Paulinas Tagebuch: Meine beste Freundin, ihre Tochter und ich

Was für ein Abend. Wie alles glitzert. Und wie lecker das duftet. Es hat geklingelt! Das müssen Oma und Opa sein! Am Weihnachtsabend war bei Paulina viel los, schließlich feierte die ganze Familie zusammen unter ihrem Weihnachtsbaum. Doch das Schönste an diesem Tag? Hmm, was war es? Ja! Die Geschenke! Aber bevor es zur Bescherung kam, war Paulina gefragt.

 

Tina: „Wir haben Pauli zum ersten Mal in den Ablauf des Weihnachtsabends miteingebunden. So habe ich ihr erklärt, dass wir vor der Bescherung zusammen singen.“

 

Gesagt getan. Geübt wurde vor dem Weihnachtsabend schon fleißig – sowohl im Kindergarten, als auch mit Mama im Wohnzimmer.

Und da standen sie nun. Tina und Paulina nutzen die Küche als kleine Bühne und sangen vor der versammelten Familie „In der Weihnachtsbäckerei“. „Eigentlich wollte sie alleine singen, aber ich habe ihr geholfen und sie in manchen Passagen unterstützt“, sagt Tina, während wir in eben genannter Küche sitzen. Danach wurde gemeinsam gegessen – und danach ging es endlich an die Geschenke.

 

Ich: „Und hat sie ihr heiß begehrtes Tutu bekommen?“

 

Tina: „Ja, und sie hat sich so sehr darüber gefreut. Sie möchte es ständig anziehen,  dreht sich im Wohnzimmer und läuft auch Zehenspitzen. In dieser Woche hat sie auch ihre allererste Ballettstunde. Sie ist schon sehr aufgeregt und übt schon fleißig.“

 

Während wir Kaffee trinken erkundet Luisa ihre Umgebung vom Buchstabenteppich aus, auf dem schon ihre große Schwester hin- und hergerobbt ist.

Ein Fest jagt ja bekanntlich das nächste – und Ende Dezember ist an diesem Spruch viel Wahres dran.

 

Ich: „Wie habt ihr denn mit den zwei Kindern den Silvesterabend verbracht?“

 

Tina: „Silvester war für uns erstaunlich entspannt. Schon früher am Abend haben wir mit anderen Familien in unserer Straße und mit den Kindern schon ein paar Raketen in die Luft gejagt – falls Paulina doch einschlafen sollte. Und auch damit sie sieht, dass sie vor dem lauten Knallen keine Angst zu haben braucht. Am Abend waren wir mit beiden Kindern dann bei Freunden. Während Luisa Mitternacht in Seelenruhe verschlafen hat, hat Paulina dieses Mal den Jahreswechsel zum ersten Mal bewusst mitbekommen. Das war schön zu sehen.“

 

Na klar war Pauli noch wach. Wenn der Himmel so schön bunt leuchtet und alle Leute um sie herum wach sind. Wer kann da nur schlafen (kleine Schwestern natürlich ausgenommen)?!

 

Ich: „Wie hat sie denn Mitternacht wahrgenommen?“

 

Tina: „Wir standen zusammen auf der Terrasse und hatten einen tollen Blick über die Rheinebene. Pauli war total fasziniert von den Raketen und zeigte uns am Anfang noch jede einzelne, die sie entdeckt hat – bis sie eben gemerkt hat, dass es ganz viele Raketen zu sehen gab. Sie war auch kaum wieder ins Haus zu bringen. Wenig später ist sie aber auf meinem Arm total überwältigt eingeschlafen.“

 

Kein Wunder, selbst wir finden ja noch den Silvesterhimmel überwältigend. Wie es da wohl erst der kleinen Paulina ergangen sein muss…

 

