Mehr Flexibilität bei der Einschulung

Mehr Flexibilität bei der Einschulung – das fordert eine Online-Petition, die drei Mütter aus Baden-Württemberg gestartet haben. Sie setzen sich dafür ein, dass der Stichtag der Einschulung in Baden-Württemberg auf den 30. Juni zurückverlegt wird, wie es unter anderem in Hessen der Fall ist. In Baden-Württemberg ist der Stichtag sei 2007/2008 der 30. September.
Die Petition hat über 22 000 Unterschriften in Baden-Württemberg bekommen und die Unterstützung von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Der Antrag soll am 4. Juli im Bildungsausschuss vorgetragen werden.
Greift die Petition, hieße das konkret: Eltern, deren Kinder im Juli, August oder September sechs Jahre alt werden, könnten dann entscheiden, ob ihr Kind noch im selben Jahr – also mit gerade sechs oder sogar erst fünf Jahren – oder erst im Folgejahr in die Grundschule kommt.

Auch Eltern in der Region beschäftigt das Thema. Die wnoz-Redaktion hat am Dienstag eine Umfrage zum Thema auf der wnoz-Facebook-Seite gestartet. 864 Personen haben  innerhalb von drei Tagen abgestimmt. 82 Prozent  (707)  und damit eine deutliche Mehrheit  sprach sich für eine späte Einschulung aus, 18 Prozent (157) stimmten dagegen.
Das Hauptargument der Befürworter: Die individuelle Entwicklung des Kindes und die Möglichkeit der Eltern, demnach entscheiden zu können, ob es eingeschult wird. „Eltern können in der Regel sehr gut einschätzen wie schulreif das Kind ist“, findet Anja. „Und das sollte in die Betrachtung zur Schulreifeuntersuchung miteinfließen. Und dann sollte bei Rückstellungswunsch einfach akzeptiert werden, dass es so ist und nicht noch Atteste und Gutachten verlangt werden.“ Maike pflichtet ihr bei: „Wichtig fände ich, diese Altersgrenzen individuell handhaben zu können. Man muss das ja von Fall zu Fall entscheiden.“ Marco  findet klare Worte: „Lasst Kinder doch bitte so lange es geht Kinder sein. Der Stress der Schule, der Arbeitswelt kommt noch früh genug.“ Silvia  relativiert: „Ich wurde auch mit 5 eingeschult. Ich fand‘s eigentlich ganz gut. Hatte keine Nachteile. Wird aber von Kind zu Kind unterschiedlich sein.“

Hier geht es zum Wortlaut der Online-Petition

 

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