Teilzeit, Haushalt, Kinder: Willkommen in der Welt des dreifachen Ungenügens

 

Marco Schilling 440 17.11.2011 Themenmonat Erziehung / Thema Helikopter - Eltern Helikoptereltern / Bild: Kind macht auf Druck der Eltern "freiwillige" Zusatzarbeiten / Symbolbild Themenbild Feature Featurebild

Vormittags arbeiten, nachmittags das Kind beim Lernen für die Schule unterstützen. Teilzeit macht’s möglich. Feine Sache oder?  Falsch. Teilzeit ist überhaupt keine feine Sache. Teilzeit ist ein riesengroßer Mist.

 

„Früher war alles besser“, seufzt der Lehrer am Telefon. Das Kind funktioniert wieder nicht richtig, die Mutter muss ran. „Früher mussten Frauen nicht unbedingt arbeiten gehen und konnten ihre Kinder deshalb bei den Hausaufgaben unterstützen“, sagt er wehmütig. Nun, ich gehe arbeiten und unterstütze meine Kinder bei den Hausaufgaben. Aber ich gehe ja auch nur Teilzeitarbeiten. Und das ist eine feine Sache mit diesem Teilzeit. Richtig? Falsch. Teilzeit ist überhaupt keine feine Sache. Teilzeit ist ein riesengroßer Mist.
Als ich nach dem Kinderkriegen wieder ins Berufsleben eingestiegen bin, war ich eine der letzten in meinem Mütterbekanntenkreis. Die meisten gaben ihr Kind nach einem guten Jahr in die Kita und legten wieder los. Ich traf jene Mütter dann regelmäßig. Fix und fertige Mütter, den Nachwuchs zur Eile antreibend auf dem Spielplatz, wo sie mir erzählten, welchen Infekt sich welches Kind jetzt gerade wieder eingefangen hatte. Das wollte ich nicht, aber der Druck wuchs.

Drei Jahre, dann stieg ich wieder ein. Die Gründe? Das Geld. Die Angst, den Anschluss ins Berufsleben zu verlieren. Auch: Das Bedürfnis nicht mehr ausschließlich um Kinderkrempel zu kreisen. Punkt eins war nur langfristig umsetzbar. Die Kinderbetreuung schluckte nämlich über zwei Drittel meines bescheidenen Gehalts.  Den Rest fraß  die Steuer. Punkt zwei und drei? Willkommen im Hamsterrad aus Job, Haushalt und Kindern. Willkommen in der Welt des dreifachen des Ungenügens. „Ich finde das so toll, wie Du das alles schaffst“, sagt mir eine Freundin  –  Mutter zweier Kinder –  die nicht regelmäßig arbeitet, ganz regelmäßig und schaut dabei bewundernd. Die Wahrheit ist, ich schaffs ja nicht. Teilzeit plus Kinder, das ist wie eine permanente Doppelbaustelle, an der man nicht gleichzeitig arbeiten kann, überall nur die gröbsten Löcher stopft und  selber ständig auf der Strecke bleibt.

Ich kenne nämlich keine Teilzeit-Mutter, die in Teilzeit arbeitet. Die meisten Teilzeit-Mütter arbeiten Vollzeit und gehen früher nach Hause.  Dafür fangen sie dann früher an, arbeiten einfach schneller. Dafür sparen sie sich Mittagspausen und nette Gespräche am Kaffeeautomaten. Dafür nehmen sie sich Arbeit mit nach Hause. Dafür sind sie permanent unter Druck, schielen hektisch zur Uhr, weil sie wissen, dass die Kinder heim kommen.

„Freitags ist ja dein freier Tag“, kriegt die Teilzeitkollegin zu hören und schweigt dazu inzwischen leise kopfschüttelnd mit gütigem Lächeln. Die Wahrheit ist, dass sie freitags Homeoffice macht und all die Dinge abarbeitet, die an den restlichen vier Tagen liegen geblieben sind. Keine Ablenkung, keine Anfahrt, kein Telefonklingeln, wenigstens mal eine Ladung Wäsche  zwischendurch in die Maschine stopfen. Wahnsinn, was man da in sechs Stunden wegarbeitet.

Und da können Chefs und  Kollegen noch so verständnisvoll sein: Wer nicht selber erlebt, was es bedeutet, sechs Stunden zu arbeiten und danach ohne einmal durchzuatmen, mit Kindern Hausaufgaben zu machen, dabei verständnis- und liebevoll zu sein, einen Vierpersonenhaushalt zu führen, einzukaufen, essen zu kochen, Lehrergespräche zu führen, Elternabende zu besuchen und den ganzen restlichen Rest zu organisieren, der kann sich das schlichtweg nicht vorstellen. Könnte er es, würde er zum Beispiel niemals auf die Idee kommen, wichtige Meetings auf 17 Uhr zu legen. Anwesenheit: Pflicht.

Scheinbar können sich aber auch viele Lehrer nicht vorstellen, was das bedeutet, denn die Erwartungshaltung ist beeindruckend. Eltern sollen am besten täglich die Schulhefte und die Hausaufgaben kontrollieren. Eltern sollen mit den Kindern für sämtliche Klassenarbeiten üben. Natürlich gibt es Kinder, die das alles ganz selbständig erledigen. Ich weiß das, ich hab selber so eins. Ich hab aber auch noch eins. Eins das genau das nicht kann. Das wundersamer Weise nicht mit elf Jahren schon so strukturiert ist, dass es seinen Schulkrempel ganz alleine auf die Reihe kriegt.

Aber es gibt doch Hausaufgabenbetreuung?  Ja, klar. Sorry, aber wer glaubt, dass ein Kind, das sich schon zu Hause lieber aus dem Fenster  träumt , als Mathaufgaben zu lösen, in einer Stunde Gruppen-Hausaufgabenbetreuung zügig seine Schulaufgaben durchzieht, ist naiv. Das funktioniert nicht.

Aber es könnte sich ja beide Eltern für Teilzeit entscheiden und aufteilen? Ach ja? Mag sein, dass es Familien gibt, in denen das funktioniert. Ich kenne tatsächlich einige, die das versucht haben. Ich kennen leider keine, in der das langfristig funktioniert hat. Dafür habe ich Paare erlebt, deren gemeinsame Zeit nur noch daraus bestand, die Verantwortlichkeiten für das Kind zu organisieren.  Frei nach dem Motto: Dienstag mach ich Mathe und dafür lernst Du dann Mittwoch Französisch.
Zwei  Eltern in Teilzeit bedeutet nämlich nicht mehr Zeit sondern Ungenügen in Potenz. Von weniger Gehalt und weniger Rente im Alter fangen wir hier gar nicht erst an.

