Meine beste Freundin, ihre Tochter und ich

Es grunzt, es schleckt, es wiehert – und Paulina fühlt sich wohl. Sie ist und bleibt ein Tierliebhaber. Das gilt sowohl für ihre beiden Meerschweinchen Cookie und Brownie als auch für die Tiere im Tierpark. Klar, dass in den Kindergartenferien ein Besuch bei Erdmännchen, Nasenbär und Co. nicht fehlen darf. Und wer muss auch unbedingt dabei sein? Klar, Mama. Einer muss ja das Auto fahren. Aber die kleine Schwester Luisa muss auch mit. Denn im Schwestern-Duo macht es viel mehr Spaß, die Tierwelt zu erforschen. Und da gibt es auch einige komische Tiere, wie sie in den Ferien selbst erfahren hat.

Ich: „Welche abenteuerlichen Entdeckungen hat sie denn gemacht?“

Tina: „An der Ostsee hat Pauli die Feuerquallen entdeckt.“

Die Tiere haben Pauli sehr beschäftigt, auch noch einige Wochen später spricht sie mit Mama immer wieder darüber. Denn wegen der Feuerquallen durften die ganze Familie und auch die restlichen Menschen am Strand nichts ins Wasser. Aber von diesen Tierchen hat sich Pauli nicht die Laune vermiesen lassen – kurzerhand wurde eben mehr an Land gespielt als im Wasser. Es wurden Muscheln gesammelt und Burgen aus Sand gebaut. Denn davon gab es am Strand schließlich genug.

Drei Wochen Kindergartenferien, eine Woche davon an der Ostsee und Papa hatte auch Urlaub, sodass die Familie zu viert unterwegs war. Und das nach wie vor auch gerne auf dem Drahtesel.

Tina: „Ihr neues, altes Hobby ist das Fahrradfahren – bei Wind und Wetter. Sie möchte am liebsten nichts mehr anderes machen.“

Wie das wohl wird, wenn es in Richtung nasser und kalter Jahreszeit geht? Wahrscheinlich nimmt sie es sportlich, ganz nach dem Motto „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung“. Wie gut, dass Mama Matschhosen und Gummistiefel griffbereit in der Diele stehen hat.

Das Fahrradfahren ist eines von vielen Hobbys. Ganz hoch im Kurs stehen momentan aber auch das Malen mit Wasserfarben und Basteln. „Wenn es jetzt bald draußen wieder kälter und früher dunkel wird, dann haben wir also genug vor uns, mit dem wir die Zeit verbringen können. Darauf freuen wir uns – von daher darf es jetzt auch gerne wieder ein bisschen kälter werden“, sagt Tina.

Für viele Kinder – Tina und ich waren damals genauso und sind es immer noch ein bisschen – bestand der Sommer vor allem aus Kerwebesuchen. Es ging rauf und runter an der Bergstraße entlang, Runde für Runde in den Karussells. Auch Paulina hat den Kerwe-Marathon gerne mitgemacht. Sie war voll und ganz im „Kerwe-Fieber“.

Tina: „Und sie spricht schon heute von der nächsten Kerwe.“

Ich: „Wundert dich das? War bei uns ja ähnlich …“

Kerwe – das bedeutet jede Menge Spaß. Ein bisschen traurig kann man werden, wenn der Kerwe-Sommer endet. Pauli hatte kurzzeitig aber mit einem ganz anderem „tragischen Verlust“ zu kämpfen. Ihr Heliumluftballon hat sich einfach selbstständig gemacht. Alle Fenster waren zum Lüften geöffnet, aber ihr heißgeliebter Luftballon war in ihrem Zimmer nicht richtig befestigt. Bei einem Windstoß flog er also aus Paulis Zimmer direkt in Richtung Himmel. „Sie hat ich noch wegfliegen sehen, was ihr natürlich gar nicht gefallen hat“, sagt Tina. Aber glücklicherweise schließt sich im Sommer eine Kerwe an die andere an, sodass wenige Tage später ein neuer Ballon da war – der seitdem mit einem Knoten an der Kordel fest am Bettrahmen befestigt ist. Sicher ist sicher.

Urlaub ist etwas Schönes, das weiß selbst Pauli mit ihren vier Jahren. Und dass es manchmal schwer ist, nach dem Urlaub wieder in den Alltag zu starten, das weiß sie auch schon. So war sie an ihrem ersten Kindergartentag nach den Ferien zwiegespalten, ob sie sich freuen soll oder nicht – da geht es den Kleinen nicht anderes als uns Großen. Aber Pauli konnte sich auch im Kindergarten auf ein bisschen Ostseeluft freuen, denn schließlich wurden die Postkarten, die aus dem Urlaub an den Kindergarten geschickt wurden, gemeinsam vorgelesen – auch Paulis Karte aus dem Norden war dabei. So gesehen hat sie den ersten Tag super gemeistert.

Aber es gibt eine große Veränderung nach den Ferien, an die sich Pauli wieder gewöhnen muss: Irgendwann muss man seinen Schlafanzug aus- und normale Klamotten anziehen. „Sie hat es genossen, nach dem Frühstück noch ein bisschen im Schlafanzug bleiben zu können“, sagt Tina. Ab sofort klingelt der Wecker also wieder etwas früher, damit sich Pauli in Ruhe umziehen und für den Kindergarten fertigmachen kann. Auch in dieser Hinsicht geht es unseren Miniausgaben also nicht anders als uns. Aber man stelle sich vor, wir alle würden nur im Pyjama im Büro sitzen? Diese Vorstellung findet selbst Pauli komisch … also nichts wie rein in die Klamotten und ab in den Kindergarten. Schließlich gibt es noch so viel zu entdecken.

Von Ann-Kathrin Weber

Über die Autorin:

Redakteurin Ann-Kathrin Weber hat zwar selbst noch keine Kinder, schreibt aber besonders gern über Kinderthemen. Für StadtLandKind hat sie ihre Freundin Tina durch die Schwangerschaft begleitet und besucht Paulina und ihre Eltern einmal im Monat für uns.

15. September 2018

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