Steinbruch in Dossenheim

Für Familien ist der stillgelegte Dossenheimer Steinbruch Leferenz längst kein Geheimtipp mehr – aber ein super Ausflugstipp für jede Jahreszeit.

Die Geschichte von Dossenheim – vor den Toren Heidelbergs – ist mit dem Gesteinsabbau in den Steinbrüchen stark verwurzelt. Die ersten Gesteinsarbeiten soll es bereits um 1760 gegeben haben. 1882 haben die Gebrüder Leferenz mit dem Gesteinsabbau am Südhang des Hohen Nistler begonnen. Bis 1985 wurde im Steinbruch Leferenz dann auch Quarzporphyr abgebaut, ehe der Betrieb stillgelegt wurde. Für das Gelände des Steinbruchs Leferenz hatte der Gemeinderat bereits 1996 einen Bebauungsplan beschlossen. Das Funktions- und Nutzungskonzept sah eine kombinierte Nutzung für Freizeit und Erholung, Rekultivierung und Renaturierung vor. Seit Mai 2009 ist der Steinbruch für die Bevölkerung zugängig und für Ausflügler längst kein Geheimtipp mehr. Als Teil des Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald wurde er mittlerweile sogar zum UNESCO-Geopark ausgezeichnet – weltweit einzigartig. Die Bergstraße hat jedenfalls mit dem größtenteils ganzjährig zugänglichen Steinbruch eine ganz besondere Attraktion.

Steinbruch-Ausblick

Wanderweg, Museumsbereich und Eisenbahnrundkurs. Nachdem viele bürokratische Hürden überwunden wurden – vor allem mussten Naturschutzbehörden mit einbezogen und Versicherungsfragen geklärt werden – konnte der ehemalige Steinbruch also seiner neuen Bestimmung übergeben werden. Entstanden ist ein attraktiver, ausgeschilderter, mehrere Kilometer langer Wanderweg, gesäumt von Biotopen bis hoch zu den „Drei Eichen“. Warum sind Granit und Quarzporphyr zwei ungleiche Geschwister? Was passierte bei der Vulkankatastrophe vor 290 Millionen Jahren, aus der das Gestein hervorging, das in den vergangenen Jahrhunderten Gegenstand der hiesigen Abbautätigkeit war? Die Geschichte der Steinbruchindustrie wird anhand der noch erhaltenen Brecheranlage lebendig und die gewaltigen Steinbruchwände geben dem Betrachter eine Vorstellung von den riesigen Felsmassen, die im Lauf der Zeit hier abgebaut, weiterverarbeitet und abtransportiert worden sind. Erd- und Wirtschaftsgeschichte sind hier eng verwoben und werden durch neun Geopunkt-Tafeln und den im Steinbruch befindlichen Museumshof der Gemeinde Dossenheim wieder zum Leben erweckt. Und wie eng das Gestein mit der Kunst verbunden ist, zeigen die Skulpturen des Bildhauers Knut Hüneke, der sein Atelier ebenfalls direkt im Steinbruchgelände hat, auf eindrucksvolle Weise.

Steinbruch

Viele seiner Werke aus Porphyr sind in dem Freiluftmuseum ausgestellt. Große Figuren weisen den Weg hin zum Museumshof, wo der frühere Steinbruchbetrieb dargestellt wird. Auf die Besucher wartet eine eindrucksvolle Kulisse – inmitten der gut erhaltenen Steinbrecheranlagen, die als Zeitzeugen einer längst vergangenen Epoche emporragen. Auch die Eisenbahnfreunde Schilling sind im Steinbruch zu Hause. In jahrelanger Arbeit haben sie die Schienen für die alten Loren wieder flottgemacht und einen Rundkurs angelegt. Besucher können zu bestimmten Terminen die 280 Meter lange Fahrstrecke durch den Porphyrsteinbruch mit der kleinen Bahn erleben.  Im Vordergrund steht allerdings die Vermittlung der Arbeit im Steinbruch und im Bergbau in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Daher werden auch Museumszüge mit Kipploren und Bergbauförderwagen gefahren und historische Fördertechnik wie Bremsberg und Rundkipper vorgeführt. Die alte Technik wird dabei ausgiebig erklärt. Kurzum: Der Dossenheimer Steinbruch Leferenz ist ein ideales Ausflugsziel für Familien.

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