Was tun? Auch wenn es so manchem  Lehrern recht wäre, wenn Mütter wieder Mütter wären und sich ausschließlich um Kind und Haushalt kümmern, ist das die falsche Lösung. Zeiten ändern sich Bedürfnisse verändern sich. Es wird höchste Zeit, dass sich auch die Gesellschaft an diese veränderten Bedürfnisse anpasst. Es wird Zeit, dass Arbeitgeber Teilzeitstellen als solche akzeptieren und wertschätzen. Es wird Zeit, dass endlich eine nachhaltige Veränderung in unserem Bildungssystem stattfindet, endlich Hausaufgaben abgeschafft und flächendeckend Ganztagsschulen mit einem vernünftigen Konzept eingeführt werden.

Und letztendlich wird es Zeit, dass Mütter, die arbeiten gehen, sich endlich von ihrem  permanenten schlechten Gewissen nicht zu genügen verabschieden und diese gesellschaftlichen Veränderungen lautstark einfordern.

shy

53 Kommentare zu “Teilzeit, Haushalt, Kinder: Willkommen in der Welt des dreifachen Ungenügens

  1. Kosi

    Der Beitrag spricht mir aus der Seele! Genauso sieht’s aus!

  2. sabine

    mein gott wie wahr!

  3. W. Bingeser

    Stimmt zu 100 Prozent–LEIDER.

  4. Sandy

    Ich stimme bis auf den Schlussteil zu. Ich habe studiert mit Kindern und das war sehr, sehr anstrengend.
    Trotzdem will ich nicht, dass meine Kinder ab 6 Jahren den ganzen Tag in der Schule hocken müssen und ich wirklich nur noch die Nebensächlichkeiten mit ihnen verbringen kann.
    Geld ist nicht alles und die Kindheit ist jetzt, sie wartet nicht auf die Karriere. Sterben müssen wir am Ende alle, mit oder ohne Kohle. Ich weiß, dass ich weniger Zeit mit Kindern mehr bereuen würde als weniger finanzielle Unabhängigkeit.

    • Kati

      Mir geht es da ganz genauso wie dir. Mit dem Schlussteil stimme ich auch nicht überein.
      Aber auch ich nutze meine Zeit lieber für meine Kinder, als finanziell besser da zu stehen. Dann gibt es halt nicht immer sofort das neueste und tollste auf dem Markt oder es ist nicht jedes Jahr ein riesiger Urlaub drin. Meine Kinder freuen sich über Zeit mit der Familie, über gemeinsame Aktivitäten und mal ein Ausflug an die Ostsee.

      • Ina Lopez

        Genau meine Gedanken! Hausaufgaben abschaffen???? Meine Güte, demnächst wird gebärt und dann direkt ab zur Verwahrung mit dem Wurm! Kommt mal klar! Kümmert euch um eure Kinder!!!! Ich kann’s echt nicht mehr hören, Arbeit hier, Arbeit da! Dann kriegt eben keine! Puuuuuh, diese Wut in mir…

        • Ramirez

          Was ist das denn für ein Gemotze? „Kommt mal klar“??? Ja, ich komme klar. Und ich weiß, was Ganztagsschule für uns bedeuten würde. Nämlich ein stressfreieres Leben! Würde ich nicht arbeiten gehen, dann hätten wir nichts zu essen im Haus, denn alleinerziehend heißt Alleinverdiener. Das war weder so geplant noch gewollt, aber es ist so gekommen. Würde ich mich deswegen heute gegen mein Kind entscheiden? Sicher nicht! Wie kann man die Welt bitte so schwarz-weiß sehen?
          Was würde denn eine Ganztagsschule am Leben der Kinder schon ändern? Bis 15 Uhr sitzen sie doch in der Regel mindestens an den Hausaufgaben und dazwischen gab es was zu essen. Was ist in einer ner Ganztagsschule anders? Es ist sichergestellt, dass ALLE gleich viel tun, dass ALLE ein anständiges Mittagessen hatten, dass ALLE gut betreut sind. Abgesehen davon, dass es noch das Sozialverhalten fördert. Kein Kind kommt mehr heim und es ist keiner da, der dort wartet. Kein 10-Jähriger muss selbst entscheiden, dass er jetzt KEIN Nutellabrot sondern den Obstsalat von gestern isst.
          Guckt euch mal um in den Schulen! Kinder, deren Mütter daheim sind, wenn die Schule aus ist, DAS sind die Ausnahmen! Das fällt heutzutage unter privilegiert. Ein Schulsystem muss aber ALLEN gerecht werden!

          • Katharina

            Ich bin so sehr deiner Meinung! Alleinerziehend mit 4 jähriger Tochter. Was freu ich mich darauf,wenn die Schule beginnt. Ferienbetreuung,ogs und wenn es auf die weiterführende Schule geht?!
            Unterstützung durch Familie leider wegen Entfernung nicht möglich und der „Vater“ kümmert sich nicht.
            Zum Glück habe ich einen Beruf in dem Teilzeit (ja,überstunden kommen des öfteren vor,aber nur im möglichen Rahmen) möglich ist und einen Arbeitgeber der erlaubt,dass ich mein Kind auch mal mit bringe.
            Urlaub? Das neueste am Markt? Schön wäre es.
            Mit weniger Stunden wäre ich wieder auf Wohngeld angewiesen.

