Zweisprachiges Kursangebot „Kommunikation in der Erziehung“ des Bildungsbüros an der Friedrich-Grundschule

Wer die Kompetenz von Eltern in der Erziehung ihrer Kinder stärkt, der stärkt auch die Kinder. Das ist ein Grundsatz, der vom Weinheimer Bildungsbüro/Integration Central bewusst umgesetzt wird. Bei einem zweisprachigen Elternkurs in der Friedrich-Grundschule ging es jetzt mit Unterstützung des Landesprogramms „Stärke“ um Erziehungsstile und die damit verbundene Kommunikation zwischen Kindern und Eltern. „Mit unserem zweisprachigen Kursangebot für Grundschuleltern setzen wir die Ziele des Programms in die Praxis um“, erläutert Ceylan Fırat, Leiterin der Fachstelle Eltern/Familien – Schule im Bildungsbüro Weinheim. Ihre Mitarbeiterin Nilgün Ilden hat gemeinsam mit Ebru Altınkumlar, einer Psychologin des türkischen Generalkonsulats Karlsruhe, den Kurs konzipiert.

In Rollenspielen und mit kreativen Methoden wurden den Eltern anschaulich die verschiedenen Erziehungsstile – wie demokratisch, autoritär, permissiv und überbehütend – vorgeführt. „Wie Forschungen gezeigt haben, gedeihen Kinder mit dem demokratischen Erziehungsstil am Besten. Sie verfügen über eine größere Leistungsfähigkeit und treten selbstbewusster auf“,  so Nilgün Ilden. Dabei erarbeiten Eltern und Kinder gemeinsam Regeln für das Zusammenleben und die Kinder erhalten emotionale Unterstützung und Wertschätzung. Aktives Zuhören und das Senden von Ich-Botschaften als Kommunikationsmethoden fördern diesen Prozess. Sie helfen, die Perspektive des Kindes angemessen zu berücksichtigen.

Zu Aktivem Zuhören und Ich-Botschaften bekamen die Eltern viele Tipps und Übungen. „Besonders schwer gefallen ist es mir, keine Ratschläge zu geben, sondern erst mal zuzuhören und mein Kind durch so genannte Türöffner, wie „mhm“, zu ermuntern, einfach zu erzählen. Es war für mich entlastend zu erleben, dass ich nicht immer gleich Lösungen finden muss“, erzählt eine Mutter. Eine weitere ergänzt: „Ich habe mich vorher nie getraut, Gefühle anzusprechen, weder meine eigenen, noch die, die ich bei meinem Kind wahrgenommen habe. Wenn es traurig gewirkt hat, habe ich gedacht es würde dadurch noch schlimmer. Jetzt habe ich gesehen, wie erleichternd das sein kann.“

Nilgün Ilden dazu: „Die eigene Kommunikation zu verändern und zu üben, wie man sich selbst gut ausdrücken kann, war und ist für die Eltern natürlich eine Herausforderung. Es ist uns gelungen Denkanstöße zu geben, die bestimmt nachwirken.“ Durch die Zweisprachigkeit und die damit verbundene Übersetzung habe der Kurs noch eine zusätzliche Dimension erhalten. Denn Kommunikation ist immer eine Übersetzung der eigenen Begriffe in die Begrifflichkeit des Gegenübers. Türkische Eltern erhielten einen neuen Zugang zu ihrer eigenen Sprache und ein reger Interkultureller Austausch entstand. Unterschiede und Ähnlichkeiten in der Erziehung wurden entdeckt. Rektorin Anita Walther von der Friedrich-Grundschule, die die Eltern herzlich an der Schule begrüßte und den Kurs unterstützte, war sich jedenfalls sicher, „das war ein Erfolg und bestimmt nicht der letzte Elternkurs des Bildungsbüros an unserer Schule.“

 

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