„Single mom“

„Mit 34 Jahren trennt sich Caroline Rosales vom Vater ihrer zwei Kinder und ist fortan alleinerziehend. Aus dem ruhigen Familienbezirk im Grünen zieht sie ins „Problemviertel“, die Vollzeit-Mama wird wieder berufstätig. In ihrem Buch schreibt Rosales über das Leben als Single Mom und berichtet von den Schwierigkeiten, dem gesellschaftlichen Tadel. Sie erzählt von der Missgunst unter Müttern, finanziellen und beruflichen Problemen, Dates und Patchwork-Experimenten, aber auch von neu gewonnenen Freiheiten und ungeahnten Kräfte und das völlig überraschende, gefühlsextreme Leben mit zwei kleinen Kindern. Sie will kein Mitleid und keine Datingstipps, und trotzdem eine Antwort auf die Frage: Werde ich je wieder mit jemandem kuscheln, der größer als 120 Zentimeter ist? Humorvoll und ehrlich schreibt Rosales über ihr Leben als Alleinerziehende. ‚Ich wollte kein Mitleid und schon gar durkeinen neuen Papi für meine Kinder.’“

Soweit der Pressetext. Nach der Lektüre des Taschenbuchs, die wirklich unterhaltsam ist, blieben bei uns einige Fragen offen. Vielleicht wären diese nicht so kritisch ausgefallen, wenn uns der Verlag das Buch nicht als die „Stimme für alle Alleinerziehende“ ans Herz gelegt hätte. Denn das ist es definitiv nicht.

Die Autorin schreibt aus der relativ komfortablen Sichtweise einer „getrennt gemeinsam Erziehenden“. Der Vater zahlt Unterhalt und die Kinder sind regelmäßig bei ihm, zudem hat die Autorin einen gut bezahlten Job, eine Familie, die sie im Alltag unterstützt und ein Aupair-Mädchen. Die bedrohlichen Existenzängste, der Überlebenskampf, die Angst vor Abstieg und Armut – die bittere Realität vieler alleinerziehenden Mütter und Väter in Deutschland, all dass kommt hier nicht, oder nur ganz am Rande, zur Sprache.

Caroline Rosales schreibt in erster Linie nicht über die/alle „Alleinerziehenden“, sondern – wie auch in ihren Kolumnen für die Berliner Morgenpost – über sich selbst. Aber das wirklich gut. Lustig, pointiert, flott und voller Situationskomik. Und ganz nebenbei wird das Buch durch die Aufmerksamkeit, die es in den Medien bekommen wird, doch noch dem Kampf der Alleinerziehenden um bessere Bedingungen und eine gerechtere Steuerpolitik, sowie bezahlbare Betreuungsmöglichkeiten dienen.

Das Buch ist eine Mischung aus Bridget Jones, Cosmopolitan und einem Märchen der Brüder Grimm (in einer urbanen Disney-Fassung, die natürlich in Berlin spielt), in dem erst alles total ungerecht zugeht und am Ende superschön ist. Beste Ferienlektüre!

 

Gewonnen haben: Ivana Lapsansky und Sandra Bickel. Wir gratulieren herzlich und sagen allen anderen vielen Dank fürs Mitmachen!

 

 

19. Juli 2018

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