          • Dagmar

            Hallo Ramirez .
            „Und ich weiß, was Ganztagsschule für uns bedeuten würde. Nämlich ein stressfreieres Leben!“
            wie schön wennes so wäre.. das ist bei uns lieder nicht der Fall. die kInder sind zwar bis 15:10 in der SChule bekommen aber haben in der Zeit, inder die Hausuafgaben machen können oft nicht alles geschafft. und wenn dann am Elternabend der ersten Klasse gesagt wird, :“das kann ciht sein, das noch so viele bis 20 mit dne FINgern rehcnen da mus szu Hause und am Wochenede mehr geübt werden, also bekommen die Kinder jetzt ALLE (auch die die die HA immer fertig schaffen und in Mathe gut sind) eben noch meher Übungsuafgaben die bitte auch zu Hause zu bearbeiten sind.
            da ist NICHTS mehr vom Tag übrig und das ist eine ganz schöne Frechheit von Seiten der Schule/des Schulsystems, das auf hängen und würden möglichst viele Schule zu Ganztags Schulen machen will.
            Die inezige SChule die es heir zu schaffen schient ( kannaber auch aan unseren sehr aufgeweckten Kind liegen… ist die Gemeinschaftsschule, die einen schlechten Ruf hat weil sie ja bis vor 2 Jahren NUR eine Werkrealschule(Hauptschule) war… ob da überhaupt was aus dem Kind werden kann auch wenn er auf dem höchsten, dem gymnasial Niveau arbeitet…
            Ich gehäre zu den priveligierten Müttern, di egenre Ihre teilzeit Selbständigkeit jetzt wo die Schule bald anfängt ausbauen wollen.. mal sehen ob und wielange ich es mit dieser Art von Ganztagesschuel aushalte OHNE mien Kind wieder runter zu nehmen um ihm besser helfen zu könne. aber ich weiß, das ich in der MInderheit bin und bin jeden Tag wirklich von Herzen dankbar darüber!
            Ich wünsche uns allen ein Schulsystem UND ien BEtreueungssyte, das es schafft alle Kinder aufzufangen. acuh die, die bei den Hausuafgaben länger brauchen und die, die immerzuzappelig sind und darauch den UNterricht stüren und auf der FÖrderschule landen weil die Lehrer es nicht schaffen in Klassen von 12 Kindern angemessen zu differenzieren.
            Als gelernte aber nur 1,5 Jahre aktive (Als Elternezeitvertretungsskrafat) lehrerin MIT Kindern kann ich nur sagen ich konnte nicht als Lereherin arbeiten, weil mich das Entweder oder (entweder meine KInder ODER die Schulkinder) TOTAL zerissen hat.
            Wir haben alle nur 24 Stunden im Tag und unsere KInder sind viel schneller groß als es uns recht ist, auch wenn wir machmal wünschten es würde schneller gehen…
            Mensch sorry. zusammenfassend, kann ich sagen. Ja Mutter sein und zu Hause bleiben zu können ist wirklich ein Privileg und ich finde es eine Affenschande, das nicht mehr dafür getan wird. Arbeiten gehen wenn man möchte und nicht MUSS weil das Geld sonst vorne und hinten nicht reicht finde ich super, aber bis es weider so weit ist muss sihc in unsere Gesellschft wohl noch einiges ändern … und wir Mütter sollten auf ALLE FÄLLE zusammenhalten und uns gegenseitig auch eingestehen und zeigen, das es NICHT „So super wei du alles schaffst“ ist. ist es nicht, selbst als “ nur“ Teilzeitselbständige mit 4 Kindern bleibt immer irgendetwas uaf der Strecke…

        • Nymoe

          Weniger arbeiten schön und gut und von was leben wir dann?
          Es ist ja nicht so das wir arbeiten gehen weil wir die zeit mit unseren Kindern nicht ertragen. Sondern um ihnen das existenzielle zu ermöglichen, ihrer Aufmerksamkeit und allen gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden so wie es geschrieben wurde.
          Der Zwiespalt zwischen dem minimum an Lohn um alles für das Kind halten zu können und der seelischen Sehnsucht mehr Familie als diesen Stress zu führen ist kaum unter einen Hut zu bringen. Abgesehen von den anderen genannten Beispielen. Der Text ist so real….

          Und ob ich nun bis 15/16.00 mein Kind in der Schule wisse oder über Schulkindbetreuung und Oma absichern muss, dann doch lieber mit seinen Freunden gefördert in der Schule…

          • Nymoe

            Und es geht hier nicht um eine 24/7 Betreuung oder ähnliches!
            Bei uns ist die Betreuung im Kindergarten… Da will ein 7 jähriger einfach nicht mehr hin… :)

          • Jojo

            Also Forderung in der Schule, nun ja das ist wohl kaum irgendwo wirklich der Fall. Ich bin auch der Meinung das die Lösung für moderne Familien nicht darin liegt eine bessere fFremdbetreuung durch Schule, Hort, Kita etc. auszubauen sondern das der Staat gefordert ist es finanziell GUT möglich zu machen es sich leisten zu können maximal 25-30 h arbeiten zu gehen und sich SELBST um seine Kinder zu kümmern.
            Und dieses Argument „Sozialisierung“ ich kann es nicht hören!!! Das es wichtig ist Kinder nicht isoliert aufzuziehen und das sie andere Kinder brauchen weiß jeder, aber dafür ist es absolut NICHT notwendig Kinder 10h am Tag Lärm, Geschrei und oft auch Gestreite auszusetzen. Das sozialisiert sie garantiert nicht mehr als nach dem Hausaufgaben Hinterm Haus auf dem Spielplatz zu gehen oder mit den anderen Kindern aus dem Block oder im Dorf zu spielen.
            Da haben sie freie Entscheidung darüber ob und wie lang sie es wollen und sind nicht gezwungen. Würde gern mal wissen wie viele von euch es sich FREIWILLIG antun würden 10h in einer ganztagsschule 5 Tage die Woche zu verbringen.
            Und unser Bildungssystem wurde extrem zurückgestuft, wie langsam und wenig sollen unsere Kinder denn noch lernen (okay das ist in jedem Bundesland anders, aber in thüringen sind die Ansprüche zurückgegangen). Was soll denn aus unseren Kindern mal werden? Wir sind auch nicht gestorben und hatten ein härteres, nachhaltigeres Bildungssystem vor als ich vor 22 Jahren in die Schule kam.
            Könnte mich noch Stunden darüber auslassen, aber gut!
            Fazit: Mütter wollten es sich leisten können zuhause zu bleiben oder einen 25h Job zu haben (denn wir müssen ja auch mal zuhause raus)

    • Silke

      Hallo Sandy,

      und was ist mit den vielen Alleinerziehenden, die nicht von Hartz4 leben wollen?

      Ich gehöre zu den Alleinerziehenden mit einer 2. Klässlerin. Ich arbeite 25 Stunden pro Woche regulär und mache oftmals noch 1-3 Überstunden pro Woche, um mein Gleitzeitkonto aufzufüllen, weil ich mit nur 24 Tagen Urlaub pro Jahr keine 13-14 Wochen Ferien abdecken kann. Ich habe keine Verwandten hier, die mir meine Tochter während der Ferien noch zusätzlich betreuen könnten. Der Vater nimmt unsere Tochter ca. 4-5 Wochen pro Jahr in den Ferien. Außerdem habe ich noch ca. 30 Minuten einfachen Weg zur Arbeit. Macht nochmals zusätzlich knapp 1 Stunde pro Tag mehr, der indirekt mit der Arbeit zu tun hat.

