„Glück doch mal“

Liebe Frau Schöler, herzlichen Glückwunsch zur Geburt Ihres zweiten „Buch-Babys“. “Glück doch mal!” heißt das vor wenigen Tagen druckfrisch erschienene Buch. Angekündigt wurde es als „99 unterhaltsame, interaktive und kreative kleine Glücks-Challenges lassen uns erkennen, dass wir unser Glück selbst gestalten können, wenn wir uns nur ein wenig aus unserer Komfortzone wagen.“

Hat sich Ihre Auffassung von Glück und wie man es findet in den letzten Monaten unter den Pandemiebedingungen verändert?

Nein, genau das Gegenteil ist passiert. Beim Glück geht es nämlich nicht um die rosarote Brille, mit der man durchs Leben läuft und auch nicht um Zufall, der uns einen Lottogewinn oder den perfekten Partner schenkt. Es geht darum auf ganz individuelle Weise das eigene gute Leben aktiv zu gestalten. Das Glück liegt oft in den kleinsten Dingen – eine nette Begegnung, der morgendliche Kaffee oder der Spaziergang im Herbstlaub. Aber auch in essentiellen Themen wie zum Beispiel, ob man sich seiner eigenen Werte bewusst ist und sie lebt, ob man seine Stärken kennt und einsetzt und vieles mehr. Sich um sich selbst und andere und damit um das Glück im großen Ganzen zu kümmern ist also super wichtig, vor allem in schweren Zeiten wie diesen. Denn so können wir unsere Resilienz, also das Schutzschild unserer Seele, stärken.

Hatten Sie als „Glücksministerin“ auch in der Pandemie eine ausreichende Portion Glück?

Ich bin sehr dankbar, dass ich in diesen auch für mich schweren Zeiten einige Glücksmomente erleben und feiern durfte. Ganz vorne steht immer meine Familie, die mich immer unterstützt und Kraft schenkt. Ein ganz besonderer Moment war, als ich mit Mann, Kind und Hund in unser neues Haus eingezogen bin. Ein zweiter großer Meilenstein war die Veröffentlichung meines zweiten Buches “Glück doch mal!” – ein Herzensprojekt, dass jahrelang reifen durfte und nun endlich fertig ist! Dazwischen gab es natürlich auch zahlreiche kleine Freuden wie Sonnentage, ein Wochenende mit Freundinnen, Begegnungen mit Fremden, Eis essen mit meinem Sohn (Seine Lieblingssorte ist übrigens “groß”!), die Zusammenarbeit mit meinem Team usw. Das Glück lauert überall, es lohnt sich also, die Augen und vor allem das Herz offen zu halten.

Glück ist doch eigentlich etwas, dass uns findet. Nun lesen wir, dass wir es aktiv suchen müssen …?

Im stillen Kämmerlein sitzen und auf das Glück warten funktioniert in den wenigsten Fällen. Wie heißt es so schön: Magic always happens outside of the comfortzone. Man muss schon rausgehen, loslegen, ausprobieren, um herauszufinden, was das Leben so bereithält. Evolutionsbiologisch ist das menschliche Gehirn darauf ausgerichtet Gefahr zu erkennen. Deswegen wird Negatives viel schneller wahrgenommen, besser verarbeitet und gespeichert. Wir brauchen ca. 3 positive Ereignisse in unserem Leben, um ein negatives zu kompensieren. Bei zwischenmenschlichen Interaktionen steigt dieses Verhältnis sogar noch an und wir benötigen in etwa eine Handvoll positive Erlebnisse, um einen schrägen Kommentar oder ein schlechtes Feedback emotional auszugleichen! Wir müssen also aktiv werden, den Blick auf das Gute und Gelingende richten und unser eigenes persönliches Glücksrezept herausfinden.

Ist Glück schon, wenn wir nachts mal gut durchschlafen oder ist Glück der große Lottogewinn?

