Produkttest: Was steckt in der „Wummelkiste“?

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Eine Mutter, ein Kind, eine Kiste: Wir testen ein Bastel-Abo.

Ein Bericht von Sarah Hinney

Wummelkiste – schon mal gehört?  Genau. Wir auch. Ausprobiert? Bislang nicht. Aber jetzt!
Bei der Wummelkiste handelt es sich um eine Art Bastel-Abonnement  für Kinder. Das Prinzip ist so einfach wie genial. Einmal pro Monat kommt eine Kiste per Post. Der Hersteller verspricht drei bis vier Bastelanleitungen pro Kiste, geeignet für Kinder im Alter von drei bis acht Jahren. Jede Kiste behandelt ein anderes Themengebiet, zum Teil passend zur Jahreszeit.

Entwicklung fördern

Die  Kisten sollen nicht nur als Spielbeschäftigung dienen, sondern die Kinder auch in verschiedenen Entwicklungsfeldern fördern, heißt es auf der Homepage des Wummelkisten-Herstellers. Und weiter: „Die unterschiedlichen Spiel- und Bastelprojekte fördern verschiedene Entwicklungsfelder bei Kindern und lassen sich unterschiedlichen Methoden zuordnen“.

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Das Besondere daran: Sämtliche Materialien zum Basteln liegen den Kisten garantiert bei. Man kann also sofort loslegen. Ganz billig ist der Bastelspaß bei so viel Pädagogik und Material aber freilich nicht.
Eine Wummelkiste kostet 24.95 Euro.

Lohnt sich das?

Wir haben es ausprobiert und eine Wummelkiste bestellt. Das geht ganz einfach online über die Homepage www.wummelkiste.de.
Was mir spontan gefällt: Ich kann das Wummelkisten-Abo monatlich kündigen, eine einfache E-Mail genügt. Ich kann auch mit einzelnen Kisten „pausieren“, ein großes Risiko gehe ich also nicht ein. Die erste Kiste darf ich „bei Nichtgefallen“ auch wieder kostenlos zurückschicken.
Aber, wer macht das schon?

Unser Testkind M. (Name von der Redaktion geändert) ist gerade sechs Jahre alt geworden. Der Hersteller verspricht, dass Kinder die Bastelaktionen größtenteils selbständig durchführen können und nur ein wenig Hilfestellung benötigen  – wir sind gespannt!
Die Lieferung geht  flott, knapp  24 Stunden nach unserer Online-Bestellung haben wir unsere erste Wummelkiste in der Hand. Ich bin etwas skeptisch, irgendwie habe ich sie mir größer vorgestellt und schwerer. M. hat sich gar nichts vorgestellt und ist einfach restlos begeistert davon, dass sie ein Paket bekommen hat auf dem auch noch ihr Name steht. Außerdem ist sie unglaublich  neugierig, was da drin sein könnte. Die Begeisterung beim Öffnen sieht man ihr an.  Das Thema unserer Wummelkiste lautet „Zaubern“. Wir entdecken drei lose in buntes Seidenpapier eingeschlagene Pakete, ein Begrüßungsschreiben und eine kleine Geschichte über das Zaubern.

 Wir öffnen Paket Nummer 1

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„Oh, guck mal, wie schön!“ 

Es gibt kein Halten mehr, natürlich möchte M.  sofort loslegen. Darf sie auch, ich halte mich zurück. Schließlich soll sie basteln und nicht ich. Mit dem Material im ersten Päckchen soll ein „magischer Begleiter“ gebastelt werden. Inhalt: Ein kleiner schwarzer Jutebeutel, ausgestanzte Filzteile und ein Päckchen mit Füllwatte. Dazu eine bunt bebilderte Anleitung auf festem Karton, die Kinder, auch wenn sie (noch) nicht lesen können, sofort verstehen.

Wummel5    Die Anleitung ist  verständich und sieht  schön aus.

Zusätzlich benötigt werden lediglich eine Schere und einen Klebestift. Die Schere liegt jeder ersten Wummelkiste bei, unserer also auch. Und die leidige Suche nach dem Klebestift in den Tiefen des hauseigenen Bastelschrankes entfällt ebenfalls, den finden wir auch in der Kiste. Toll!  Statt Kleber zu suchen, kann ich also entspannt Kaffee kochen. Oder doch nicht?