      Ich arbeite gerne und ich bin froh, dass wir an 3 Tagen pro Woche eine Ganztagsbetreuung in der Schule haben. Der Montag wird zusätzlich noch freiwillig von der Gemeinde als Betreuung angeboten. Nur freitags ist spätestens 12:35 Uhr Schluss. Da gibt es keine Betreuung mehr.
      Ich bin dankbar für die Ganztagsgbetreuung, finde aber, dass wir auch nach der Schule (Ende ist Mo+Do 16:25 Uhr) noch genug mündliche Aufgaben erledigen müssen, die in der Lernzeit (Hausaufgabenbetreuung Mo + Mi 85 Minuten, Di+Do 45 Minuten) nicht angedeckt werden. So muss meine 8jährige möglichst täglich noch mindestens 10 Minuten lesen, danach noch Kopfrechnen und das kleine 1×1 üben und dann auch noch die Lernwörter lernen. Das macht pro Tag (vorausgesetzt wir würden das täglich schaffen) noch einmal mindestens 30 Minuten NACH der Schulzeit.

      Ich bin auch der Meinung, dass das Schulsystem drastisch zum Positiven überarbeitet werden muss. Auch angepasst an arbeitende Eltern. Und manchen Eltern bzw. Alleinerziehenden bleibt nun einmal oftmals nichts anderes übrig, als so arbeiten zu gehen, wie sie es tun.

    • Gabi

      Hallo Sandy,
      hier stimme ich Deinen Zeilen genau zu!!!
      Danke dafür :)
      Gabi

  5. Coco Lores

    „In allen Bereichen“ ungenügend ist wohl genau der Satz, der mir als alleinerziehende Mutter jeden Tag begegnet. Ich frag mich immer, wie andere das schaffen. Eine Wahl hab ich jedoch keine, denn ohne Unterhalt vom Vater (aber auch mit diesem) wäre Vollzeitmutter gar keine Option. Aber ich sage immer, dass mein Job meine Auszeit ist. Denn dort habe ich immer alles geregelt und im Griff – erst nach Feierabend fängt der Stress an. Denn dann muss ich jonglieren mit der Zeit.

  6. Michaela

    Wirklich wahre Wort! Ich arbeite teilzeit bei einer Behörde + 1 Tag Telearbeit. Ich muss am darauffolgenden Tag alles aufarbeiten, was an dem Telearbeitstag im Büro liegen geblieben ist. Ich bin dankbar für die Heimarbeit-auch wenn der Aktentransport schwer ist- es ist aber auch immer eine Nervensache, weil es viel Arbeit und viel Verantwortung ist. Viele Kollegen können dies alles nicht einschätzen, wieviel Kraft es kostet, Arbeit, Kind + Hausaufgaben, und Haushalt etc.zu bewältigen. Leider braucht man das Geld, um überhaupt auf einem normalen Level leben zu können. Und wenn das Kind dann krank wird oder man selbst krank wird, wird man noch schief angeschaut… Ich bin von Mo.-Fr.eigentlich immer unter Zeitdruck…Es war ein Herzenswunsch ein Kind zu bekommen, aber alles unter einen Hut zu bringen, habe ich mir damals einfacher vorgestellt…

  7. Bianca

    Ein sehr guter Beitrag, der die Problematik auf den Punkt bringt. Die Arbeitgeber haben wirklich noch viel zu lernen. Man muss aber auch an sich selbst arbeiten und Grenzen setzen. Meine Sturheit und Konsquenz haben mich da schon mehrfach gerettet, ohne dass es hinterher Ärger mit dem Chef gab.
    Ganztagsschulen mag ich trotzdem nicht. Lasst die Kinder Kinder sein und nachmittags draußen mit Freunden spielen.

  8. Ela

    Ätzend immer dieses gejammere der teilzeit beschäftigten mütter, es gibt mütter die gehen vollzeit arbeiten und kriegen das hin ohne zu jammern wie diese teilzeit faulen mütter die nur jammern über eine entscheidung die sie ja elst freiwillig getroffen haben, kinder kriegen und dafür sorgen, hört auf zu jammern oder zeugt halt keine kinder mann zwingt euch ja nicht zum kinderkriegen.

    • Ich

      Erst denken dann schreiben!

    • Eine Teilzeit-Mutter

      Oha, da ist aber jemand unzufrieden mit seinem Leben…

    • LaJ

      I like!!
      Nur halbtags arbeiten und trotzdem jammern… und das Kind /die Kinder noch in der Ganztagsschule oder in der kita bis 17 uhr :)
      Ich gehe vollzeit arbeiten. Zum einen weil ich auch eine Rente benötige von der man leben kann, zum anderen weil ich bmw fahren will und außerdem weil ich die zeit wenn ich um 16 uhr mein Kind abhole richtig auskosten kann. Wenig Zeit, denkt nun manche, dafür qualitativ hochwertig. (Und das ist wichtig!!) Beim Haushalt muss der Mann halt mitmachen. Alles andere macht die Putzfrau (die man sich dann ja auch leisten kann) …
      Ich habe 1 Jahr halbtags gearbeitet… Weiß also wieviel Zeit man hat.. dann tut halt nicht 6x in der Woche staubsaugen und sagt den Männern auch mal dass das hier keine one-man show ist…
      Alleinerziehende sind davon ausgenommen!!! DIE haben es richtig schwer! Und die dürfen sich auch beklagen!! Alles andere: pillepalle!!

      • joanna

        Richtig! Bin auch Vollzeit -mama. Da muss man stark sein. Vor allem weil keine es versteht!

    • Nadine Petri

      Das ist eine gemeine Unterstellung zu behaupten Mütter die TZ arbeiten sind faul! Uns ist die Zeit mit unseren Kindern wichtiger als das Finanzielle. Schließlich bekommen wir die Kinder nicht um anschließend keine Zeit für sie zu haben.
      Dir würde ich übrigens mal empfehlen die Groß- und Kleinschreibung zu lernen und wie man Satzzeichen benutzt.

