StadtLandKind. | Ausgabe 1/2022

30 Familienfreizeit „Manchmal herrscht die Meinung vor, dass man zum Yoga-Üben für 60 oder 90 Minuten auf die Matte muss, doch das ist nur eine Möglichkeit. Yoga ist Leben und findet im Leben, also auch im Alltag statt, da es im Yoga nicht nur um die Körperübungen geht“, sagt Sandra Walkenhorst. Beim Yoga gehe es nämlich auch um innerliche und äußerliche Haltung, um Werte, um Möglichkeiten der Stressbewältigung und auch um Resilienz-Entwicklung. „So kann Yoga ganz wunderbar in den (Schul-)Alltag integriert werden. Es braucht keine ganze Schulstunde, um den Schülern etwas mitzugeben; das geht auch hervorragend in ein paar Minuten vor Unterrichtsbeginn, vor einer Klausur oder wenn die Schüler unruhig sind“, erklärt Walkenhorst. Yoga in der Schule könne in Form einer AG oder fächerübergreifend seinen Platz finden – in jedem Fall könnten Schüler auf diesem Wege neben dem Schulstoff auch noch weiterführende Kompetenzen im Sinne des Lernens fürs Leben erlangen – „und dann fügt sich Yoga ganz selbstverständlich in den (Schul-)Alltag ein“, so Walkenhorst. Durch verschiedene Übungen können Kinder lernen ihren Parasympathikus – die sogenannte Bremse im Gehirn, die uns entspannen lässt – zu aktivieren. Es gehe auch darum, den Körper zu verstehen und zu lernen, was man tun kann, um ihn beweglich und gesund zu halten, und welche Tools es gibt, um auch in herausfordernden Situationen klar und handlungsfähig zu bleiben – „das sind Dinge, die mich dann mein Leben lang unterstützen“, erklärt Walkenhorst. Für leicht umzusetzende Anregungen für den Schulalltag empfiehlt sie dasBuch „Yoga in der Schule“ von Mona Bektesi. Erste Ansätze und Fortschritte Gibt es denn Ansätze, Yoga ganz offiziell in den Schulen zu integrieren? „Ja, die gibt es, allerdings leider noch zu selten“, sagt Walkenhorst. Jedoch habe sie schon Fortschritte bemerkt, denn mittlerweile seien viele Schulen und Institutionen durchaus sehr offen für Yoga-Angebote. Schlussendlich entscheide aber der jeweilige Lehrer und auch die Schule, wie und wo ein Yoga-Angebot stattfinden kann. „Doch mein großer Wunsch ist es, dass Yoga ganz selbstverständlich im Schul-Curriculum verankert ist, und daran arbeite ich.“ Ihr Herz gehöre der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. „Da möchte ich etwas bewegen und dazu beitragen, dass sie zu glücklichen und resilienten Erwachsenen heranwachsen“, sagt Walkenhorst. „Yoga soll sich dem Menschen anpassen, nicht umgekehrt“ Yoga und Schule passen ebenso zusammen wie Yoga und Kinder. „Ich sage gerne, dass Kinder Yoga sind. Wir kommen mit einer perfekten Grundausstattung auf diese Welt. Kinder sind achtsam und im Moment, sie haben einen direkten Zugang zu ihren Gefühlen und Bedürfnissen und bewegen sich „Kinder sind Yoga Yoga und Schule – wie passt das zusammen? „Das passt wunderbar“, sagt Sandra Walkenhorst, Diplom-Sozialpädagogin und Kinderyogalehrerin. Seit zwölf Jahren bildet sie im Bereich „Yoga mit Kindern“ aus und immer wieder zählen Pädagogen zu ihren Teilnehmern. Walkenhorst plädiert dafür, Yoga als festes Element in den (Schul-) Alltag zu integrieren, denn Yoga ist „Lernen fürs Leben. Die Kinder und Jugendlichen können unglaublich viel für sich mitnehmen“. Und auch schon kleine achtsame Momente zwischendurch können viel bewirken. Zur Person Sandra Walkenhorst, Jahrgang 1975, verheiratet, Mutter eines 17-jährigen Sohnes, ist Diplom-Sozialpädagogin. Zudem ist sie Kinderyogalehrerin KYA, Yogalehrerin und Thai-Yogalehrerin sowie Autorin, Begründerin von Thai- Kinderyoga und hat, gemeinsam mit ihrem Ehemann, PsYoCo-Psychologisches Yoga-Coaching begründet. kinderyoga-akademie.de “

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