Weinheim: Denn Lesen macht stark

Lesepaten Lesen macht stark

Das Foto zeigt die beiden ehrenamtlichen Lesebegleiterinnen Ulla Diaco und Gila Haase.

 

Bündnis aus Bildungsbüro, Johann-Sebastian-Bach-Schule und Stadtbibliothek geht neue Wege: Leseförderung mit Tablets

Weinheim. Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer immer turbulenteren Medienwelt auf. Dabei spielen klassische Medien wie Bücher eine ebenso große Rolle wie die noch jungen digitalen Angebote. Aber auch für diese Form der Mediennutzung ist die Voraussetzung immer die Fähigkeit zu lesen. Und genau da setzt das Projekt „Lesen macht stark. Lesen und digitale Medien“ an. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“, umgesetzt vom Deutschen Bibliotheksverbund in Kooperation mit der Stiftung Digitale Chancen.
Im Mittelpunkt des Projektes steht die Leseförderung mithilfe digitaler Medien von Kindern und Jugendlichen, für die der Zugang zu Bildung und Kultur nicht selbstverständlich ist. Die Umsetzung soll mit Hilfe von Ehrenamtlichen erfolgen, die hierfür umfassend qualifiziert werden. Aufgerufen waren Bibliotheken, Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit sowie der kulturellen Bildung, in ihren Städten und Gemeinden „Bündnisse für Bildung“ zu bilden.
Das Bildungsbüro Weinheim/Integration Central hat in der Johann-Sebastian-Bach-Schule und der Stadtbibliothek schnell lokale Bündnispartner gefunden. Gemeinsam wurde ein Konzept erarbeitet, wie das Projekt vor Ort umgesetzt werden kann und wie hier auch Ehrenamtliche eingebunden werden können. Zur Auswahl standen verschiedene, nach altersspezifischen Vorlieben ausgewählte Maßnahmen wie z.B. „Über das Lieblingsbuch bloggen“, „eine Fotostory entwickeln“, „Kinderbuchhelden im Netz nachspüren“ oder „Bilderbücher multimedial entdecken“. Das Weinheimer Bündnis entschied sich für die Fotostory und wurde aus vielen Bewerbern von einer Jury für die Projektidee „Helden gibt es überall“ ausgewählt.

Anknüpfend an das Interesse von Kindern und Jugendlichen an digitalen Medien soll eine vorgelesene Geschichte durch den Einsatz von Tablets vertieft und kreativ weiterentwickelt werden und mithilfe der Ehrenamtlichen zu einer Fotostory zum Thema „Helden“ verarbeitet werden.
Zuerst stellt sich die Frage: Haben die Schüler von heute überhaupt noch „Idole“, „Vorbilder“, „Helden“ und was verbinden sie mit den Begriffen ? 12 ausgewählte Schüler der JSB-Schule werden nach den Sommerferien dieser Frage nachgehen und sich auf die Suche nach Helden machen. In der Stadtbibliothek werden ihnen die Abenteuer berühmter Superhelden vorgelesen: Von Robin Hood bis Lucky Luke, von Pippi Langstrumpf bis Batman, von den wilden Kerlen bis Zorro – wer erlebt die tollsten Abenteuer ? Wer ist der coolste Held ?

Aber Helden findet man nicht nur in Büchern, sondern auch im richtigen Leben. Ein Überraschungsgast erzählt aus seinem „Helden“-Leben und nimmt sie mit an seinen Arbeitsplatz. Inspiriert durch das Gelesene und die Lebensgeschichte des „Helden von nebenan“ werden die Schüler zusammen eine Fotostory entwickeln und diese grafisch umsetzen.

Dabei helfen ihnen die ehrenamtlichen Lesepatinnen, die zuvor von der Stiftung Digitale Chancen eine kostenlose Schulung erhalten. Die Ehrenamtlichen werden mit den Geräten vertraut gemacht und für die medienpädagogische Begleitung ausgebildet. Die Qualifizierung umfasst darüber hinaus alles Wichtige zum Thema Datenübertragung mobiler Endgeräte auf den PC, der Digitalfotografie, der Bildbearbeitung am PC und der Erstellung von sog.Storyboards.
Das Ergebnis werden die Schüler am Ende ihren Eltern, Mitschülern und Lehrern in der Stadtbibliothek präsentieren. Auch hier helfen die Ehrenamtlichen bei der Bedienung der Präsentationstechniken. Unterstützung erhalten sie von einer pädagogischen Honorarkraft, die aus den Fördermitteln bezahlt wird.

Das Bündnis wird bis Ende 2015 das Angebot vor Ort noch mehrfach mit wechselnden Schülern durchführen und so auch die Akteure nachhaltig vernetzen. Und immer dabei sind ehrenamtliche Helfer, die das Projekt eng begleiten.

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