Jetzt sollen nämlich – laut Anleitung – von der kleinen Jutetasche beide oberen Ecken abgeschnitten werden.  Das kann M. theoretisch durchaus, aber das Ergebnis gefällt ihr nicht, weil es nicht exakt so aussieht, wie auf der Anleitung. Hilfe naht, ich schnipple die Ecken ab. Das stellt auch mich als Bastel-Muffel  nicht vor größere Herausforderungen und M. ist mit dem Ergebnis glücklicherweise zufrieden.

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Die Füllwatte kann M. selber aus der Packung schneiden und problemlos in die Jutetasche füllen. Nun soll der gefüllte Stoffbeutel oben mit Klebestift zugekebt werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das hält. Tut es aber. Ohne Trockenzeiten. Sofort. Ich bin beeindruckt. Hilfestellung ist nicht nötig, das schafft M. alleine. Auch das „Umklappen“ und erneute Festkleben ist überhaupt kein Problem und geht ganz fix. Vielleicht fast ein wenig zu fix. Schon ist der „Körper“ des  „magischen Begleiters“ fertig. Schnell werden die vorgestanzten Filzteile von M. aus dem Tütchen geschüttelt und schwarze Pupillen auf Augen geklebt.

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Das Zusammenkleben der vorgestanzten Filzteile geht schnell. Falsch machen kann man nichts.

Ebenso geschwind bekommt ehemalige Jutebeutel nun einen Schnabel, Augen, Flügel und Füßchen.

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Der Jubel ist groß: Fertig ist die Eule!

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M. ist restlos begeistert über den schnellen Erfolg und sehr stolz auf ihren „magischen Begleiter“. Sie will sofort  weiterbasteln, aber die beiden anderen Pakete heben wir erst einmal auf.

Unser Fazit von Paket Nummer 1 aus der Zauber-Wummelkiste :

Pro:

  • Die Wummelkiste ist insgesamt sehr kindgerecht gestaltet und begeistert bestimmt auch beim zweiten oder dritten Mal.
  • Auch als skeptische Mutter muss ich gestehen: Die Sachen sind wirklich schön.
  • Es ist spannend für die Kinder, sich vom Inhalt der Kiste überraschen zu lassen.
  • Die Materialien sind  hochwertig. So gesehen ist der Preis von rund 25 Euro für die Kiste tatsächlich nicht zu hoch.
  • Da in jeder Wummelkiste mehrere Bastelaktionen stecken, können auch Familien mit mehrern Kindern von einer Kiste profitieren.
  • Die Anleitung ist leicht verständlich, auch für kleine Kinder nachvollziehbar und sehr liebevoll gestaltet.
  • Im Fall der Eule ist die Herstellung sehr einfach und es wird wenig Material benötigt. Wir können also problemlos einen zweiten „magischen Begleiter“ für M.s  großen Bruder basteln.
  • Und: Die Kisten sind nicht geschlechtsspezifisch und so für Jungs und Mädels gleichermaßen geeignet.

Contra:

  • Ich finde die Kiste für Dreijährige nicht geeignet, auch wenn der Hersteller das anders sieht.
  • Unsere erste Bastelaktion ging unglaublich schnell, die Eule war in rund zehn Minuten fertig. Das ist zwar ein schnelles Erfolgserlebnis fürs Kind, aber der Bastelspaß ist eben  schnell wieder vorbei.
  • Mir persönlich fehlt die Kreativität. Die Anleitungen sind so gestaltet, dass nichts schiefgehen kann. Theoretisch klingt das erst mal gut. Praktisch bedeutet es aber, dass Kinder weder ihr Improvisationstalent unter Beweis stellen, noch eigene Ideen in die Bastelaktion einfließen lassen können. Das Ergebnis sieht immer gleich aus. Die persönliche „Note“ fehlt.  Dem hätte man im Fall der Eule leicht abhelfen können: Wenn Augen, Schnabel und Flügel nicht vorgestanzt wären und die Kinder die Figuren selber aus Filz ausschneiden müssten, dann wäre jede Eule anschließend ein echtes Unikat.

Aber, wir basteln weiter und berichten weiter. Und wer ebenfalls Lust bekommen hat, die Wummelkiste auszuprobieren, der kann sie hier bestellen.

https://www.wummelkiste.de/

 

 

 

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