Was nicht ist, kann nicht verschwinden

Zwei Dinge fallen beim Betrachten der leuchtend gelben Neuerscheinung auf: 1. der Verlag. BELTZ. Wir haben noch nie ein schlechtes oder auch nur langweiliges Kinderbuch aus diesem Verlag gelesen. Zweitens: übersetzt von Miriam Pressler. Immer noch eine unserer Lieblingsautorinnen und Übersetzerinnen.  Zwei Grundvoraussetzungen, dass der neu erschienene Jugendroman: „Was ist, kann nicht verschwinden“ ein wunderbares Buch sein muss. Und so war es dann auch. Was für ein Buch! Ein Jugendbuch, ein „Coming-of-Age„- Roman, ja, aber auch Erwachsene können es lesen und werden von der Geschichte des Mädchens Lilly garantiert in den Bann gezogen. Ein intelligentes, spannendes, trauriges Buch von großem Witz.

Ein Lieblingsbuch!

Die hochbegabte Lilly lebt mit ihrer Familie in Tel Aviv. Es sind Sommerferien und ihre Freunde sind alle im Astronomie- oder Mathematikcamp. Da wäre Lilly jetzt auch gerne, denn ihre, auf unumstößlichen Wahrheiten und exakten Berechnungen beruhende, Welt gerät ins Wanken. Ihre Eltern trennen sich. Das kann doch nicht sein. Oder?

Im Lehrbuch von Lillys Astronomiekurs  zur AG »Junge Forscher« hat jemand auf der erste Seite folgenden Satz eingekreist: „Viele Fragen haben keine richtige Antwort“. Das kann nicht stimmen, weiß Lilly. Es gibt immer richtige Antworten. Wie konnte es also passieren, dass sich ihre Eltern nicht mehr verstehen? Wieso ist ihr Vater ausgezogen und wohnt jetzt in einer eignen Wohnung. Und woher hat er plötzlich so viel Geld und das schicke neue Auto? Während sich ihre Eltern beim gemeinsamen Termin mit einer Psychologin anschreien, löst Lilly lieber komplizierte Matheaufgaben im Kopf.

Als Lilly kurze Zeit später einem Schaf begegnet, beobachtet sie ungläubig, wie das Tier mit seinen Ohren zu kommunizieren scheint. Rechts wackeln, ja. Links wackeln, nein. Sie kann mit dem Schaf kommunizieren! Lilly hat die irre Idee, ihre Eltern mit Hilfe des Schafs wieder zusammenbringen, und adoptiert das Tier. Doch nichts wird besser, sondern alles immer komplizierter. Wie kann man ein Schaf unbemerkt unterbringen und versorgen? Da taucht ein Junge auf, Sohar,  der seine eigenen Geheimnisse mitbringt. Kann er Lilly helfen, ihre Welt neu zu ordnen?

Geschrieben ist der Roman ausnahmslos in und aus Lillys Perspektive; die staunend erkennt, wie sich ihre Welt verändert und wie hilflos und wirr und auch kindisch die Erwachsenen um sie herum agieren, die doch eigentlich für sie und ihr Wohlergehen verantwortlich sind.

Übersetzt ist die Geschichte in ein so wunderbares und perfektes Deutsch, wie es in der Sparte Jugendbuch nur Miriam Pressler kann. Leicht und präzise, treffsicher und ohne ein unnötiges Wort.

Absolute Leseempfehlung! 

Amalia Rosenblum: Was ist, kann nicht verschwinden
Für Jugendliche ab 12 Jahren.

Übersetzt aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler

Deutsche Erstausgabe, 1. Auflage 2018, 16.95.-

Leseprobe

Zur Autorin: Amalia Rosenblum, geboren 1974 in New York, wuchs in Tel Aviv auf. Sie studierte in New York Philosophie, Anthropologie und Psychologie und lebt als Schriftstellerin und Drehbuchautorin in Tel Aviv. Bei Beltz & Gelberg erschienen von ihr „Der schönste Hundesommer der Welt“ und „Was ist, kann nicht verschwinden“.

VERLOSUNG!

Gewonnen hat: Jolie. Wir gratulieren herzlich und wünschen viel Spaß mit dem Buch.

28. August 2018

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