Vieles steht im neuen Jahr für Paulina und ihre Familie an. Aber das erstmal Allerwichtigste fängt beginnt ja jetzt: Ballett. Pauli wäre aber nicht Pauli, wenn sie nicht mehrere Interessen hätte – auch in Sachen Sport. So ist es nicht verwunderlich, dass Paulina, als kleines Fangirl mit passendem T-Shirt der Mannheimer Adler, schon bereits zum zweiten Mal bei einem Mittagsspiel der Eishockey-Mannschaft dabei war. „Sie teilt das Hobby ihres Papas“, sagt Tina und nimmt einen großen Schluck aus der Kaffeetasse. „Und sie schreit die Fan-Gesänge mit“, sagt Tina. Ganz allein mit Mama und Papa war Pauli also im Stadion. Es war schließlich „Pauli-Tag“, d.h. Mama und Papa haben sich nur um sie gekümmert, während Luisa bei Oma war. „Das klappt selten, aber wir machen es sehr gern. Beim ersten Besuch im Stadion ist Pauli vor lauter Aufregung im Stadion eingeschlafen. Dieses Mal war sie aber voll dabei.“

 

Ballett? Check! Eishockey? Nochmal check! Was gibt’s noch? Ach richtig, Bowlen!

 

So ging es zwischen den Jahren für Pauli mit ihrer ganzen Familie zum ersten Mal auf eine Bowlingbahn. Sie war am Anfang skeptisch – auch wenn es darum ging, fremde Schuhe anzuziehen. „Pauli war wie wir alle auch als einzelner Spieler gemeldet. Ich habe ihr gezeigt, wenn ihr Name auf der Anzeige geleuchtet hat. Sie hat es sehr gut gemacht“, sagt Tina stolz. Manchmal hat sie ihr aber ein klitzekleines bisschen geholfen, hat aber keiner gemerkt.

Ballett, Eishockey, Bowlen – das ist alles schön, aber leider nicht unter freiem Himmel. Deshalb hofft Paulina sehr, dass es nochmal schneit. „Sie möchte so gerne einen Schneemann in unserem Garten bauen. Außerdem hat sie einen Schlitten geschenkt bekommen – und den möchte sie natürlich unbedingt ausprobieren.“

 

Ich muss los, aber noch im Flur fallen mir die vielen Postkarten und kleinen Zettel auf, was Tina an meinem Blick bemerkt. „Pauli verteilt jetzt schon Einladungen zu ihrem Geburtstag im Mai – ganz egal, ob es sich dabei um Postkarten oder Polaroidbilder handelt“, erklärt Tina.  Aber sie hat Recht, man kann nicht früh genug an die Geburtstagsfeier denken – schließlich gibt es dann ja auch wieder? Richtig, Geschenke… „Ich wurde auch schon mehrfach eingeladen“, sagt Tina. Wenn sich Pauli aber manchmal mit ihrer Mama ein wenig kabbelt, dann sagt sie trotzig und mit verschränkten Armen: „Ich lade dich nicht zu meinem Geburtstag ein.“ Ich habe letztens auch einen selbst gebastelten Brief von ihr bekommen und ich gehe fest davon aus, dass er als Einladung gemeint war. Liebe Pauli, ich habe mir seit drei Jahren den 15. Mai ganz dick im Kalender angestrichen. Ich bin dabei!

 

Später am Abend telefoniere ich noch einmal mit Tina, die gerade mit Pauli vom Schwimmen nach Hause fährt. Wenn wir via Freisprechanlage telefonieren, dann heißt das auch automatisch, dass mindestens eine kleine Person mithört – und sie hört wirklich zu. Ich muss also aufpassen, was ich sage. So vergesse ich im Eifer des Gefechts schnell meine vorher zurechtgelegten und kinderohrentauglichen Textpassagen und ein „sch…“ rutscht mir raus. Zu spät!

 

Tina: „Pauli, dein Einsatz!“

Ich: …?

Paulina: „Scheiße sagt man nicht, es heißt Scheibenkleister.“

Ich: …

Paulina: „Scheiße sagt man nur, wenn etwas blöd ist.“

 

Was soll ich sagen? Die kleine Dame hat – wie so oft – Recht.

 

Von Ann-Kathrin Weber

 

Über die Autorin:

Redakteurin Ann-Kathrin Weber hat zwar selbst noch keine Kinder, schreibt aber besonders gern über Kinderthemen. Für StadtLandKind hat sie ihre Freundin Tina durch die Schwangerschaft begleitet und besucht Paulina und ihre Eltern einmal im Monat für uns.

15. Januar 2018

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