Kurs auf Klimaschutz

Statt Zement: In Spanien entsteht eine Autobahn aus verbranntem Papier. Ökologisch sauber, komplett erneuerbar. El Salvadors Präsident Nayib Bukele plant das Schürfen von Bitcoins mit Hilfe von Energie aus Vulkanen. So will das Land den hohen Energieverbrauch in den Griff bekommen. Und in Deutschland ist im Februar 2021 der bundesweite Wattbewerb gestartet. Inzwischen sind über 120 Städte mit dabei (das Ranking wird wöchentlich auf plattform.wattbewerb.de/ranking aktualisiert), darunter Großstädte wie München, Köln, Düsseldorf und Stuttgart – und Städte unter 100.000 Einwohner wie Weinheim. Aus der Region nimmt auch Heidelberg teil und erhofft sich durch die begleitende Öffentlichkeitsarbeit einen Schub für den Ausbau von Photovoltaik in der Stadt. Die Herausforderung an die teilnehmenden Städte lautet: Welcher Stadt gelingt es als erster, ihre Solar-Leistung zu verdoppeln? Die Initiative wurde von “Fossil Free Karlsruhe” angestoßen und wird nun u.a. zusammen mit Parents for Future umgesetzt.

„Dieser Städte-Wettbewerb muss noch viel bekannter werden!“, erklärt Christian Schuff vom Orga Team. Der Vater von zwei kleinen Töchtern hat in den vergangenen Jahren den Klimawandel in der Rheinebene „voll zu spüren bekommen“. Ein letzter Anstoß, sich für den Klimaschutz zu engagieren. Ein erster Schritt war der Bau einer eigenen Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Familienhauses. „Das lohnt sich wirklich – für jeden“, betont der IT-Experte aus Frankenthal. Wer sich heute für eine PV-Anlage entscheidet, bezieht die nächsten 30 Jahre eigenen Ökostrom Abhängig von Faktoren wie Anlagengröße, Sonneneinstrahlung und Stromnutzungsverhalten amortisiert sich eine Anlage nach etwa 8 bis 15 Jahren. Eine richtig sinnvolle Investition also – finanziell und für den Klimaschutz. Auch wer „nur“ in einer Wohnung lebt, könne sich eine entsprechende Anlage auf dem Balkon installieren.

„Die erneuerbaren  Energien müssen dringend ausgebaut werden“, betont Schuff. Sonst kann man alles andere vergessen, die Verkehrswende, Klimaziele, Parteiprogramme…“ Beim Thema Solar könne jeder Einzelne auch im Kleinen mit einsteigen, das gehe bei Wind- und Wasserkraft natürlich nicht so einfach. „Aber für ein Balkonmodul braucht man nur einen Balkon und eine Steckdose, mehr nicht.“ Auch die Installation, sowie die Registrierung als Kleinunternehmer oder die Umsatzsteuererklärung für eine PV-Anlage seien nicht so kompliziert, wie „man denkt, bevor man sich damit beschäftigt“, betont der engagierte Familienvater. Weinheim hat in puncto Erzeugung von Strom aus regenerativen Quellen großen Nachholbedarf. Laut dem Klimaschutz-Steckbrief der Landesenergieagentur (KEA) liegt Weinheim 86,2 Prozent unter dem Landesdurchschnitt.

Das im Frühjahr 2021 mit 30.000 EURO ausgestattete Photovoltaik-Förderprogramm war in kürzester Zeit ausgeschöpft. Die Stadt hat deshalb nachgelegt und lost weitere 1.000 EURO für eine neue PV-Anlage aus. Alle Details finden sich auf der Website der Stadt Weinheim.

Schon seit zwei Jahren können sich Weinheimer Hauseigentümer im Rahmen der Photovoltaikinitiative kostenlos beraten lassen. Zusätzlich werden seit letztem Jahr „Balkonmodule“ gefördert.

bw // Fotos: privat
Förderung: 06201 82271, foerderstelle@weinheim.de Infos: fossilfreeka.de

Webinar „Ökostrom Marke Eigenbau“
Was ist ein Balkonkraftwerk? Lohnt sich das fürs Klima und finanziell? Wie einfach und sicher sind der Aufbau, der Anschluss und der Betrieb? Diese Fragen sind nur einige Aspekte, die in den regelmäßigen Webinaren der Parents for Future besprochen werden. Balkonkraftwerke sind einzelne Solarmodule mit Wechselrichter, die  jede Familie am Balkon anbringen oder im Garten aufstellen kann. Einfach in die Steckdose einstecken – schon wird der Strom direkt in das Haushaltsnetz eingespeist. Fragen und Anmeldungen unter: parentsforfuture-heidelberg.de/solar-balkonkraftwerke

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