Serie Finanzen, Teil III: „Cash Stuffing“

„Cash Stuffing“ Englisch für „Bargeld stopfen“ – aber auch „Kassensturz“, ist der Finanztrend des Jahres. Sucht man nach Hashtags wie #budgetplanner, #budgeting und #cashstuffing auf Instagram, TikTok oder YouTube, findet man tausende Videos, in denen Geldscheine und Münzen in hübsch beschriftete durchsichtige Umschläge eines Ringbuchs bzw. Budget-Planers gepackt werden. Der sogenannte „Binder“ ist der neue Haushaltsplan für die Generation Z, und gespart wird dabei absolut analog. Ein echter Gegenentwurf zu Online-Banking und Bezahlen mit der Smartwatch. Frei nach dem Motto: Lang lebe das Bargeld!

Wie funktioniert Cash Stuffing? Im Grunde ist es ganz einfach. Wer Cash Stuffing ausprobieren möchte, macht zunächst den sprichwörtlichen Kassensturz. Die Einnahmen werden dabei in fixe und variable Kosten aufgeteilt. Zu den Fixkosten zählen neben Miete, Versicherung und Mobilfunkvertrag auch laufende Abos wie Spotify, Netflix oder das Fitnessstudio.

Nach Abzug dieser Kosten vom monatlichen Einkommen erhalten wir den zur Verfügung stehenden Betrag für die variablen Kosten, also das Monatsbudget. Diese Summe wird in wiederkehrenden Ausgaben wie Lebensmittel, Drogerieartikel und Geld für Kleidung und Schuhe sowie Sparziele aufgeteilt. Dann kommt der Part des „Stopfens“, der offensichtlich am meisten Freude bereitet (und beim Zuschauen eine seltsam beruhigende Wirkung hervorruft). Die mit Klarsichthüllen ausgestatteten Ringbücher werden dabei zu richtigen Kunstwerken.

Für die verschiedenen Kategorien werden Tabellen angelegt, auf denen die monatlichen Ausgaben notiert werden, und das festgelegte Budget wird in den dazugehörigen Umschlag gepackt. Tätigen wir eine Ausgabe, wird mit diesem „gestufften“ Geld bezahlt. Ein kurzer Blick in das Buch erleichtert den Überblick, wie viel Geld für den restlichen Monat noch bleibt. Auch die diversen „Sparchallenges“ kommen hier zum Einsatz und werden monatlich mit unterschiedlichen Beträgen gefüllt. Am Ende des Monats erfolgt dann Kassensturz Nr. 2. In welchem Umschlag ist noch Geld und an welcher Stelle war das Budget zu knapp bemessen? Das Schöne dabei – die Beträge lassen sich monatlich  anpassen, sollten mehr oder weniger Geld in einem Bereich benötigt werden. Übrig gebliebenes Geld kann zudem auf die Sparziele verteilt werden.

Welche Vor- und Nachteile hat Cash Stuffing?

In erster Linie dient Cash Stuffing dazu, ein Gefühl für die eigenen monatlichen Einnahmen und Ausgaben zu bekommen. Wie viel Geld für welche Bereiche ausgegeben wird, ist hier deutlicher zu erkennen als beim Blick auf die Transaktionen des Kontoauszugs. Ist am Ende des Monats der Budgetplan nicht aufgegangen, ist die Motivation groß, es im kommenden Monat besser zu machen. Zusätzlich werden durch Challenges und diverse „Sparspiele“ Anreize geschaffen, monatlich Geld zurückzulegen. Besonders für Menschen mit der Tendenz, jeden Monat übermäßig viele Ausgaben zu tätigen, empfiehlt sich die Methode, da die festgesetzten Beträge einen klaren Schlussstrich unter übermäßige Ausgaben ziehen und dazu beitragen, bedachter und sparsamer Geld auszugeben. Cash Stuffing ist also eine tolle Möglichkeit, dass vor allem Kinder oder Jugendliche ein Gefühl dafür entwickeln, welche Ausgaben sie wofür tätigen, und fördert somit einen generell verantwortungsvollen Umgang mit Geld.

Wollt ihr es ausprobieren? Dann legt los: 

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mg // Adobe Stock

 

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