Meine beste Freundin, ihre Tochter und ich

Aufgeregt, gespannt und ein bisschen stolz – so fühlte ich mich bei meiner Einschulung. Und wenn ich heute eines der Fotos von damals sehe, dann sieht man das auch. Ich schaue freudestrahlend mit einem Zahnlückenlächeln in die Fotokamera und präsentiere meine Schultüte. Auch Tinas Fotos von damals sehen so aus. Ähnlich wird es auch Paulina gehen, wenn sie im September in die Schule kommt. Aber nicht nur für sie sind diese Wochen spannend, sondern auch für ihre Eltern.

Ich: „Wie geht’s dir und Markus, wenn ihr an die Einschulung von Paulina denkt?“

Tina: „Ehrlich gesagt werde ich ziemlich sentimental, wenn ich daran denke. Wie groß sie einfach schon ist und dass es jetzt bald mit dem Schulalltag losgeht, ist für mich unbegreiflich. Die Whatsapp-Gruppe von dem Geburtsvorbereitungskurs gibt es immer noch, obwohl es schon sechs Jahre her. Es wäre spannend zu sehen, ob es den anderen Müttern genauso geht. Vielleicht schreibe ich ihnen demnächst mal eine Nachricht …“

Ich: „Macht dich der Gedanke daran denn traurig?“

Tina: „Nein, ich freue mich ja für sie. Mich macht es nicht traurig, aber das alles erstaunt mich schon sehr, sodass ich echt manchmal Tränen in die Augen bekomme …“

Ich: „In vier Wochen beginnt für Pauli also ein neuer Lebensabschnitt. Wie geht es ihr denn damit?“

Tina: „Sie freut sich, aber sie ist noch hin- und hergerissen, wie sie es jetzt finden soll, dass sie in die Schule kommt. Es ist für sie schwierig, sich vorzustellen, was auf sie zukommt. Aber es geht nicht nur Pauli so. Ihre Erzieherin meinte auch, dass dieses Jahr für Kinder und Erzieher generell eine schwierige Situation ist – auch was den Übergang in die Schule angeht, weil eben einfach etwas fehlt. Normalerweise gibt es einen Gottesdienst, eine Vorschulübernachtung, mehr Kooperationen mit der Schule … aber das ist im Moment ja alles anders.“

Ich: „Wie reagiert Luisa denn auf die Spannung vor der Schule?“

Tina: „Sie merkt natürlich, dass Pauli irgendwie aufgeregt ist. Und sie wird von uns auch eine kleine Schultüte bekommen, damit sie auch eine kleine Freude an Paulis großem Tag hat.“

Ich: „Apropos Schultüte: Ist sie schon befüllt oder vielleicht sogar schon heimlich geplündert worden?“

Tina: „Die Schultüte wird eine Überraschung für Pauli. Sie denkt, sie bekommt die passende zu ihrem Schulranzen. Aber wir überraschen sie mit einer selbst gebastelten Tüte. Es wird natürlich eine Einhornschultüte …“

Ich: „Und was kommt rein?“

Tina: „Lauter nützliche Dinge für die Schule und ein Buch für Erstleser. Und ein Gummitwist-Spiel darf auf keinen Fall fehlen. Das fand ich als Schulkind immer cool. Ich sehe mich noch in den Pausen drüberhüpfen …“

Ich: „Die Schultüte mit lauter Kleinigkeiten ist das eine. Aber was gebt ihr Pauli für die Einschulung mit auf den Weg?“

Tina: „Wenn sie aufgeregt ist, weil etwas Unbekanntes auf sie zukommt, dann erkläre ich ihr, dass wir alle in der Schule waren und dass das dazugehört – und eben auch Spaß macht, wie das Lesenlernen zum Beispiel. Ich erkläre ihr dann, dass es ganz bald ganz viele Situationen gibt, in denen sie selbst lesen wird. Und dann ist sie zufrieden und lächelt.“

Ich kann es mir genau vorstellen, wie es in Zukunft sein wird: Gehen wir Eis essen, dann liest sie uns die Auswahl an Sorten vor. Schauen wir Bücher an, dann wird laut mitgelesen. Und malen wir, dann werden immer öfter Buchstaben anstelle von Sonne und Sternen auf den Blättern zu sehen sein. Ich freu mich drauf! Bis dahin genießen sie den Sommer und backen ganz einfach, weil sie Lust darauf haben, auch mal Plätzchen bei über 30 Grad. Hauptsache es schmeckt! Die nächsten Wochen bleiben aufregend für Paulina und ihre Familie, denn in die Schule kommt man schließlich nur einmal. Und ich freue mich schon heute auf Paulis stolzes Zahnlückenlächeln vor dem großen Haupteingang. Und Tina? Ein paar Tränen werden wahrscheinlich fließen. Die Einschulung wird auf jeden Fall eine sehr emotionale Geschichte, das weiß ich jetzt schon.“

Von Ann-Kathrin Weber

Über die Autorin:

Redakteurin Ann-Kathrin Weber hat zwar selbst noch keine Kinder, schreibt aber besonders gern über Kinderthemen. Für StadtLandKind hat sie ihre Freundin Tina durch die Schwangerschaft begleitet und besucht Paulina und ihre Eltern einmal im Monat für uns.

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