Auf in die Eiszeit

Die Menschen der Eiszeit waren sehr sportlich, sie ernährten sich in erster Linie von Fleisch, hatten herausgefunden, wie Steinplatten zu Wärmeflaschen umfunktioniert werden können und hatten großes Interesse an Mode und Schmuck. Das alles erfahren kleine und große Besucher in der nun endlich offiziell eröffneten (aufgrund von Corona musste die Eröffnung mehrmals verschoben werden) Ausstellung „Eiszeit-Safari“ in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim. Der Begriff Safari evoziert Freizeit, Unterhaltung und Abenteuer, aber die Ausstellung bietet viel mehr. Sie ist eine spannende, eindrückliche Reise in eine Vergangenheit, erfüllt von zahllosen Tierarten und einigen wenigen Menschen, die schon damals dazu neigten, ihren Müll überall zu hinterlassen.

Eine Eiszeit-Reise, die niemanden kalt lassen kann.

rem-Generaldirektor und Eiszeit-Experte Wilfried Rosendahl eröffnete die Ausstellung mit großer Expertise und einem aufwändig erstellten Animationsfilm über die Eiszeit – geographisch auf den Bereich zwischen Hamburg und er Schwäbischen Alb konzentriert. „Sie müssen es sich wie einen kalten, sonnigen Wintertag vorstellen“, so Rosendahl. “ Geregnet habe es nur selten, die Feuchtigkeit war in den Gletschern – und im Boden. Dieser war entweder gefroren oder morastig. Minus 25 Grad waren die Regel, aber es konnten an einzelnen Tagen auch sommerliche Temperaturen bis 25 Grad Celsius erreicht werden. Der Film zeigt viele sorgfältig konstruierte und animierte Tiere, die in Herden über das Land ziehen – bei Weinheim gingen übrigens die Höhlenlöwen auf Rentierjagd.

Die Safari führt aber nicht nur zu gewaltigen Pflanzenfressern wie den Mammuts, Büffel oder Riesenhirsch, sie zeigt auch Raubtiere wie Höhlenlöwen, Hyänen und Leoparden.

Zwei getreu aus Silikon nachgebildete Figuren „führen“ durch die Ausstellung: Urs und Lena. Beide haben sich schick gemacht, Urs hat seinen modischen Bart geschmückt. Gekleidet sind sie in Tierhäute. Die Menschen von damals ähneln uns, etwas kleiner waren sie vielleicht und durchweg dunkelhäutig. Die Kulturtechnik der Sprache war entdeckt, Speere und andere Waffen wurden geschickt bei der Jagd eingesetzt. Obwohl ihre Ernährung einseitig auf Fleisch ausgerichtet war, zeigten sie keinerlei Mangelerscheinungen, Beeren und Vogeleier versorgen die Menschen der Eiszeit mit allem, was sie zu einem gesunden Überleben brauchten.

Die Ausstellung blickt aber nicht nur spannend und unterhaltsam in der Zeit zurück, sondern stellt auch Prognosen für die Zukunft. „Denn“, so Rosendahl, „wenn wir die Klimakrise weiterhin ignorieren, wird die Erde irgendwann für uns Menschen unbewohnbar werden. Noch befinden wir uns in der Warmzeit, aber wenn wir nicht umdenken, bricht die Phase der Heißzeit an.“ Großformatige Fotos zeigen ein beklemmendes Szenarium: Den Kölner Dom inmitten türkisfarbenem Meer, flankiert von Palmen.

Mit einer kostenlosen App bekommen die Besucher jedem Ausstellungspunkt weitere spannende Informationen zu Tieren, Menschen und den historischen Funden, wie beispielsweise eine Kette aus Tierzähnen.

Für den Sommer sind Workshops und ein Kinder-Ferienprogramm geplant, bei schönem Wetter bieten sich Ausflüge in die Region an – denn die Eiszeit hat hier bis heute Spuren hinterlassen. Mehr unter: rem-mannheim.de/ausstellungen/eiszeit-safari/digitale-angebote/eiszeit-safari-webstory/

 

Der Einlass ist ohne Testnachweis und ohne Voranmeldung möglich.

Öffnungszeiten

Di – So 11 – 18 Uhr, Mo geschlossen

An baden-württembergischen Feiertagen: 11 – 18 Uhr

Für Schulklassen-Führungen mit Anmeldung ab 9 Uhr geöffnet.

An Heiligabend (24.12.) und Silvester (31.12.) geschlossen

Eintrittspreise:

rem-mannheim.de/info-service/oeffnungszeiten-preise/

25. Juni 2021

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