Robbenbaby Kano macht erste Schwimmübungen

Eine gute und eine schlechte Nachricht gibt es aus dem Raubtierrevier im Zoo Heidelberg zu berichten: Die Junge Mähnenrobbe, die Mitte Juni im Zoo Heidelberg geboren wurde, zeigt sich inzwischen fit und aktiv den Zoobesuchern. Der kleine Bulle ist mit seiner Mutter Kelo in einem abgetrennten Mutter-Kind-Becken untergebracht und ab sofort auf der Anlage bei seinen ersten Schwimmübungen zu beobachten. Für Traurigkeit im Zoo sorgte hingegen die Nachricht, dass die weibliche Mähnenrobbe Sneaky im stattlichen Alter von 25 Jahren eingeschläfert werden musste. Sneaky litt bereits längere Zeit unter einer tiefsitzenden Infektion des Innenohrs. Als sich die Infektion schließlich auf das Gleichgewichtsorgan und die Hörmuschel im Ohr ausweitete, entschied das Zoo-Team, die Robbe Anfang Juli von ihrem Leiden zu erlösen.

Junge Robbe übt schwimmen und tauchen im Mutter Kind Becken

Vor vier Wochen, am 21. Juni 2019, kam der kleine Robbenbulle, mit Namen Kano, im Zoo Heidelberg zur Welt. Zur Eingewöhnung verbrachte er die ersten Lebenswochen gemeinsam mit Mutter Kelo im Robbenhaus, getrennt vom Rest der Gruppe. Jetzt zeigen sich beide wohlauf in einem abgetrennten Bereich der Außenanlage, dem Mutter-Kind-Becken. Dort wird die kleine Robbe in Ruhe lernen, sicher zu schwimmen und zu tauchen. Junge Mähnenrobben können noch nicht so lange unter Wasser bleiben, wie ihre Erwachsenen Artgenossen. In Heidelberg dürfen Mutter und Jungtier daher erst zurück in die Gruppe, wenn das Jungtier beides sicher beherrscht. Auch dann ist die Integration immer noch mit Risiken verbunden: Im allgemeinen Tumult einer Mähnenrobbengruppe kann es passieren, dass kleine Jungtiere sich verletzen oder beim Spielen mit den anderen im Wasser ertrinken. Die Tierpfleger werden daher sehr darauf achten, dass die junge Robbe sowohl an Land wie auch im Wasser schon möglichst sicher und geschickt ist, bevor es zu den Artgenossen ins große Becken geht. Mutter Kelo kümmert sich fürsorglich um den Kleinen, säugt ihn und lässt ihn nicht aus den Augen. Vater Atos beobachtet den Nachwuchs ebenfalls neugierig durch das Trenngitter und achtet darauf, was der kleine Mähnenrobbenbulle dort so anstellt. Bis die beiden sich aus der Nähe kennenlernen, wird es allerdings noch eine Weile dauern.

Robbenweibchen Sneaky wurde stattliche 25 Jahre alt

Nicht mehr kennenlernen wird der jüngste Nachwuchs der Gruppe das Robbenweibchen Sneaky. Sie starb nur wenige Tage nachdem ihre Artgenossin, Robbe Kelo, den jungen Bullen zur Welt gebracht hatte. Bereits einige Monate lang wurde Sneaky wegen einer immer wiederkehrenden Innenohrentzündung tiermedizinisch versorgt. Der Entzündungsherd saß jedoch tief im Innenohr, was eine nachhaltige Behandlung nur sehr schwer möglich machte. Alle Versuche brachten nicht die gewünschte anhaltende Verbesserung. Zuletzt litt die Robbe zudem an neurologischen Symptomen: Sie verlor mehrmals die Orientierung und fand sich auf der Anlage nicht mehr selbstständig zurecht. Diese Symptome ließen darauf schließen, dass die Infektion das Gleichgewichtsorgan, was in unmittelbarer Nähe des Innenohrs sitzt, befallen hatte. Da keine Hoffnung mehr auf eine dauerhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes bestand, entschieden Zooleitung, Tierärztin und Tierpfleger, das Leiden der Robbe zu beenden.

Mähnenrobbe Sneaky kam 2007, im Alter von 12 Jahren, aus einem französischen Zoo nach Heidelberg. Sie war das älteste Weibchen der derzeitigen Robbengruppe im Zoo Heidelberg. Mähnenrobben werden durchschnittlich ca. 20 Jahren alt – mit ihren 25 Jahren war Sneaky hochbetagt. Sie zählte damit zu den fünf ältesten Mähnenrobben innerhalb des Europäischen Zuchtprogramms. Zuletzt lebte Sneaky mit Bulle Atos und den beiden Weibchen Lea und Kelo zusammen im Zoo Heidelberg. Die Gruppe akzeptierte sie als vollwertiges Mitglied, sie verstand sich gut mit ihren Artgenossen.

Foto1: Der junge Robbenbulle Kano bei seinen ersten Schwimm- und Tauchübungen im kleinen Becken. (Foto: Zoo Heidelberg)

Foto2: Robbe Sneaky (m.) beim täglichen Training in der Gruppe. (Foto: Peter Bastian/Zoo Heidelberg)

25. Juli 2019

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