Weinheim: Kindergarten-Bücherei für die Kuhweid

Kuhweid

Eine eigene kleine Leihbücherei nennt die städtische Kindertagesstätte Kuhweid in der Weinheimer Weststadt seit Kurzem ihr Eigen. Wobei, Kuh Wilma würde das bestreiten. Das schwarz-weiße Plüschtier hat nämlich den Kindern erzählt, dass es die rechtmäßige Besitzerin sei, schließlich habe sie den Kindern auch erklärt, wie die Bücherei funktioniere.
Lesen können? Müssen die Kinder dafür nicht, weiß Renate Wisjahn, Erzieherin im Kindergarten, die Wilma üblicherweise ihre Stimme leiht. Kuh Wilma, die Gruppenerzieher oder die Lesepaten des Lions-Club springen ein und helfen. Immer dienstags liest einer der Lesepaten für die Kinder. Jeden Mittwoch kommt Wilma von ihrem Bücherregal herunter, erzählt oder liest vor. Anschließend können sich die Kinder Bücher aussuchen und ausleihen, um sie mit in die Gruppe zu nehmen. „Irgendwann kennen die Kinder ihre Lieblingsbücher so gut, dass sie sie auch ohne den Text zu hören gerne anschauen“, weiß die Erzieherin. Jede Ausleihe wird fein säuberlich notiert auf einer Karteikarte. Wenn ein Kind an einem anderen Tag ein Buch leihen will, kann es immer zu Renate Wisjahn kommen und fragen: „Ist die Wilma da?“
Die rund 1.000 Kinderbücher der Kita waren bislang über die sechs Gruppen verteilt oder standen, nur den Erziehern verfügbar, in einem Dienstzimmer. Dank der finanziellen Unterstützung des Elternbeirats konnten Bücherschränke mit sicherheitsverglasten Türen angeschafft werden. Das Geld stammt aus dem Verkauf von gespendeten Kuchen aus dem Kreis der Eltern auf Flohmärkten und dem vorjährigen Sommerfest. Durch die Bücherei können nun die Kinder selbst besser auswählen, was sie interessiert: „Was mit Dinos!“ – Kein Problem. Die Suche erleichtern kleine Symbole, die auf den Bücherrücken angebracht sind.
Jetzt bekommt noch jedes einzelne Buch eine Karteikarte. Danach soll die Bücherei sogar den Kita-Familien für zu Hause zur Verfügung stehen. Einige Bücher sind auch in fremdsprachigen Ausgaben vorhanden. Hier denkt Renate Wisjahn an die vielen zweisprachigen Kinder in der Kuhweid: „Mein Ziel ist es, auch Eltern zum Mitmachen zu gewinnen, so dass einmal im Monat eine Mutter oder ein Vater ein Buch in seiner Familiensprache vorliest“, ähnlich wie es auch die Stadtbibliothek seit diesem Jahr regelmäßig anbietet. „Das wäre für unsere Kinder mit ausländischer Familiensprache eine große Bereicherung!“

Schon seit 2007 bereichern die Lesepaten vom Lions-Club das Kindergartenleben. Sie unterstützen als Ehrenamtliche, nach außen hin fast im Vorborgenen, die Bildungsarbeit des Kindergarten und sind mit ihrer regelmäßigen Lesestunde eine feste und geschätzte Größe im Kindergartenleben.

Ähnliche Beiträge

Kommentar schreiben