    • Ramirez

      Könnt ihr mal diese Angriffe und Unterstellungen lassen? TZ ist faul? Geht’s noch? Wie gut kennt ihr denn das Leben der einzelnen Mütter, dass ihr das pauschal behaupten könnt?
      Eröffnet euch mal einen anderen Horizont!
      Jede Mutter darf froh sein, wenn sie TZ arbeiten kann und es ist eine Entscheidung. Gegen den BMW. Gegen die Putzfrau. Für die Kinder. Aber der Artikel beschreibt sehr gut, warum gerade TZ oft eine Art „Milchmädchen-Rechnung“ ist.
      In jedem Fall gilt: Eine Meinung bildet man sich nur über das, von dem man auch Ahnung hat!

      • Dani

        Ich wollte mal in den Raum werfen, dass es durchaus auch noch Jobs gibt, in denen man Vollzeit arbeitet und sich trotzdem weder einen BMW, noch eine Putzfrau leisten kann. Vorallem wenn dann noch ein relativ großer Teil des Gehaltes für die Kinderbetreuung drauf geht. Ich arbeite nur Teilzeit und stehe dazu! Es bleibt mir wesentlich mehr Zeit mit meinen Kindern und ich habe mehr Geld zur verfügung, wenn ich selbst putze und einen VW fahre und mir das Geld für Betreuung und Mittagessen spare.

  9. Jonas

    Teilzeit, Haushalt, Kinder – Dreifaches Ungenügen…. Richtig… Die Lösung: Vollzeit und Urlaub… Dann kann man sich Haushalt und Kinder sparen und hat was vom Leben…

    • Nadine

      Ich weiss nicht wie alt du bist aber bis Ende 20 dachte ich auch so. Mit Kindern wird das Leben erst vollkommen.

  10. Kathy

    Die Situation ist mir auch bekannt! Leider sind nicht alle Teilzeittätigkeiten geplante! Manchmal sind auch unvorhersehbare Faktoren daran schuld wie z. B. das der Arbeitgeber des Mannes keine Überstunden mehr bezahlt während des Hausbaus oder das der Partner krank wird und die Berufsunfähigkeitsrente nicht mehr reicht, oder der Partner gar verstirbt. Auch Alleinerziehende nach einer Trennung sind oft Teilzeitkräfte, daher sollten sogenannte „Vollzeitmuttis“ die womöglich noch eine kompl. Familie im Rücken haben, nicht alles über einen Kamm scheren und etwas vorsichtiger sein mit ihren Äußerungen. Fest steht, das Teilzeitkräfte in der Hälfte der Zeit sich das gleiche Informationsmaterial und die selben Weisungen/Neuerungen etc. wie Vollzeitkräfte aneignen müssen! Auch die Zeit bzgl. der Teilnahme an Besprechungen/Konferenzen gleicht der, der Vollzeitkräfte, und wird nicht anteilmäßig verringert . Die Arbeit ansonsten wird jedoch halbiert, was auf jeden Fall ein Nachteil der Teilzeitkräfte gegenüber der Vollzeitkräfte ist. ausserdem jammern nicht die Teilzeitkräfte, sondern Sie werden meist von den unzufriedenen Vollzeitmuttis gehänselt!

  11. Müller

    Ich bin dazu noch alleinerziehend und gehe auf dem Zahnfleisch!!!Doch gibt es immer noch die Vorurteile ich hätte nichts zu tuen.Gekd reicht nicht zum leben da darf man dann noch Harz4 dazu beantragen und immer zu den Terminen um über meine Nerufliche situation zu sprechen ,trotz vorhandenem Job!Müßte einer von den tollen Bearbeitern da das stemmen was ich tue würden die doch zusammenbrechen.Freschheit so was!

  12. Ela

    Der Schlusssteil ruiniert den ganzen Artikel. Es kann doch nicht die Lösung sein, Kids 24/7 in Behördenhände abzuschieben. Für was kriegt man denn dann überhaupt noch Kinder? Es ist noch gar nicht so lange her, da konnten Familien von EINEM Vollzeitgehalt leben und ihre Kids selbst großziehen. Wieso meint die Autorin dass diese Bedürfnisse nicht mehr zeitgemäß sind? Was hat sich denn geändert? Welche Mutter WILL den wirklich Vollzeit arbeiten und wieviele MÜSSEN? Warum ist eine berufliche Auszeit über mehrere Jahre weder finanziell noch arbeitgebertechnisch möglich? Liegt nicht hier das eigentliche Problem?

  13. Birgit

    Ehrlich Teilzeit arbeiten finde ich super! Hab selbst zwei Kinder 17 und 11 Jahre wobei die Jüngste stark ausgeprägtes ADHS hat und somit gar kein Organisation- bwz. Ordnungsgefühl hat. Da muss man dann halt immer hinterher. Aber insgesamt ist es relaxt. Ich denke oft sind die Eltern nur überfordert weil sie sich zuviel vornehmen. Ich z.b. mache morgens schnell sauber, zwischendurch 15 min. Sport, frühstücke mit meiner Tochter und fahre dann für 5 Stunden zur Arbeit. Wenn ich wieder komme mach ich kurz essen, Hausaufgaben und etwas lernen mit Tochter und dann ist es so 15.30h und hab noch den ganzen Tag für mich…Naja vielleicht schmeiße ich noch nebenbei ne Maschine Wäsche rein….Zeit für mich…

  14. Steffi

    Ich finde diesen Artikel „klagen auf hohem Niveau“. Mich nervt diese Teilzeitmentalität total – egal wo man hinschaut: “ Die Kollegin ist erst morgen/übermorgen/nächste Woche wieder im Haus, sie ist eine Teilzeitkraft.“ Wenn mein Leben so komfortabel wäre was die Arbeitsstunden meiner lohnsteuerpflichtigen Beschäftigung betrifft und ich unser Leben trotzdem finanzieren könnte……
    Ich selbst bin allein erziehend mit 2 Kindern (7 und 9 Jahre). Mein Großer hat eine Tetraspastik, sitzt dadurch im Rollstuhl und ist lernbehindert. Ich bin Vollzeit berufstätig im Schichtdienst, habe einen Hortplatz für meine Tochter und eine Tagesmutter für beide (Kosten zusammen ca 750 Euro/Monat) „Weil ich lt. Amt soooo gut verdiene darf ich die Höchstsätze an Kostenbeteiligung zahlen.“ Meine Arbeitsstelle ist 180 km von zu Hause entfernt, entsprechende Wegkosten inkl.
    Zum Dank, dass ich ohne unterstützende Leistungen von etwaigen Ämtern zurecht komme – findet der deutsche Staat das wir keine Familie sind und ich darf Steuern wie eine allein stehende Person ohne Kinder zahlen (Steuerklasse 1). Da kommt mir die „Steuerentlastung“ von 1500 Euro wie ein schlechter Witz vor!
    2Mio Alleinerziehende gibt es in Deutschland, was an sich schon eine Minderheit ist. Von diesen schaffen es gerade mal 10% – so wie ich – sich alleine zu finanzieren. Das wir also keine Lobby haben erklärt sich von selbst. 2 Mio potenzielle Hartz 4 Empfänger die auch im Alter (mutmaßlich) weiter dem Staat auf der Tasche liegen!!!!
    Ich glaube sie verstehen, warum ich wenig Verständnis aufbringen kann für ihre Darstellung von belastendem Alltag.

