Taschengeld für Hausarbeit?

Taschengeld für Hausarbeit?
Dieses Thema wird bei uns in der Familie gerade heiß diskutiert. Die Kinder haben nachgefragt, ob sie sich mit Hausarbeiten wie Staubsaugen, Putzen, Fegen oder Abspülen zusätzliches Taschengeld verdienen können.
Wir Eltern sind dagegen. Unser Argument: Warum sollten die Kinder Geld für Arbeiten bekommen, die wir Eltern kostenlos erledigen? Die Argumente der Kinder: Aber wir können noch nicht arbeiten gehen und Geld verdienen. Die StadtLandKind-Redaktion hat diese Frage an ihre Leser weitergereicht. Im Rahmen einer Umfrage auf Facebook wollte die Redaktion wissen:
Sollten Kinder Geld für Hausarbeit bekommen?

115 Personen haben abgestimmt, mit spannendem Ergebnis. 37 Prozent (43 Personen) sagten „Ja, warum nicht.“ 63 Prozent (72 Personen) stimmten für „Nein, auf keinen Fall“.
Nun ist diese Umfrage selbtstverständlich nicht repäsentativ und  – hätten wir sie unter Kindern gemacht  – wäre sie vermutlich anders ausgefallen.
Sehr interessant fanden wir aber auch eure Beiträge zum Thema, die deutlich zeigten, dass ihr euch auch viele Gedanken darüber gemacht und zahlreiche, kreative Ideen entwickelt habt.

Hier eine kleine Auswahl:

Sandra schrieb zum Beispiel: „Für eine Haushaltshilfe müsste ich doch auch bezahlen. Eine Sache am Tag umsonst und für eine andere zusätzlich gibt es hier dann zum Beispiel einen Euro.“
Serena sieht das ganz anders: „Nein, Hausarbeit ist  selbstverständlich. Ich bekomme auch kein Geld dafür.“
Maike zahlt zwar kein Geld, aber für Hausarbeit  gibt es schon mal „extra Zeit für Medien, wenn Dinge selbstständig gesehen und erledigt werden und wir Eltern nicht zig Mal drum bitten müssen.“
Michaela zahlt für einige spezielle Arbeiten wie  „Auto putzen, Rasen mähen und Frühjahrsputz“.
Eva hat einen ganz besonderen Ansatz: „Meine Kinder bekommen Punkte. Wenn sie eine bestimmte Punktzahl erreicht haben, gibt es ein Geschenk im Wert von etwa zehn Euro“.
Ursl ist gegen Bezahlung und argumentiert so: „Es laufen genug Machos herum. Nicht nur Frauen müssen die niedrigen Arbeiten erledigen. Familie heißt auch so, weil man als Familie zusammen Spaß hat, zusammenhält und auch zusammen hilft bei den täglichen Haushaltsaufgaben.“
Sibylle erzählt aus ihrer Kindheit: „Also wir hatten eine tolle Lösung. Jeder von uns Geschwistern hatte seine Pflichtaufgaben zu Hause, die er quasi zum Familienhaushalt beigetragen hat. Und wenn man sich was dazu verdienen wollte, dann gab es diese kleinen karierten Schulhefte. Da wurden 20 Karos umrandet und für jede Zusatzaufgabe gab es je nach Größe der Aufgabe ein bis vier Kreuzchen. Wenn 20 Felder angekreuzt waren, gab es damals vier Mark. Das war  eine super Sache, um uns zu motivieren.“
Larissa findet, „dass die Kinder, wenn sie Geld bekommen, auch Hausarbeit als echte Arbeit schätzen lernen“.

Übrigens, das Bürgerliche Gesetzbuch (§1619 BGB) sieht Mithelfen im Haushalt durchaus vor. Nach Vollendung des 14. Lebensjahres betrachtet der Bundesgerichtshof sieben Stunden Mithilfe im Haushalt pro Woche als angemessen. Ist jemand krank, besteht ein Notfall oder müssen beide Eltern voll arbeiten, dann kann sich die Stundenzahl noch erhöhen. Eins muss aber immer klar sein: Kinder müssen ausreichend Zeit für Schule, Sport und Hobbys haben.

Fazit: Das Thema spielt in vielen Familien eine Rolle. Eine allgemeine Lösung gibt es nicht, aber zumindest haben wir jetzt viele Ideen, wie man eine idividuelle Lösung finden kann, mit der alle Familienmitglieder zufrieden sind.

Hier geht es zur Umfrage

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