„Fit fürs Leben“

Junge Frauen stärken und sie auf die Herausforderungen des Lebens vorbereiten – das ist das Ziel des neuen Projekt „Fit fürs Leben“ vom Zonta Club Weinheim an der Dietrich-Bonhoeffer-Werkrealschule. „Uns ist es ein Anliegen, die Schülerinnen auf die Herausforderungen des Lebens vorzubereiten, damit sie ihr Leben selbst gestalten können“, erläutert Gudrun Antoni, Präsidentin Zonta Weinheim, die Projektidee.

Gerade im Alter von 13 bis 16 Jahres haben jungen Frauen oftmals Schwierigkeiten sich, auch aufgrund der körperlichen Veränderungen, in ihrem familiären, häuslichen und schulischen Umfeld einzuordnen, heißt es dazu im Bericht von Zonta. Zudem stehen sie vor der Frage nach dem weiteren Schulbesuch oder der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Daher richtet sich das Angebot von Zonta an die beiden 8. Klassen.

„Wir haben die Idee der Zontians gerne angenommen. Die behandelten Themen eröffnen für die Mädchen eine ganz andere Sichtweise. Darüber hinaus erfahren sie, dass sie jemand mit ihren Fragen oder Sorgen ernst nimmt“, gibt Marie-Antoinette Mayer, Schulsozialarbeiterin an der DBS-Werkrealschule, ihre Erfahrungen wieder.

Gestartet wurde zu Beginn des Schuljahres 2018/2019 für 16 Schülerinnen der Klassen 8.3.1 und 8.3.2. Die bisherigen zwölf Einheiten umfassten jeweils zwei Schulstunden im Rahmen des Unterrichts. Gestaltet werden sie in Form von Workshops, kurzen Vorträgen oder Diskussionsrunden. „Die Schülerinnen haben regelmäßig und mit großem Interesse teilgenommen und die Möglichkeit genutzt, das zu fragen, was ihnen am Herzen liegt“, ergänzt Mayer. Die Einheiten gestalten die Zontians selbst oder gewinnen externe Referenten als „Spezialisten“ für einen Themenbereich.

Behandelt wurden bisher Themen wie Rechte und Pflichten beim Umgang mit dem Taschengeld oder Fragen des Jugendschutzgesetzes. Eine Einheit befasste sich mit Körpersprache und der Erreichung persönlicher Ziele. Auch das Thema „Frauengesundheit, Sexualität und Verhütung“ wurde behandelt, einschließlich des Besuchs in einer Frauenarztpraxis. Gewalt gegen Frauen und die Möglichkeiten, sich zu schützen oder Hilfe zu holen, Suchtgefahren und -prävention waren weitere Themen.

Vier Termine gestalteten Anielle Gutmann und Isabelle Braun, Mitarbeiterinnen des „Frauennotrufs gegen sexuelle Gewalt an Frauen und Mädchen“, Heidelberg. Gutmann und Braun behandeln dabei Themen wie sexualisierte Gewalt an der Schule oder auch Rollenbilder. Die Einheit „Selbstbehauptung“ steht noch aus.

„Da der Rhein-Neckar-Kreis unseres Wissens nach, im Gegensatz zur Stadt Heidelberg, an den Schulen bedauerlicherweise kein Geld für die Prävention sexualisierter Gewalt bereitstellt, haben wir uns entschlossen den Schülerinnen diesen Kurs anzubieten. Gerade dieses Thema halten wir für besonders wichtig“, hebt Antoni hervor. Das bestätigen die Teilnehmerinnen. „Das war der beste Kurs. Zum einen konnten wir mitmachen und haben viel für uns gelernt“, sagt die 16-jährige Ceyda. Ihre Mitschülerin Vanesa ergänzt: „Wir konnten über alles reden, auch über unangenehme Sachen. Ich habe auch gelernt, mit Situationen anders umzugehen.“

Nach den Sommerferien stehen bis zu den Herbstferien noch Themen an, die den Übergang Schule-Beruf betreffen. Unter anderem sollen die Fragen nach dem richtigen Beruf oder dem perfekten Auftreten bei Bewerbungen fit machen für das Leben nach der Schule. Haben die Schülerinnen regelmäßig an den Veranstaltungen teilgenommen, werden sie mit einem Zertifikat von Zonta Weinheim „belohnt“.

Für die nächsten 8. Klassen werde „Fit fürs Leben“ weitergeführt, kündigt Antoni an. „Das hören wir gerne, denn Sie leisten etwas ganz Tolles“, lobt Frank Bausch, Rektor der DBS-Werkrealschule, das Engagement der Zontians. „Wir sind sehr froh, dass Zonta das Programm an unsere Schule gebracht hat. Entscheidend ist für uns, was ihnen hilft und guttut“, bringt es Bausch auf den Punkt. Zustimmend äußern sich auch die beiden Klassenlehrerinnen Isabel Egner und Michele Baumann. ist

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