  15. Hausmann

    Ich frage mich wirklich was alles so kompliziert ist ,ich bin fast 60 Jahre und habe drei Kinder groß gezogen .Ich bin immer arbeiten gegangen und meine Kinder waren gerne im Kindergarten,sie haben sich gefreut wenn sie eine Mutter hatten die nach der Arbeit nach Hause kam und dann Zeit für Ihre Kinder hatte
    Sicher waren auch mal stressige Tage dabei , aber heutzutage muß es ja Musikschule und Sportverein etc.sein
    Meine Kinder waren viel draußen und haben mit anderen Kindern gespielt .heutzutage muss erst geklärt werden ob man zeit zum verabreden hat . Heute sind die Kinder hyperaktiv,früher waren sie einfach nur quirlige aktive Kinder.
    Heute sind meine Kinder selbst Eltern, sie haben keinen Schaden genommen weil ihre Mutter arbeiten ging .
    Etwas mehr Gelassenheit würde manchem jungen Müttern helfen
    Wäsche in die Waschmaschine, danach in den Trockner,Geschirr in die Spülmaschine und schon hat man Zeit für Hausaufgaben
    Das sind einfach mal ein paar Gedanken einer etwas älteren Mutter die heute ihre Enkelkinder genießt und immer noch arbeiten geht .

    • Ramirez

      Gelassenheit ist das Stichwort!
      Die wird in unserer Gesellschaft allerdings gern mit Desinteresse verwechselt und daher nicht mehr akzeptiert….

  16. Lola

    Ich arbeite Teilzeit, habe zwei Kinder und bin glücklich damit. Ich habe nicht das Gefühl als würde ich irgendwem nicht gerecht. Bei Vollzeit würde ich es anders empfinden und denken, dass ich zu wenig Zeit mit meinen Kindern verbringe aber ich bin zur selben Zeit arbeiten in der meine Kinder in Schule und Kindergarten sind. Meinen kleinen Sohn hole ich bereits um 12.30 Uhr im Kindergarten ab und er ist eins der wenigen Kinder, die nicht über Mittag dort bleiben müssen. Im Anschluss hole ich den Großen aus der Grundschule, wo er schon den Großteil seiner Hausaufgaben erledigt hat. Trotzdem muss ich zugeben, dass mich die Schule an der ganzen Teilzeit-Sache am meisten stört. Dadurch, dass auch er nur die Übermittagsbetreuung in Anspruch nimmt und kein „Ganztagskind“ ist, hat er keinen Anspruch auf die Ferienbetreuung. Dabei habe ich als Teilzeitangestellte nicht mehr Urlaubsanspruch als Vollzeitangestellte. D.h. in den Ferien sind wir auf Oma und Opa angewiesen.
    Einen Tag in der Woche arbeite ich erst abends wenn mein Mann zu Hause ist. Den Tag nutze ich dann immer vormittags für Termine, den Wocheneinkauf und die gröbste Hausarbeit. Finde ich auch ganz praktisch.
    Ich habe aber auch den Vorteil, dass der Großteil meiner Kollegen auf Teilzeit oder Minijob angestellt ist und es dementsprechend keine blöden Kommentare von Kollegen gibt und auch Besprechungen werden grundsätzlich auf den Vormittag gelegt, damit die meisten dran teilnehmen können. Unangenehm finde ich es nur, wenn die Kinder zum gefühlten hundertsten Mal im Jahr krank sind. Aber das wäre bei Vollzeitangestellten ja auch nicht anders. Das sind die einzigen Momente in denen ich mir wünsche einfach „nur“ Mama zu sein. Einfach mal morgens mit dem kranken Kind im Bett liegen bleiben nachdem man die ganze Nacht durchgemacht hat wegen Magen-Darm. Aber manchmal kann ich nicht einfach auf der Arbeit fehlen und dann muss ich mein krankes Kind ins Auto setzen um es zu Oma und Opa zu bringen. Dann sitze ich auch mit schlechtem Gewissen auf der Arbeit – aber auch nur dann. Ansonsten ist Teilzeit mein Traummodell!

  17. Sissi

    Warum müssen alle so übereinander hergehen und sich gegenseitig das Leben schwer machen?
    Die ältere Mutter (Oma) bringt vieles auf den Punkt. Einfach mal gelassen sein.

    Ich kenne alles, Teilzeit, dann Kündigung und 1 Jahr Zuhause, dann fast Vollzeit nahezu 100km entfernt ideal ist es nicht, aber ich bin Alleinerziehend, 2 Kinder, Familie 900km entfernt. Es geht alles und man kann mit allem leben, ohne unglücklich zu sein, selbst wenn es (noch) nicht der Idealzustand ist. Es gibt für alle Modelle seine berechtigten Gründe und Abwägungen. Nur bitte beachtet alle eines: Jeder hat sein Leben, für das er verantwortlich ist. Einiges können wir nicht ändern, anderes schon. Zerbrechen tun die meisten an Ihren eigenen Erwartungen oder dem Wunsch anderen zu genügen. Hier entsteht die wahre Unzufriedenheit.
    Es gibt kein richtig oder falsch bei den Modellen Hausfrau, Teilzeit, Vollzeit. Es gibt nur ein, wenn ich nicht zufrieden bin, muss ich das ändern, was ich kann!. Wenn ich meinen Job derzeit nicht reduzieren oder aus finanziellen Gründen aufgeben kann, dann muss ich etwas an meiner Einstellung und Erwartungshaltung insbesondere mir selbst gegenüber ändern. Unzufriede Mütter schaden den Kindern letztendlich viel mehr als glückliche Hausfrauen oder glückliche Vollzeitarbeitende tun (um hier nur die 2 Extema zu benennen)!

