„Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“

Die kleine Hannah beißt nachdenklich in ihren Apfelschnitz. „Der wächst am Baum“, erklärt sie dem gleichaltrigen Aslan, der neben ihr sitzt. Er nickt und erzählt angeregt über den Besuch im Obstladen, als der Bauer erklärt hat, wie Äpfel wachsen. Die Kinder unterhalten sich angeregt; beim Essen plaudert es sich so gut. Rebekka Bisping und ihre Kolleginnen hören den beiden aufmerksam zu. sie unterstützen, wenn das passende Wort fehlt, oder wenn ein Satz auf dem Weg bis zur Zungenspitze ein bisschen ins Holpern gerät und sie geben ein Feedback, indem sie die Sätze der Kinder korrekt wiederholen.

In der KiTa Kuhweid im Westen Weinheims wird auf die richtige Sprache besonders geachtet. Die städtische Einrichtung in der Konrad-Adenauer-Straße wird vom Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ gefördert, das jetzt gerade wieder verlängert worden ist. Bundestagsabgeordnete Franziska Brantner (Grüne) erkundigte sich deshalb in diesen Tagen, wie das Bundesprogramm in Weinheim umgesetzt wird – und sie war schnell überzeugt, in Berlin die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Carmen Harmand, Leiterin des Amtes für Bildung und Sport, Sarah Kinkel, die im Fachamt für die Qualitätsstandards der KiTas zuständig ist, und Antje Kerschbaum, Leiterin der „Kuhweid“, begrüßten die Politikerin vor Ort, führten sie durch die Einrichtung – es ist die größte der Stadt – und besuchten eine Gruppe, die gerade einen Imbiss einnahm und dabei angeregt über die Lebensmittel auf dem Tisch plauderte.

Dort erklärte Sprachberaterin Rebekka Bisping wie das Sprachenlernen in der KiTa in den Tagsablauf einfließt und so spielerisch wie möglich die Kinder zum richtigen Sprechen bringt. Denn wenn die Sprache der Schlüssel zu Welt ist, wie das Motto des Programmes heißt, dann sind vielen Kindern noch Türen verschlossen, bevor sie in eine Einrichtung aufgenommen werden. 70 Prozent der Kinder in der „Kuhweid“, berichtete Antje Kerschbaum, „haben einen Migrationshintergrund, für 40 Prozent ist Deutsch sogar Zweitsprache“ – das heißt, in der Familie wird anders gesprochen.

Rebekka Bisping, die seit April 2016 zum Team der „Kuhweid“ gehört, übt nicht nur mit dem Kindern selbst das gute Sprechen, sie gibt auch den Eltern wertvolle Tipps und schult die Kollegen und Kolleginnen, wie sie die Sprachförderkonzepte umsetzen und Sprachförderung in den pädagogischen Alltag integrieren. „Dadurch findet eine weitere Professionalisierung unseres KiTa-Teams statt und alle Kinder können so von der alltagsintegrierten Sprachförderung profitieren“, bestätigte Antje Kerschbaum. In Folge der besseren Verständigung werden Entdecker- und Lebensfreude gestärkt; die Kinder werden selbstbewusster.

Franziska Brantner ließ sich Zeit in der Weinheimer KiTa und machte sich in aller Ruhe ein Bild davon, wie Bundesmittel vor Ort sinnvoll eingesetzt werden – als Anlage in den jungen Menschen, die für das Land die Zukunft sind.

 

 

 

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