StadtLandKind. | Ausgabe 1/2019

Familienleben 4 Gute Vorsätze können ganz schön an- strengend sein, nicht nur für denjeni- gen, der sie fasst. Familie Engel kann ein Lied davon singen: Seit Silvester 2017/2018 hält Tochter Leni ihre Eltern Laura und Ruben und den jüngeren Bruder Bruno auf Trab. „Plastikmüll reduzieren“, das ist der Plan, den die zehnjährige Schülerin aus Heidelberg geschmiedet hat – und alle sollen mit- helfen. „Leni macht sich permanent Gedanken darüber, wie sie die Welt verbessern kann“, sagt die selbststän- dige Kommunikationsdesignerin Laura Engel-Rieger – und es klingt amüsiert, aber auch sehr bewundernd. Denn Leni hat es geschafft, ihr Thema weiterzutra- gen – in die Schule, in den Freundes- kreis und vor allem in ihre Familie, die seitdem so einiges verändert hat. Eine Woche lang haben die Engels im Ur- laub versucht, gar keinen Plastikmüll zu verursachen. „Wir haben es nicht ganz geschafft, aber wir haben gemerkt, was möglich ist“, so Laura. Stück für Stück versucht die Familie nun, ihren Alltag nachhaltiger zu gestalten – und damit sind die Engels nicht allein. Angesichts von Plastikteppichen im Meer, Feinstaubalarm in den Städten, Nitrat- und Medikamentenrückstän- den im Wasser wird immer sicht- und spürbarer, wie sehr wir uns mit der Belastung der Umwelt selbst schaden. Längst sind nicht mehr nur erklärte „Ökos“ überzeugt davon, dass etwas passieren muss. Das wachsende Um- weltbewusstsein spiegelt sich in stei- genden Zustimmungswerten für die Umwelt-Parteien ebenso wie im immer größeren Zulauf zu Veranstaltungen wie etwa der „Wir haben es satt“-Demonst- ration: Anfang dieses Jahres gingen da- bei in Berlin meh- rere zehntausend Menschen für eine umweltver- trägliche Land- wirtschaft auf die Straße. Angestupst durch Medienberich- te, Schulprojek- te oder schlicht das eigene Erle- ben – Stichwort Dürresommer 2018 – beschäf- tigen sich immer mehr „ganz nor- male“ Familien mit Themen wie Ressourcenverbrauch oder Müllvermeidung. Auch die vierfa- che Mutter Sabine Rath ist ins Grübeln Weniger Müll, weniger Fleisch, weniger Autofahren – Ideen, wie wir unser Leben umwelt- verträglicher gestalten können, gibt es viele. Aber was wenn die hehren Ziele auf den hektischen Familien-Alltag treffen? Wir haben nachgefragt bei zwei Heidelberger Familien, die sich selbst mehr Nachhaltigkeit verordnet haben. Einsteiger Weltretten für Klimaschutz beginnt Zuhause!

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