StadtLandKind. | Ausgabe 1/2016

Wie ich eigentlich (nicht-)wollte, dass mein Sohn in einem Werbeclip mitspielt. Oder: Mein Sohn wollte in einem Werbeclip mitspielen, Tausende von Euro verdienen und megaberühmt werden. Alles begann damit, dass ich be- gann für dieses Magazin zu arbei- ten. Und dass ich ständig auf der Su- che nach Kindern war/bin, die Lust und Zeit haben, sich fotografieren zu lassen. Was liegt näher, als erst mal mit den ei- genen Kindern zu starten, bevor sie zu groß sind. Wie jede Mutter finde ich meine Kin- der natürlich ausgesprochen hübsch und fotogen. Dass andere Kinder für so etwas Geld bekommen, er- fuhr mein zehnjähriger Sohn so ganz nebenbei auf dem Schulhof, als sich seine Kumpels über ihn lustig machten. Eine Lehrerin hatte Fotos entdeckt, auf denen er blütenfilzend abgebildet war, und hatte das Magazin begeistert mit in die Schule gebracht. „Mama, das war me- gapeinlich!“ Und über- haupt: der und der hätte dafür Kohle ver- langt… Na gut, überlegte ich. Warum ihn nicht mal bei einer Agentur an- melden und dann seh- en, was passiert. Bei der Auswahl der Agentur ging ich nach dem Zufallsprinzip vor. Dass die von mir ausgesuchte Agentur in Berlin ist, fiel mir erst viel später als mögliche Fehlerquelle auf. Wir leben nämlich in Heidelberg. Aber erst mal Bilder hochla- den und den Fragebogen ausfüllen. Bei „Besonderen Eigenschaften“ erlaube ich mir einen kleinen Scherz und trage ein: „Meine Mama findet alles an mir besonders“. Ansonsten musste man angeben: Alter, Größe, Konfektionsgröße und Hobbys. Sechs Monate vergingen, ich hatte die ganze Angelegenheit wieder verges- sen, mir aber angewöhnt, den Kindern etwas für ihren Einsatz für StadtLand- Kind zu schenken. Plötzlich kam eine Nachricht, „Lieber C., wir haben Dich unserem Kunden XY für ein Shooting vorgeschlagen. Bitte überprüf deine Verfügbarkeit vom XY bis zum XY.“ Das waren fünf Tage, an dreien davon war Schule. Und Drehort war Dresden. Trotz lauter Proteste des Kindes musste ich na- türlich absagen. Zwei Tage später kam wieder eine Nachricht: Drehort ist Würzburg, gedreht wird nur am Wochenende. Das klang schon besser. Zögernd klickte ich „Zusagen“ an. Ich hatte mir das alles anders vorgestellt. Irgendwie glamouröser. So mit Casting und Setcards. Zwei Tage später eine weitere Nachricht. Drehort Kempten im Ich hatte mir das alles irgendwie glamouröser vorgestellt Oder? es „SCHUUUTINGS“ Bei gibt immer C pcakes!

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