    Schaffen tut man dann, wenn man glücklich ist, fast alles problemlos. Ich rede aus Erfahrung und bin glücklich, wenngleich es noch nicht optimal ist!.

  18. Marianne

    Ja, welche Mutter kennt dieses dreifache Ungenügen nicht…
    Trotzdem bin ich froh und dankbar, dass ich die Chance habe trotz Kinder zu arbeiten. Dafür haben die Generationen vor uns zu Recht so gekämpft. Klar gibt es immer Verbesserungspotential in der Politik. Doch ich sehe das Problem hier vielmehr in unserer Gesellschaft, sogar vorallem in uns Müttern selbst.
    Die Kinder müssen stets schick angezogen sein, der Vorgarten muss Moosfrei sein, die Kinder sollen Kinder sein dürfen, was aber nicht geht, denn dann wäre die Wohnung nicht TippTopp. Fitness und Weiterbildung für die Mama. Für die Kinder Skikurs, Schwimmkurs, Sportverein, Klavier, Ergotherapie, Skiurlaub, Fernreise,..Wer hat die tollsten Geburtstagstorten, die schönsten Plätzchen etc.
    Jeder muss alles selber haben, teilen war gestern.
    Kein Wunder, dass einem da die Kraft ausgeht.
    Ich denke wir müssen selbst etwas an unserem Anpruchsdenken verändern und uns und auch die Kinder weniger vergleichen.

  19. Caro

    Der Artikel ist schön geschrieben und trifft die Tatsachen genau. Einige der Kommentare sind hingehen grenzwertig. Wenn mich jemand, der mich, meine Familie und vor allem die Umstände unseres Lebens nich kennt, als faul bezeichnet. Finde ich das dreist und traurig.

  20. Tine

    Der Artikel trifft es sehr gut!
    Und wenn ich mir hier die Kommentare dazu durchlese…*kopfschüttel*
    Sind wir nicht alle Mütter? Wissen wir nicht alle, wie es ist Haushalt, Kinder, Geld, Leben unter einen Hut zu bekommen?
    Wir sollten doch zusammenhalten und uns unterstützen und nicht noch gegenseitig fertig machen oder die Challange „Ohhhh mit geht es aber viel, viel schlechter als Dir!!“ aufmachen.
    Wenn wir eine Gesellschaft wollen, in der Kinder wieder gern gesehen werden ( und nicht mit bösen Blicken in der U-Bahn oder im Restaurant durchbohrt werden), Mütter und Frauen das machen dürfen und können, was sie gerne wollen – ob Vollzeitmutter oder Teilzeitmutter- dann müssen wir doch bei uns anfangen!! Uns gegenseitig zu respektieren und uns gegenseitig zu unterstützen!

  21. hab jess

    Na von Vollzeit – und alleinerziehenden Müttern wollen wir gar nicht reden… „Das Kind MUSS JEDEN Tag 15min Vokabeln lernen und das MÜSSEN Sie unterstützen und kontrollieren!“ Die Lehrerinnen haben auch alle Kinder und DA klappt es ja schliesslich auch! „Der Papa hat viel mehr Zeit als du und meckert nicht so viel!“ Den – den man nur alle 14 Tage für 48 Std. sieht und in der Woche sich seiner Karriere widmen kann und mal ebend das 3fache verdient- ohne proportional mehr Unterhalt fürs Kind zahlen zu müssen. Kein Arzttermin oder Fahrt zum Verein übernimmt. „Was schon wieder früher nach Hause?“ Ja entschuldigung, mein Kind hat sich verletzt, Bauchweh oder einfach nur den Schlüssel vergessen, oder, oder,oder…. Ich würde die alle am Liebsten in den A… treten!
    Üngenügend fürs Umfeld, und nicht für die Mütter, die alles mögliche tun um nicht vom Staat zu leben!

  22. Muddi

    Bravo Hab Jess, du sprichst mir aus der Seele. Ich bin auch alleinerziehend mit zwei Kindern (beide 6 Jahre alt) und arbeite seit dem ersten Lebensjahr meiner Kids in Vollzeit. Unterhalt bekomme ich keinen Cent, bin aber selber schuld daran. Habe Angst du Beziehung zum Kindsvater zu gefährden und somit meinen Kindern weh zu tun. Ich lag dem Staat noch nie auf der Tasche und auch ich durfte fast 600,00 Euro für die Ganztagsbetreuung im Kindergarten hinlegen und ich bin froh, dass die Schule, auf die meine Kinder bald gehen eine Nachmittagsbetreuung haben, auf die ich mich verlassen kann. Geht nicht aufeinander los, liebe Mütter. wir haben es alle nicht ganz einfach, ob Teilzeit, Vollzeit, mit Partner oder ohne. Trotzdem lieben wir alle unsere Kinder und versuchen den Weg, den wir gewählt haben bestmöglich zu absolvieren um unsere Ziele zu erreichen, auch wenn wir insgeheim vielleicht so manches mal gerne ausbrechen würden.

  23. Christine

    Ich kenne beide Seiten, bin nämlich sowohl Mama in Teilzeit, als auch Lehrerin.
    Auch ich kenne dieses Gefühl manchmal nichts richtig zu machen und gerade viel zu wenig Zeit für die Arbeit zu haben.
    Trotzdem stelle auch ich an Eltern die Erwartung, dass sie sich um den Schulkram ihrer Kinder kümmern,denn das gehört nun mal dazu.
    Persönlich möchte ich keine flächendeckende Ganstagsschule. Ich möchte die Wahl haben und mein Kind gerne zu Hause betreuen.

    • Sus

      Ganz deiner Meinung!