Es muss nicht immer der große Lottogewinn sein (Geld steigert unser Wohlbefinden sowieso nur bis zu einem gewissen Punkt!) und für mich ist es definitiv Glückssache, nachts gut durchschlafen zu können, wenn nicht wieder Kind oder Kopfkarussell dazwischen kommen. Für andere gehören zum Glück kurze Nächte, der wöchentlichen Brunch mit der Familie, ein erfüllender Job oder ein leckeres Essen. Das persönliche Glück ist vielfältig und individuell, es gibt keine Pauschale und keine Garantie – es lohnt sich aber auf jeden Fall, herauszufinden, was einen selbst glücklich macht und wie man das eigene Leben verglücklichen kann.

99 Glücks-Challenges sollen uns zum Aktivwerden in Sachen Glück anspornen. Was können wir uns darunter vorstellen?

Diese 99 kreativen Mutproben und Aufgaben helfen dabei, dem eigenen Glück auf die Spur zu kommen. Es wird geschrieben, gemalt, gerissen, getanzt, gedacht, gemacht und gelacht. Zum einen geht es um die persönlichen Werte, Stärken, Wünsche, Gefühle und Ziele aber ein großer Teil des Buches regt auch zur Interaktion an. Denn unser soziales Umfeld ist laut der Glücksforschung einer der wichtigsten äußeren Faktoren für unser Wohlbefinden. Das Buch ist ein Mutmacher und Impulsgeber und für alle ist etwas dabei: Ob Verschenkeboxen basteln, befüllen und raus stellen, Komplimente verteilen, mit den Fingern essen, Kaffee trinken, Waldbaden, Briefe schreiben, fein schmausen oder alle Termine absagen und Jomo (Joy of missing out) zelebrieren.

„Noch nie waren Kinder und Jugendliche so depressiv wie heute“, sagen Studien. Oder: „Die traurigste Generation“. Und: „Mehr als 70 Prozent der befragten Kinder fühlen sich durch die Corona-Krise seelisch belastet.“ Hier wäre ein Glücks-Booster angebracht, oder? Wie könnte der aussehen?

Die Zahlen sind wirklich erschreckend und besorgniserregend. Ganz grundsätzlich hilft natürlich erst einmal, sich impfen zu lassen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen und dadurch dafür zu sorgen, dass die Schulen und Einrichtungen nicht mehr schließen müssen. Kinder und Jugendliche brauchen Begegnung auf Augenhöhe und Angebote, die sie bestärken und ihnen Mut machen. Das erfahre ich selbst immer wieder während unserer Workshops für Schulklassen und Jugendliche. Da ist ein riesiger Bedarf an Austausch, Reflexion und die große Suche nach inspirierenden Vorbildern, Mentor:innen, die bestärken und Möglichkeiten aufzeigen, wie vielfältig die Gestaltung der Lebenswege aussehen und funktionieren kann. Das kann in Vereinen oder Einrichtungen passieren, natürlich innerhalb der Familien, aber auch in der Schule – zum Beispiel mit dem Schulfach Glück, das es bereits an einigen deutschen Schulen gibt.
Unter anderem deshalb ist es mir eine riesige Herzensangelegenheit, zusammen mit der Hopp Foundation Lehrkräften eine kostenfreie Weiterbildung in Positiver Psychologie und Positiven Mindset anzubieten, damit diese wichtigen Multiplikator:innen diese Inhalte und Themen an die nächste Generation weitergeben.

Mehr unter: hopp-foundation.de/lehrer/connect/

Auch psychologische Unterstützungsangebote sollten vermehrt bereitgestellt werden, zum Beispiel durch einfachere Zugänge zu Therapieplätzen oder Fachkräften in Kitas und Schulen. Im familiären Rahmen hilft Kommunikation auf Augenhöhe, offenes nachfragen, gegenseitiges Verständnis, eine gehörige Portion Geduld und Gelassenheit, bedingungslose Wertschätzung und Dankbarkeit.

 

Persönlich signierte Exemplare gibt es hier:  MinisteriumFuerGlueck.de/GlueckDochMal

UND:  🎄🎅🎄🎅>>Braucht hier jemand eine Portion Extra-Glück? Dann schnell mitmachen und eines von drei druckfrischen „Glück doch mal“-Exemplaren gewinnen. Die Verlosung ist abgelaufen! Gewonnen haben: Maike Pfalz, Stefan Zobel-Schwarz und Familie  Schulte. 

Fotos: Elmar Witt // Marco Justus Schöler

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