Offene Jugendarbeit in der Weinheimer Weststadt

Die beiden Stadtjugendring-Mitarbeiter  waren selbst überrascht. Als das „Mehrgenerationenhaus“, das „MGH West“, vor kurzem für ein paar Wochen geschlossen war, weil es Zeit war, um aufzuräumen und ein bisschen zu entrümpeln, da war auch der Computerraum im Haus ein paar Tage länger geschlossen. Aber die Jungs und Mädchen, die fast täglich in das Haus in der Konrad-Adenauer-Straße kommen, um sich mit Freundinnen und Freunden zu treffen, waren nur kurz enttäuscht. Dann entfaltete sich neue Kreativität.

„Jetzt“, schmunzelt Jonas Wichert, „wollen alle nur noch Karten spielen oder ein Brettspiel“. Das passt gut, dann das „MGH West“ hat nach ein paar Wochen Pause Anfang Oktober wieder eröffnet. Im früheren „Jugendhaus West“ bietet und organisiert der Stadtjugendring Weinheim e.V. gezielt eine offene Kinder- und Jugendarbeit für den Westen der Weststadt, wo viele Kulturen aufeinandertreffen und eine professionelle Anleitung zum Miteinander-Leben bisweilen besonders wichtig ist.

Nach der Pause haben sich im „MGH West“ die Schwerpunkte ein bisschen verändert. Stadtjugendring-Mitarbeiterin Maria Carmen Mesa Canales hat einen neuen Kollegen zur Seite bekommen, nachdem Daniel Merk zur Schulsozialarbeit gewechselt ist. Der neue Mann heißt Jonas Wichert; er ist außerdem Musiktherapeut, während Maria Canales Kunstpädagogin ist und schon zahlreiche Kunstprojekte mit ihrem MGH-Mädchen erarbeitet hat. So hat die Sozialarbeit im dicht besiedelten „Kiez“ von Konrad-Adenauer- und Kurt-Schuhmacher-Straße einen kulturell-kreativen Schwerpunkt bekommen.

Dazu kommt, dass die Jugendarbeit vor allem den jüngeren Besuchern des Hauses eigene Freiräume einräumen will, je nach Alter und Geschlecht. Es gibt beim Offenen Treff einen festen „Mädchentag“ am Montag (aufgeteilt nach Schulklassen zwei bis vier und Klasse 5), und eine „Jungsgruppe“ am Dienstag sowie eine weitere „Mädchengruppe“ am Mittwoch. Der Offene Treff, an dem jeder auch mal das tun kann, was er will, findet grundsätzlich jede Woche nachmittags von Dienstag bis Donnerstag statt. Der Freitag ist der Projektarbeit vorbehalten.

„Unsere Aufgabenstellung“, beschreibt Stadtjugendring-Geschäftsführer Martin Wetzel, „ist, wie wir den Anforderungen des Sozialraumes an dieser Stelle gerecht werden“. Die Straßenzüge dort sind von einer sehr bunt gemischten Bevölkerung geprägt; nicht alle Bewohner erkennen auf den ersten Blick ihre Gemeinsamkeiten. Das „MGH West“ ist der Zusammenhalt der Kinder im und Jugendlichen im Viertel, es sind immerhin etwa 40 „Kids“, die regelmäßig das Haus aufsuchen. „Wir sind Ansprechpartner in allen Lebenslagen“, beschreibt Jonas Wichert.

Dazu kommt, dass der Flachdachbau im Anbau der „Kuhweid-Kita“ rund ein halbes Dutzend weiterer Projekte beherbergt, einige davon ehrenamtlich geleitet,  und damit seinem Namen „Mehrgenerationenhause“ nach wie vor gerecht wird. Das MGH ist Teil des Netzwerk Mehrgenerationenhaus Weinheim. Dieses ist ein offener Zusammenschluss von Institutionen und Initiativen aus dem Bereich Bildung, Integration, Ehrenamt und Demografie. Haupt- und Ehrenamtliche arbeiten hier eng zusammen, um die generationen- und kulturübergreifende Zusammenarbeit in der Weinheimer Bildungskette zu stärken. Wichtiger Kooperationspartner vor Ort ist das Bildungsbüro Weinheim

Es gibt Kleinkinder-Betreuungsgruppen, Sprachkurse, Hausaufgabenbetreuung, sogar Tanz-, Gymnastik- und Sportgruppen. Auch hier übernehmen die Stadtjugendring-Mitarbeiter die Koordination. Und neue Ideen gibt es auch schon, zum Beispiel für das Außengelände neben dem Bolzplatz oder auch den Terrassenbereich. Wenn im Haus jetzt noch mehr Kreativität geweckt wird, gibt es durchaus Freiraum sie auszuleben

5. November 2018

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