sich aber noch ein bisschen Zeit.“ Paulina, die sich währenddessen mit Inbrunst mit ihrer Rassel beschäftigt, scheint das momentan nicht zu jucken. Schließlich gibt es ja noch so viel anderes zu entdecken. Ihr Leben ist momentan wie eine große Spielzeugkiste: Man weiß nie, was man als nächstes aus ihr herauszieht.

Zur Autorin:

Volontärin Ann-Kathrin Weber hat zwar selbst noch keine Kinder, schreibt aber besonders gern über Kinderthemen. Für StadtLandKind hat sie ihre Freundin Tina durch die Schwangerschaft begleitet und besucht ab sofort Baby Paulina und ihre Eltern einmal im Monat für uns.

 

 

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