Weinheim: Und was ist nach der Grundschule?

Weinheimer Bildungsbüro organisierte einen Elternkurs an der Albert Schweitzer Grundschule für Familien mit Migrationsgeschichte

„Welche weiterführende Schule ist die richtige für mein Kind? Diese Frage prägt das letzte Grundschuljahr. Eltern berichten über eine zunehmende Konkurrenz der Kinder untereinander, die ihre Noten vergleichen und sich so Druck aufbauen. Sie selbst erleben die Phase häufig als belastend. So beschreibt Nilgün Ilden, Mitarbeiterin des Bildungsbüros Weinheim, die Ausgangssituation des Elternkurses für Eltern mit Migrationsgeschichte der dritten und vierten Klassen an der Albert Schweitzer Grundschule, der jetzt stattfand. Jutta Wirth, die Rektorin der Schule, unterstützte das Treffen organisatorisch sowie inhaltlich.

Nilgün Ilden hat den Kurs vor diesem Hintergrund konzipiert. Dem Bildungsbüro und der Schule sei es wichtig gewesen, den Eltern sowohl die Fakten über die Entstehung der Grundschulempfehlung als auch die verschiedenen Schulformen zu vermitteln. Auch der gegenseitige Austausch war wichtig. Die Teilnehmer arbeiteten in Kleingruppen und bekamen anschauliche Darstellungen von Informationen. So wurde zum Beispiel eine Waage benutzt, um das Verhältnis von Theorie und Praxis an den einzelnen Schulformen darzustellen. Was wiegt wo schwerer und wo liegen die Stärken meines Kindes? Im gegenseitigen Dialog sei es gelungen, Kriterien zu entwickeln und Entscheidungshilfen zu geben. Eltern reflektierten dabei die eigene Schulbiographie. Die Darstellung ausgewählter beruflicher Werdegänge veranschaulichte die Bandbreite und die Vielfalt der möglichen schulischen und beruflichen Laufbahnen.

„Der Hinweis, dass die Entscheidung über die weiterführende Schule erst Ende März ansteht, hat den Druck vermindert, da bis dahin ja noch einiges passieren kann.“ „Mich hat besonders beeindruckt, dass nur 50 Prozent ihr Abitur am Gymnasium ablegen. Das hat mich entlastet, da mir klar wurde, die Entscheidung, die ich jetzt treffe, entscheidet nicht endgültig über den weiteren Weg meines Kindes.“ „Für mich war es wichtig Tipps zu bekommen, wie ich mein Kind unterstützen kann. Beeindruckt hat mich dabei der Satz einer Erzieherin, den Frau Ilden zitierte: Nicht nur der Kopf geht in die Schule sondern das ganze Kind.“ So die Aussagen von Eltern.

„Aus unserer Erfahrung heraus können wir sagen, dass Eltern den Wunsch haben für ihre Kinder eine gute Entscheidung zu treffen, gerade wenn es um den Übergang von der Grundschule auf die weiterführende Schule geht“, fasst Ceylan Firat, Leiterin der Fachstelle Eltern/Familien- Schule im Bildungsbüro, zusammen. „Eltern mit Migrationsgeschichte, die häufig eine andere Bildungsbiographie mitbringen, haben immer wieder Probleme, sich in der deutschen Bildungslandschaft zurechtzufinden und sind unsicher, welche weiterführende Schule für ihr Kind die richtige ist. Darauf haben wir mit unserem sechsteiligen Elternkurs reagiert. Ermöglicht wurde die Durchführung durch Mittel des Landesprogramms „Stärke“.

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