Willkommen im Pipi-Kaka-Land! Oder: Geht das auch mal wieder vorbei?

pipi-kaka-land

 

Liebe S.,

ich hätte diesen Beitrag  auch unter dem simplen Titel „Du Kakawurst“ posten können. Aber lass Uns mal lieber Pipi-Kaka-Land daraus machen…

Damit meine natürlich nicht dich! Und auch nicht unsere Leserinnen da draußen. Nein,  mich. Ich bin die Kakawurst. Wenn es nach meiner kleinen Tochter geht. Wenn sie sauer ist. Und wenn sie so richtig sauer ist, dann bin ich einfach nur „kakascheiße!“

Wie du weißt, habe ich ein gespaltenes Verhältnis zu Schimpfwörtern. Um es mal milde auszudrücken.  Ich habe mich schon mit wildfremden Kindern (und deren Eltern) auf dem Spielplatz angelegt und seit mein Sohn in der gefühlten Vorpubertät ist und seinen Wortschatz ziemlich erweitert hat, halte ich ihm und seinen Freunden oft flammende Vorträge:

Mal ganz philosophisch: „Sprache ist eine Waffe! Sie kann schlimmer verletzen als ein Messer!“

Mal bemüht pädagogisch: „Was hast Du da gerade gesagt? Spast? Weißt Du überhaupt, was das bedeutet?“ (Die Antwort war übrigens: „So was wie ein kleiner Spatz?“)

Oder auch total billig: „Mit dem spielst Du aber nicht mehr!“

So richtig verständlich machen konnte ich mich mit keiner Version. Wenn ich jetzt zur Rettung der Sprachpflege herbeieile, höre ich Dinge wie: „Schnell weg! Die Mutter kommt von F. kommt, die hält uns wieder Vorträge“.

Nach meiner ersten Empörung über den Einbruch der Welt in unsere Kuschelzone hatte ich das Thema eigentlich schon wieder etwas verdrängt, bis mein Sohn eines Tages aus seiner gepflegten, behüteten  Privatschule nach Hause kam und meinte:

„Mama, was bedeutet f … ? „Und was hat das mit meinem Knie zu tun?“

In der Woche zuvor hatte er sich schon darüber gewundert, dass sich zwei größere Schüler als „Mixer“ beschimpft hätten.

(Was f…  bedeutet hat er übrigens dann auch noch rausgefunden. Im Gespräch mit seinen Freunden, meine Antworten waren offensichtlich ungenügend. Freundlicherweise hat er aber angeboten, es mir zu erklären. Bei Bedarf)

Ich schrieb eine empörte Email an seine Lehrerin, die mir in allen Punkten zustimmte und mich nun für den kommenden Elternabend auf die Agenda gesetzt hat. Mit einem Vortrag zum Thema „Umgangssprache“.

Meine Recherchen ergaben allerdings, dass ich mich abregen muss. Psychologen empfehlen einen entspannten Umgang. Keinesfalls sollte man das Kind schimpfen oder das Herausbilden einer „eigenen Umgangssprache“ harsch unterdrücken. Es sei nun mal so, dass sich in Peergroups ein eigner Sprachcodex entwickele. Außerdem seien Schimpfwörter ein nützlicher Kanal für Aggressionen, zum Frustabbau.

Mich erinnert das an die frühe Kindergartenzeit. Ich konnte mich einfach nicht an das Thema der Mutter-Sohn-Unterhaltungen gewöhnen.

„Wie war es denn heute im Kindergarten?“ (Schweigen)
„ Was habt ihr denn so gespielt?  „Hm… Kaka“.
Habt ihr wieder das schöne Lied von der Lerche gesunden
„Nee, das von der Kaka.“
„Okay, und was gab es zu essen?“
„KAKA!“

Hatten wir einen seiner kleinen Freunde dabei, war es noch schlimmer. Die (ewig gleichbleibenden) Antworten wurden nur von wildem Gelächter unterbrochen.

Meine damalige Recherche ergab: Die anale Phase und das Interesse für Körperausscheidungen sei ausgesprochen wichtig für die kindliche Entwicklung. Experten raten davon ab, sie sofort mit Verboten zu überfrachten. Auch und vor allem im Hinblick auf das spätere entspannte Verhältnis zum eigenen Körper. Das hat mir eingeleuchtet. Zumindest bis zum nächsten Kaka-Dialog.

Zwei Tipps blieben mir im Gedächtnis:
1.    Wörter, die wir auf keinen Fall zuhause hören wollen, auf einen Zettel schreiben und gemeinsam feierlich verbrennen.
2.    Vorbild sein.

Und: Spätestens in der Pubertät sei diese Phase dann vorbei. Dann würden Kinder sowieso nicht mehr mit ihren Eltern reden.

Punkt eins war mir irgendwie zu umständlich, ich hätte ständig ein Feuerchen machen müssen…

Aber Punkt 2. Vorbild! Da konnte ich punkten! Dachte ich. Bis ich meine kleine Tochter gestern vom Kindergarten abgeholt habe und wir in einen Stau gerieten. „Nicht wahr Mama“, ertönte plötzlich ihre zarte Stimme von hinten „Die anderen Autos, das sind alles komplette Schnarchsäcke!“

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8. Mai 2014

4 Kommentare

Ich habe mich köstlich amüsiert!! Und bin erleichtert das es bei anderen auch so ist und scheinbar völlig normal auch wenn ich nicht verstehe warum das soo lustig ist. Der Text könnte von mir sein! Meine Jungs sind 6 und 8 und es gibt für die beiden nichts schöneres als über Pipi Kaka (Hundekaka besonders) zu reden. Nachdem ich das jetzt gelesen habe werde ich entspannter damit umgehen!

Zum totlachen xD

dann bin ich ja beruhigt…denn ich muss mir als vater eines dreijährigen dauernd kakhaufen auf der strasse antun und über die beschaffenheit sämtlicher ausscheidungen in der tierwelt unterhalten…das kann ja heiter werden..

Ja meine 5 jährige sagt nur noch kacka

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