Paulinas Tagebuch

Ein weiteres Jahr ist fast vorbei – das merken Tina und ich nicht nur an unseren Augenringen nach dem Dezember, der es nochmal in sich hatte, und an den klitzekleinen grauen Haaren, die immer mehr hervorblitzen … wir sehen es vor allem auch an Tinas Kindern. Luisa quasselt mittlerweile wie ein Wasserfall. Und Paulina? Sie ist eine richtige kleine Dame geworden, hat Wünsche und Vorstellungen, die sie klar formuliert, und Ziele, die sie verfolgt. Und bei alldem ist sie einfach ein fünfjähriges Mädchen, das uns Große daran erinnert, auch einfach mal fünfe gerade sein zu lassen. „Es gab Schönes und auch Trauriges in diesem Jahr. Es gab Schicksalsschläge, aber auch Familienzuwachs. Es war, wie es eben oft im Leben ist: Schönes und nicht so Schönes liegen manchmal ganz nah beieinander. Aber man wächst daran. Markus und ich freuen uns sehr, zu sehen, wie eng Paulina und Luisa sind, wie lieb sie sich haben und wie sie zusammenhalten“, sagt Tina.

Es ist Nachmittag, an einem Freitag im Dezember. Pauli kommt vom Kindergarten nach Hause und da wird sie schon von Mama Tina und Schwester Luisa erwartet. Es wird gebastelt und dabei jede Menge erzählt. Nach dem Motto „12 Monate, 12 Fragen“ lassen wir gemeinsam das Jahr Revue passieren und schreiben Paulinas ganz persönlichen Jahresrückblick auf. Los geht‘s:

Ich: „Fangen wir an. Frage 1: Welches war dein Highlight des Jahres?“

Paulina: „Alles war schön, besonders aber, dass die Zahnfee da war. Ich habe nämlich meinen ersten Zahn verloren. Die Zahnfee hat mir einen Goldtaler gebracht. Und ich habe drei Wackelzähne.“

Ich: „Einen richtigen Goldtaler?“

Tina: „Einen Euro. Aber Pauli nennt es Goldtaler.“

Ich: „Frage 2: Pauli, was hat dir dieses Jahr gar nicht gefallen?“

Paulina: „Hm, da fällt mir nichts ein.

Ich: „Das ist auch o.k. Kommen wir zur 3. Frage: Was macht dir besonders viel Spaß?“

Paulina: „Ich habe jetzt ein Klavier, das macht Spaß, und ich spiele ganz viel damit. Und ich habe jetzt einen Schreibtisch in meinem Zimmer stehen, an dem ich male und bastle, wie ein Schulkind.“

Ich: „Die Familie ist größer geworden. Wie fühlt es sich an als große Cousine? Hast du mitgezählt? Das ist schon Frage Nummer 4.“

Paulina: „Super. Mein kleiner Cousin ist schon recht groß, aber noch zu klein, dass ich mit ihm spielen kann.“

Ich: „Die nächste Frage ist bereits die fünfte und das passt auch inhaltlich sehr gut, du bist in diesem Jahr nämlich schon fünf Jahre alt geworden. Wie war dein Geburtstag? Was hat dir daran am besten gefallen?“

Paulina: „Im Garten gab es ganz viele Sportspiele mit meiner Oma. Nächstes Jahr hätte ich gerne einen Elsa-Geburtstag. Oder wieder einen Turn-Geburtstag. Ich weiß es noch nicht so genau.“

Ich: „Für die 6. Frage denken wir uns mal ganz weit weg. Wohin bist du dieses Jahr gereist? Wohin möchtest du unbedingt mal hin?“

Paulina: „Wir waren an der Ostsee, am Meer. Und ich würde gerne mal ins Bibi-und-Tina-Land …“

Tina (runzelt die Stirn): „Gibt es das denn?“

Paulina: „Ja, klar..“

Tina: „Aha, ok …“

Paulina: „Und ich möchte wieder nach Flutakaruta!“

Ich: „…?“

Tina: „Das heißt übersetzt: Fuerteventura …“

Ich: „Frage Nummer 7: Hast du eigentlich einen Wunsch zu Weihnachten?“

Paulina: „Ein Barbiehaus. Das bekomme ich vielleicht, wenn ich lieb bin. Damit würde ich den ganzen Tag spielen. Und wenn ich keine Zeit hab‘, dann geh‘ ich halt in den Kindergarten.“

Ich: „Frage 8: Wie oft bist du an der Kerwe mit dem Riesenrad gefahren? Weißt du das noch?“

Paulina: „Bestimmt 20-mal. Oder nee, 100-mal. Ja, 100-mal bestimmt. Da bin ich mir ganz sicher. Das mit der Wippe hat mir am besten gefallen … wie heißt das? Schiffschaukel!“

Luisa: „Ich war auch! Ich war auch!“

Paulina: „Ich bin zusammen mit Luisa Schiffschaukel gefahren.“

Ich: „Was machst du am liebsten mit deiner kleinen Schwester Luisa? Das war schon Frage Nummer 9.“

Paulina: „Wir spielen immer zusammen. Am liebsten spiele ich mit ihr das Elsa-Puzzle, das haben wir aber schon lange nicht mehr gemacht. Und wir spielen mit den Puppen, mit den Nonnos.“

Ich: „Auf die Antwort der 10. Frage bin ich ganz gespannt. Was wünschst du dir für das neue Jahr? Vielleicht einen Schulranzen …?“

Paulina: „Ja! Ich komme IN DIE SCHULE!“

Ich: „Frage Nummer 11: Verrätst du mir, was denn bisher alles in deinem Adventskalender drin war?“

Paulina: „Barbiesachen. Für das Barbiehaus, das ich bekomme, wenn ich lieb bin … du weißt schon.“

Ich: „Klar, ich glaube deine Chancen stehen gut. Aber eine letzte und damit die 12. Frage habe ich noch zum Schluss: Schaffst du es, an Silvester bis Mitternacht wach zu bleiben?“

Paulina: „Ja! Ich will doch die Raketen am Himmel sehen.“

12 Monate sind nun fast schon wieder rum. Danke, Pauli, für das schöne, witzige Jahr mit dir. Ich halte nicht viel von Vorsätzen, weil die Enttäuschung einfach zu groß ist, wenn man sie nicht einhalten kann. Aber einen habe ich und den habe ich mir – ich gebe es offen zu – von dir geklaut: Ohne Angst ins Riesenrad namens Leben! Und darauf vertrauen, dass, wenn es mal eine Talfahrt gibt, es auch wieder bergauf geht, an einen Punkt, an dem man alles überblicken kann.

 

Von Ann-Kathrin Weber

Über die Autorin:

Redakteurin Ann-Kathrin Weber hat zwar selbst noch keine Kinder, schreibt aber besonders gern über Kinderthemen. Für StadtLandKind hat sie ihre Freundin Tina durch die Schwangerschaft begleitet und besucht Paulina und ihre Eltern einmal im Monat für uns.

 

15. Dezember 2019

1 Kommentar

So schön viel zu schnell vergeht die Zeit euch eine wunderbare Weihnachtszeit, geruhsame Tag und ganz viele Grüsse von den Stuttgartern
Birgit,Addi,Nadine,Riccardo &Balou

Kommentar schreiben