  24. Kirsten

    Bin selbst Mama im Teilzeitmodell. Das hat Vor- und Nachteile. Vieles in dem Artikel spricht mir aus der Seele. Gerade dieses Gefühl, wenn man überall 110% bringen will, letztlich aber nirgends wirklich volle Kraft geben kann. (Nur das mit den Ganztagsschulen unterstütze ich so nicht.)
    Aber das heißt nicht, dass andere Konzepte (die die in Vollzeit arbeiten, oder in Vollzeit Mama sind) nicht auch ihre Schwierigkeiten mit sich bringen. So oder so, die Arbeitgeber in Deutschland müssen mitziehen, egal welches Modell man nun lebt. ABER … viel schlimmer ist diese Mentalität des „ach heul doch“, die Mütter sich gegenseitig entgegenbringen. Jeder ist der Meinung, er hat es am schwersten. Die die denken, sie kommen gut klar, blicken auf die, die sich schwer tun, herab. Was soll das?! Kindern erlauben wir Individualität. Warum nicht auch uns selbst? Nicht jeder geht mit jeder Situation gleich um. Außerdem ist nicht jede Situation gleich. Manche haben Kinder, die nicht nur oft sondern dann auch immer gleich ganz schlimm krank werden. Andere haben weder Babysitter noch Omas. Bei der einen ist der Mann auf Montage, bei der anderen klinkt er sich halt komplett aus Kind / Haushalt raus. Manche sind auf Arbeit (und in Home Office) eben Mädchen für alles, andere können den Strich zwischen Arbeit und zu Hause ganz klar ziehen.
    So schwarz und weiß, wie so vieles gern gezeichnet wird, sind diese Dinge eben doch nicht. So gern zeigen wir mit dem Finger auf „die Gesellschaft“ oder „die Arbeitgeber“ aber eigentlich sollten wir doch bei uns selbst anfangen.

  25. Belinda

    Im Großen und Ganzen kann ich zustimmen. Trotzem frage ich mich, warum so viele Frauen selbstverständlich den „Partner“ außen vor lassen, nicht belästigen wollen und schonen, weil er es ja eh schon so schwer hat? Wieso haben diesen Stress, machen sich diese Gedanken nur die Frauen in den Familien? Ich finde viele Frauen machen es ihren Männern in der Hinsicht viel zu einfach. Vielleicht wäre geteiltes Leid und geteilter Stress doch hilfreich. Und wenn es nur ist, um Bewusstsein zu schaffen…

  26. Sus

    Und mal wieder sind die Lehrer an vieles Schuld! Ich bin Mutter und Lehrerin und habe keine andere Unterstützung als die meines Mannes und manchmal der Opa. Manchmal ist es hart, alles unter einem Hut zu bringen aber jammern hilft nicht…ich habe fast eine volle Stelle und arbeite für die Schule, wenn die Kinder im Bett sind. Papa macht alles, genauso wie ich…ist kein Babysitter. Man muss mehr organisieren aber das ist ja klar, wenn man Kinder bekommt.
    Manchmal ärgert mich aber, dass einige Leute, die sehr viel Hilfe haben (Großeltern, Nachbarn. ..) und sich keine Sorgen machen müssen, wenn die Kids krank sind (zum Glück), trotzdem so viel meckern. Sorry, wenn man 20 Stunden Arbeitet und Opa und Oma jeder Zeit abrufbar sind, dann muss man etwas relativieren…andere haben nicht so viel Glück…
    Als Lehrerin muss ich auch einiges von den Eltern verlangen und erwarten…möchte ich auch von den zukünftigen Lehrern meiner Kinder. .
    Es ist und bleibt schwer, alles hinzukriegen…aber man schafft das alles schon

  27. Hülya

    Super geschildert!Als freiberufliche Arg-Vollzeit-Mami kann ich eine Sinfonie davon komponieren!

  28. Rockstar

    Ich bin Alleinerziehende Mutter von 3 Kindern (Gymnasium, Grundschule, Kindergarten) und Vollzeitbeschäftigte. Nach der Arbeit lerne ich mit meinen Kindern für die Schule, hole und bringe sie vom und zum Sport und zu Freunden. Wir essen abends gemeinsam, reden über unseren Tag und verbringen am Wochenende Quality Time miteinander. Wenn die Kinder abends im Bett sind, kümmere ich mich um den Haushalt oder gehe selber zum Sport oder treffe mich mit Freunden.
    Machbar? Ja, ganz problemlos! Anstrengend? Ja, sicher! Mein Tag geht immer von 6-23 Uhr. Abends auf dem Sofa rumliegen ist eher die Ausnahme!!!
    Aber: so habe ich es mir ausgesucht und genau so möchte ich es!!! Erholen kann ich mich dafür im Urlaub – den kann ich mir, dank meiner Vollzeitstelle, nämlich viermal im Jahr leisten!
    Ob meine Kinder leiden? Sicherlich nicht! Im Gegenteil, dank unserer eng getakteten Organisation „dürfen“ sie ganz alleine zur Schule gehen und auch wieder zurück. Praktisch, dass man dabei am Büdchen vorbeikommt und sich schon mal eine „süße Tüte für einen Euro“ vom Taschengeld gönnen kann und wenn es schon einmal „Mama-freie Zeit“ zuhause gibt, werden Buden aus allen möglichen Bettdecken – einschließlich meiner- gebaut, was bestimmt nicht gestattet wäre, wenn ich schon da wäre. Und, dass ein Kind sich mal für das Nutella-Brot, statt des Obstsalates entscheidet, kommt vor – wird es überleben, ich esse schließlich auch nicht immer das gesündere, klügere, bessere!
    Entscheidend ist meiner Meinung nach nicht, für welches Konzept (Teilzeit, Vollzeit, Hausfrau) man sich entscheidet, sondern dass man dahinter steht und es für sich bestmöglich ausfüllt.
    Jammern und beklagen hilft nicht, wenn man unzufrieden ist, muss man eben etwas ändern, so dass man zufrieden wird.
    Mein Lieblingsspruch dazu: „if you don’t like where you are, move, you are not a tree!“

  29. Maya

    Vielen Dank für diesen treffenden Artikel, dem ich voll zustimme!
    Dazu möchte ich noch die Personen ergänzen, die mit vielen Ratschlägen meinen, verstehen zu können in was für einer Ausnahme-Situation wir ständig stecken!! Leider kann nur jemand etwas verstehen, wenn er/sie es selbst erlebt.

  30. jenny siebentaler

    danke für den Beitrag und es ist leider so wahr….

  31. S.W.

    Leider wahr. Ich selbst arbeite bei zwei Teilzeitstellen und einem 450 Euro Job. Es muss sich nicht nur die Gesellschaft ändern, sondern auch die Steuerreform. Alleinerziehende haben in dieser Gesellschaft und der Steuer leider den Kürzeren gezogen.

  32. M.Hunkenschroer

    Leider funktioniert Ganztags auch nicht ohne lernen zu Hause.
    Und dann ist es mehr als viele Arbeitnehmer leisten.
    Die Chance Ganztagszentrum zu nutzen finde ich wichtig, aber wie heute oft keine Wahl zu haben finde ich Schxxxxx.

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